Dienstag , 31 März 2020
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Mini-E-Etikett legt Fälschern das Handwerk

MIT-Innovation passt auf Produkte jeder Art und lässt sich nur von vordefinierten Geräten auslesen

Ein elektronisches Etikett in der Größe eines Weizenkorns, das sich auf nahezu allen Produkten anbringen lässt und Fälschern keine Chance lässt, haben Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://mit.edu entwickelt. Die gespeicherten Informationen lassen sich mittels Lesegerät aus relativ großer Entfernung auslesen.

RFIDs nicht universell einsetzbar

Das Etikett selbst hat keine Energieversorgung. Den Strom zum Senden erzeugt das Lesegerät per Induktion. Es sendet ein elektromagnetisches Feld aus, das von einer Spule im Etikett aufgefangen und in elektrischen Strom umgewandelt wird. Schon heute gibt es RFIDs, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Doch sie sind weitaus größer als die MIT-Entwicklung und nicht überall einsetzbar. Außerdem sind sie ihrerseits nicht absolut fälschungssicher und geben ihre Daten nur auf kurze Entfernungen, allerdings beliebigen Lesegeräten preis.

Das neue Etikett konnte so stark verkleinert werden, weil die Entwickler sich für eine Frequenz entschieden haben, die hunderte Mal höher ist als jene, mit der RFIDs ausgelesen werden. „Wir haben einen billigen Chip entwickelt, der Daten sicher speichert und aussendet. Wenn man einen einzelnen Bolzen, ein Zahnimplantat oder einen Chip kennzeichnen will, sind herkömmliche RFIDs ungeeignet“, so MIT-Assistenzprofessor Ruonan Han.

Dünn, platzsparend, kostengünstig

Während RFIDs gekapselt sind, sodass sie relativ dick geraten, verzichteten die MIT-Forscher darauf. Das reduziert die Kosten. In Kombination mit sehr hohen Frequenzen schafften sie es, die Etiketten extrem zu verkleinern. Wichtig war ihnen zudem eine Verschlüsselung der Daten, die der winzige Chip preisgibt, damit nicht jeder X-Beliebige Zugriff darauf hat.

Es gelang den Forschern, alle Komponenten – die Spule zur Stromerzeugung, den Sender, die Antenne und den Datenspeicher – auf einer Fläche von gerade einmal 1,6 Quadratmillimetern unterzubringen. Das Lesegerät meldet sich beim Etikett an. Ist es das für dieses System zugelassene, so meldet es seine Bereitschaft, Daten zu senden. Erst danach lässt es sich auslesen. Auf fremde Lesegeräte reagiert es hingegen nicht.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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