Montag , 25 Mai 2020
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Cartier ist zur Zeit die umsatzstärkste Marke im Richemont Konzern

Richemont-Konzern übertrifft Jahresumsatz-Prognose

Der Uhren- und Luxusproduktekonzern Richemont hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2019/20 etwas stärker gesteigert als angenommen.

Im Schlussquartal hat die Gruppe mit Marken wie Cartier, IWC oder Piaget jedoch die Folgen der Coronakrise deutlich zu spüren bekommen. Der Gewinn brach ein und die Dividende wird gekürzt.

Der Umsatz der Gruppe nahm im Gesamtjahr noch um 2 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zu. Um Währungseffekte bereinigt hätten sich die Verkäufe nicht vom Fleck bewegt, schrieb Richemont in einer Mitteilung am Freitag.

Johann Rupert, Richemont Konzern

Der Umsatz fiel aber im Schlussquartal, also in den Monaten Januar bis März, in Euro um 18 Prozent. In China etwa brachen die Verkäufe um gut zwei Drittel ein, in Europa und Amerika um je 9 Prozent.

Ergebnisse unter Druck

Der Betriebsgewinn (EBIT) sank im Berichtsjahr um gut einen Fünftel auf 1,52 Milliarden Euro. Die Kosten für diverse Geschäftsschliessungen hätten auf das Ergebnis gedrückt. Massnahmen zu Kosteneinsparungen seien später ergriffen worden.

Die Coronakrise schlägt auch auf den Gewinn durch. Unter dem Strich wies Richemont einen Gewinn von 931 Millionen nach zuvor hohen 2,79 Milliarden aus. Damals hatte die Integration des Onlinehändlers Yoox-Net-A-Porter 1,4 Milliarden in die Kassen gespült. Aber auch ohne das zusätzliche Geld wäre der Reingewinn um ein Drittel getaucht, hiess es.

Richemont hat mit dem Umsatz die Vorgaben der Analysten (14,1 Mrd) leicht übertroffen. Allerdings lagen die Gewinne deutlich unter den Schätzungen. Die Experten hatten einen EBIT von 1,70 und einen Gewinn von 1,25 Milliarden erwartet.

Johann Rupert mit Sohn Anton, der VR bei Watchfinder geworden ist und somit eine wichtige Rolle bei Richemont spielt

Dividende gesenkt

Den Aktionären schlägt der Verwaltungsrat um Präsident Johann Rupert eine gegenüber dem Vorjahr auf 1 Franken halbierte Dividende je Aktie zur Auszahlung vor. Hier wurde von Analysten eine Zahlung von 2,07 Franken erwartet.

Im Ausblick äussert sich Richemont gewohnt zurückhaltend. Prognose aufzustellen, sei wegen den durch die Coronakrise aufgekommenen Unabwägbarkeiten sowieso nicht möglich, erklärte Rupert in der Mitteilung.

About Karl Heinz Nuber

Jahrgang 1951, war einer der ersten Journalisten, der sich dem Thema Zeitmesser hauptberuflich annahm. 2005 lancierte er das TOURBILLON - Das Schweizer Magazin für Uhren, Menschen, Life & Style. Heute ist er ein international gefragter Berater, Autor, Dozent, Talk-Gast und ausgewiesener Experte für Uhrensammlungen und Sammleruhren.

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