Donnerstag , 26 November 2020
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Patricia Gandji, neue HR-Chefin bei Richemont

«Royale» Gehälter bei Richemont’s Spitzen-Manager lässt Köpfe rollen

Auf Sophie Guieysse, die ihren Posten als Personal-Chefin aufgrund von Salärkritik mit sofortiger Wirkung aufgeben musste, folgt nun Patricia Gandji, heute für das Nordamerika-Geschäft von Richemont Tochter Cartier verantwortlich, die ich noch persönlich von Cartier Deutschland kenne. Ob damit das Thema der «übertriebenen» Salärierung der Richemont CEO’s vom Tisch ist, wird sich zeigen. Patricia Gandji sympathisiert seit Jahren mit GLB und ist eher eine Führungskraft der leisen Töne, von grosser Kompromissbereitschaft und ist bisher nicht durch herausragende Leistungen aufgefallen. Sie lässt sich auch gerne von der Uhren-Journaille instrumentalisieren.

Die ehemalige Personalchefin Sophie Guieysse war in Kritik geraten, weil sie einerseits treibende Kraft hinter einer drastischen Erhöhung der Honorare der Konzernleitung um 35 Prozent gewesen sein soll – während andere leitende Manager Lohneinbussen von 20 Prozent und das Personal sogar Bonuskürzungen von 25 bis 50 Prozent hinnehmen mussten. Guieysse’ eigenes Salär war im letzten Jahr von 1,9 auf 3 Millionen Schweizer Franken gestiegen. Und insgesamt legten die Vergütungen für das Senior Executive Board von 30,5 Millionen im Jahr 2018 auf 41,4 Millionen im letzten Jahr zu.

Jérôme Lambert, umstrittener Richemont Chef: Rücktritt wird gefordert

Ins Kreuzfeuer geriet auch Richemont-Chef Jérôme Lambert der dieses Jahr 8,1 Millionen Schweizer Franken (im letzten Jahr waren es 5,4 Millionen) an Gage einstrich. Und die Gerüchteküche kocht weiter. Demnach rechnen Insider mit dem raschen Rücktritt von CEO Jérôme Lambert. „Viele erwarten, dass Lambert geht”, sagte ein leitender Manager von Richemont zu misstweed.com. „Jérôme hat die Empörung der Menschen nicht vorausgesehen”, sagte eine weitere Quelle des Portals.

„Jérôme hat die Empörung der Menschen nicht vorausgesehen”

misstweed.com

Der Verwaltungsratspräsident von Richemont, Johann Rupert, sollte diese Woche nach Genf fliegen, um zu klären, wie man der Verärgerung der Mitarbeiter am besten begegenen könne. Aber er blieb in London stecken, wie die Schweizer Zeitung Le Temps berichtete.

Dr. Johann Rupert

Dennoch scheint der Konzern bereits aktiv geworden zu sein, um die Belegschaft milde zu stimmen. Laut misstweed.com erhielten die Mitarbeiter die Nachricht, dass sie ihre vollen Prämien für das vergangene Jahr erhalten werden, 75 Prozent im Juni und 25 Prozent im Juli. Außerdem soll der Bonus der Geschäftsleitung um 20 Prozent gekürzt werden. „Endlich ein paar gute Neuigkeiten”, sagte ein Mitarbeiter von Richemont, „Aber ich bin nicht sicher, ob das ausreichen wird, um die Leute zu beruhigen.”

Interne Quellen teilten misstweed.com außerdem mit, dass viele im Cartier-Chef Cyrille Vigneron einen potenziellen Nachfolger für Richemont-CEO Jérôme Lambert sehen. Als Nachfolge für Vigneron werden ebenfalls bereits diverse Namen gehandelt. Emmanuel Perrin (Head of Specialist Watchmakers & Senior Executive Director bei Richemont), Renaud Litré (International Commercial Director von Cartier) und Nicolas Bos (Geschäftsführer von Van Cleef & Arpels) sollen zu den heiß gehandelten Kandidaten gehören.

Aber es gebe Stimmen im Management von Richemont, die für jemanden von außerhalb der Gruppe plädieren, um „dringend benötigtes neues Blut” einzubringen.

Die fürstlichen Lohnerhöhungen an der Spitze gerieten vielen Angestellten in den falschen Hals: Sophie Guieysse war auf der anderen Seite als Personalchefin mitverantwortlich für den scharfen Sparkurs bei Richemont. Patricia Gandji wird den Posten von Sophie Guieysse übernehmen. Sie leitet seit zwölf Jahren das Nordeuropa-Geschäft von Richemont-Tochter Cartier und wird auch künftig weiterhin diese Regionen verantworten. Gandji genieße Respekt im Unternehmen. Mit ihrer Ernennung sei die Hoffnung verbunden, dass die internen Konflikte befriedet würden.

Der Luxusgüterkonzern steckt wegen der Corona-Pandemie speziell in einer Krise und fährt deshalb seine Kosten herunter.

Ich frage mich persönlich, können Manager soviel Geld wert sein? Dürfen Spitzen-Manager eine so hohe Gage beziehen, schlussendlich wird der „unanständige“ Gehalt auf die Uhren umgewälzt und der Konsument bezahlt mit dem Kaufpreis den Gehalt des CEO. Was ist Ihre Meinung dazu, liebe Leserinnen und Leser? Vielen Dank fürs Mitmachen.

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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