Samstag , 24 September 2022
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Genfer «digitale Uhr-Aufführung» 2020

Neues Konzept, neuer Name, neues Publikum und erstmalig digital: Zu ihrem 30. Jubiläum steht die weltberühmte Uhrenmesse SIHH vor ihrem bisher größten Umbruch.

Ab 2020 unter dem Namen „Watches and Wonders Geneva“ bekannt, verfolgt das renovierte Konzept eine Ausweitung des klassischen Salons auf die breite Öffentlichkeit und wird sich erstmals – zusätzlich zur Messe selbst – in der Genfer Innenstadt präsentieren. Das war das Ziel. Bedingt durch die internationale Corona-Pandemie sorgte die diesjährige Ausgabe für Aufsehen, denn sie wird erstmals vom 25. bis 29. April mit über 30 Aussteller und vielen innovative Neuerungen digital durchgeführt.

Seit 1991 im Herzen der Uhrenwelt

Seine hohe Bedeutung wird der „Salon Internationale de la Haute Horlogerie“ trotz seiner Umbenennung und der neuen Struktur nicht ablegen. Ganz im Gegenteil: Der Veranstalter Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) rechnet durch die offene Gestaltung mit einer deutlich größeren Reichweite als in der Vergangenheit. Damit vollzieht die Messe einen radikalen Wandel und wendet sich von ihrem Ruf als abgesperrtem Treffpunkt der Fachwelt ab.

Wir erinnern uns, bis 2016 gab es ohne Einladung keinen Zutritt. Durch das exklusive Konzept stand die Größe des SIHH seit jeher deutlich hinter der Baselworld: So kam die Nummer Eins der Uhrenmessen selbst im Krisenjahr 2019 auf 81.000 Besucher, während gerade einmal 23.000 Interessierte nach Genf pilgerten.

Das Video zum 25-jährigen Jubiläum

Der Autor ist von Anfang an dabei, links im Bild Mit-Initiant Alain-Dominique Perrin, damals Cartier CEO, ganz rechts Yves Piaget, Piaget CEO

Die prestigeträchtige Ausrichtung des Salons geht übrigens bis in sein Gründungsjahr 1991 zurück. Damals entschlossen sich Cartier und vier weitere Marken (Baume & Mercier, Gérald Genta, Daniel Roth und Piaget) zur privaten Ausstellung ihrer Meisterwerke in einer geschlossenen Atmosphäre. Das typische „High-End-Feeling“ der ersten Auflage ist bis heute erhalten geblieben und wird sich auch bei der Watches and Wonders nicht ändern.

«Lab» und «Live»: Eine neue Programmwelt

Dafür verantwortlich ist die weiterhin beschränkte Markenauswahl: Während bei der Baselworld jedes Jahr hunderte Aussteller erscheinen, fokussiert sich die Watches and Wonders Geneva auf 31 Uhrenhersteller. Wie gewohnt, entfällt mit zehn Herstellern ein hoher Anteil der Vielfalt auf den Richemont-Konzern: So werden A. Lange und Söhne, Cartier, IWC und Montblanc ebenso vertreten sein wie Panerai, Piaget und Vacheron Constantin. Unter den Neuzugängen 2020 herrscht die übliche Genfer Exklusivität: Von Arnold & Son über den Tourbillon-Spezialisten C.Purnell bis hin zur künstlerischen Traditionsfirma Rudis Sylva wird eine ganze Reihe kleiner Manufakturen mit den teuersten und seltensten Kreationen der Branche aufwarten.

Zu den weiteren Ausstellern zählen unter anderem Ulysse Nardin oder Girard Perregaux (beide gehören zum Französischen Kering-Konzern). Wer exklusive Uhren bewundern möchte, kommt also durchaus auf seine Kosten. Ziel der Watches and Wonders wird es sein, die klassischen Auftritte der Hersteller um ein erlebnisreiches Rahmenprogramm zu erweitern.

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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