Montag , 25 Mai 2020
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Corona stürzt Uhrenhersteller in die Krise

Die Aktien von Richemont und Swatch verbuchen hohe Verluste.

Reisebeschränkungen, geschlossene Geschäfte und die Angst vor einer Rezession haben das Geschäft mit Luxusgütern seit Jahresbeginn stark beeinträchtigt. In den ersten drei Monaten des Jahres ist der  weltweite Umsatz mit persönlichen Luxusartikeln bereits um ein Viertel eingebrochen, und die Aussichten für das Gesamtjahr sind düster. Abhängig von der Dauer und Umfang der Lockdown-Massnahmen könnte sich der Luxusgütermarkt in diesem Jahr um bis 36 % schrumpften, so lautet die Einschätzung der Unternehmensberatung Bain & Company.

Dass die Hersteller von hochpreisigen Luxusuhren besonders hart von der Corona-Krise betroffen sind, wie die „Luxury Goods Worldwide Market Study” besagt, spiegelt sich in den Akienkursen von Richemont und der Swatch Group wider. Seit Jahresanfang verzeichnen diese höhere Verluste als der Gesamtmarkt.

So ist der Swiss-Market-Index um gut zehn Prozent gefallen, die Aktien von Richemont jedoch um 32 Prozent und von der Swatch Group um 36 Prozent. Am heutigen Freitag präsentiert Richemont seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr. Analytiker erwarten einen Wachstumsrückgang von 3,5 Prozent. Richemont hat auf die Umsatzrückgänge bereits mit einer Reduktion der Kosten durch Kurzarbeit und die Kürzung der Marketingausgaben reagiert.

Gemessen am Kursverlauf stehen die Konkurrenten LVMH (+10%), der bekannte Namen wie Louis Vuitton, Moët & Chandon oder Bulgari unter seinem Dach vereint, sowie Kering (+8%), mit den Marken Gucci, Bottega Veneta oder Yves Saint Laurent, deutlich besser da. Das gilt auch für den Geschäftsausweis. Mit Ebit-Margen von 21% (LVMH) und 27% (Kering) waren die beiden französischen Luxusgüterunternehmen im zurückliegenden Geschäftsjahr deutlich profitabler als die Swatch Group (13,6%) und Richemont (13,9%).

Die weiteren Aussichten für die Luxugüterbranche sind aufgrund der Pandemie unsicher. Die Angst vor einer zweiten Infektionswelle sowie die wirtschaftliche Schwäche werden den Konsum sicher bremsen. So dürfte frühestens 2022 der Umsatz wieder Vorkrisenniveau erreichen. Das bedeutet auch, dass die Aktien der besonders betroffenen Firmen weiter unter Druck bleiben könnten. Viele Banken haben ihre Empfehlungen und Kursziele für die Dividendentitel von Richemont und Swatch entsprechend angepasst.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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