Montag , 26 September 2022
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Bei Hublot werden die Umsätze 10 – 20 Prozent unter dem Vorjahr einbrechen

Bei der Luxusuhrenmarke Hublot (gehört wie TAG Heuer und Zenith zum französischen LVMH Konzern) ging alles immer in eine Richtung – nach oben. Nun erhält die von Erfolg verwöhnte Marke einen Dämpfer. Jean-Claude Biver’s Baby kommt in die Pupertät und wird noch für einige Überraschungen sorgen.

In einem großen Interview, dass die NZZ am Samstag veröffentlichte, schilderte Hublot-CEO Ricardo Guadalupe, Biver’s Nachfolger, seine Sicht, wie es um die Schweizer Uhrenindustrie steht. Und die hat seiner Meinung nach noch nie eine derartige Krise wie im Corona-Jahr 2020 erlebt.

Hublot-CEO Ricardo Guadalupe, Biver’s Nachfolger respektive Alter Ego, ist überrascht über die Entwicklung von Hublot

Am 18. März traf Hublot die Entscheidung, die Fabrik komplett zu schließen. „Ich bin seit über 30 Jahren in der Uhrenindustrie und hätte nie gedacht, einmal diesen Entscheid fällen zu müssen.“

„Ich bin seit über 30 Jahren in der Uhrenindustrie und hätte nie gedacht, einmal diesen Entscheid fällen zu müssen.“

Hublot-CEO Ricardo Guadalupe

Mitte April begann die Öffnung, „vor allem um jene Uhren zu produzieren, die in den wenigen noch offenen Märkten nachgefragt waren. Im Mai waren wir bei etwa 30 Prozent der normalen Produktion, heute sind wir bei rund 50 Prozent.“

Guadalupe hofft, das bis Juli die Produktion auf 70 bis 75 Prozent hochgefahren werden kann, aber: „Wir werden dieses Jahr den Umsatz nicht halten können, denn drei wirklich schwache Monate lassen sich nicht einfach so aufholen.“

Bezüglich der geplanten Neuheiten für 2020 wird etwa einen Viertel der Lancierungen verschoben.

Im April waren 80 Prozent der 804 PoS von Hublot geschlossen, heute liegt die Nachfrage bei 50 bis 60 Prozent. „Diese können wir mit der derzeitigen Produktion bedienen, zumal wir ja auch noch Vorräte hatten“, so der CEO, der auf eine Normalisierung im vierten Quartal setzt, wohl wissend, dass das Touristengeschäft, welches 30 bis 40 Prozent es Hublot-Umsatzes ausmacht, so schnell nicht wieder auf Vor-Corona-Niveau kommen wird.

“Wenn sich nun alles schrittweise normalisiert, werden wir wahrscheinlich 10 bis 20 Prozent unter Vorjahr abschliessen. Aber wenn das Virus zurückkehrt, haben wir wirklich ein Problem. Das Geschäft mit den Touristen wird zudem höchstens zu 80 Prozent zurückkommen.“

sagte Ricardo Guadalupe zur NZZ

Schätzungen der Bank Vontobel zufolge machte Hublot in 2019 einen Umsatz von rund 660 Millionen CHF und gehört damit zu den Top Ten der umsatzstärksten Uhrenmarken der Schweiz. Hublot selbst macht keine Angaben zum Umsatz.

Guadalupe übernahm 2012 die Position des CEO der LVMH-Marke, damals betrug der geschätzte Umsatz 340 Millionen CHF und hat sich damit unter seiner Führung fast verdoppelt. Damit liegt Hublot nun im Vonotbel-Ranking der größten Schweizer Uhrenmarken in 2019 unter anderem vor Swatch, Breguet, Chopard, Rado, Piaget, Vacheron Constantin und Jaeger-LeCoultre.

Bezüglich der Uhrenmessen, die in diesem Jahr praktisch alle ausgefallen sind äußerte sich der Hublot-CEO so: „Im kommenden Jahr werden wir wahrscheinlich im Sinne einer Übergangslösung unsere eigene Show in Genf machen, ebenfalls parallel zur Watches & Wonders im April. 2022 wird es dann hoffentlich eine ‚Geneva Fair‘ geben mit allen großen Marken.“

„Im kommenden Jahr werden wir wahrscheinlich im Sinne einer Übergangslösung unsere eigene Show in Genf machen, ebenfalls parallel zur Watches & Wonders im April. 2022 wird es dann hoffentlich eine ‚Geneva Fair‘ geben mit allen großen Marken.“

Hublot-CEO Ricardo Guadalupe

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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