Samstag , 31 Oktober 2020
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URWERK präsentiert die UR-220 Codename «Falcon Project»

Wenige Monate nachdem URWERK die UR-210 «Final Edition» in ihre Umlaufbahn katapultierte, erweitert die unabhängige Uhrenmarke nun die 200er-Modellreihe um die UR-220 «Falcon Project». Mit dem Handaufzug sowie dem auf der Rückseite befindlichen Control Board knüpft URWERK wieder an die für die Anfangszeit der Marke typischen uhrmacherischen Merkmale wie insbesondere die herausragende Oil-Change-Anzeige an und überzeugt wie eh und je mit atemberaubender Ästhetik. Die UR-220 ist ergonomischer, flacher und flinker denn je!

UR-210 versus UR-220: Auf den ersten Blick könnte man sie verwechseln. Nur auf den ersten? Ja, denn alles ist anders. Die UR-220 übernimmt zwar die Codes ihrer Vorgängerin, wurde jedoch von Kopf bis Fuss neu durchdacht, designt und überarbeitet. Hier ein Familienporträt.

Kontrollinstrumente

Einmal ist keinmal … fangen wir ausnahmsweise mit der Rückseite der Uhr an. Diese zeugt bei der UR-220 mit ihrer Oil-Change-Anzeige – einem der unverkennbarsten Wahrzeichen des Uhrmacherstils von URWERK – am besten von der Weiterentwicklung der 200er-Modellreihe. Die Marke besinnt sich auf eine ihrer Jugendlieben und bestückt dieses Modell erstmals seit Jahren wieder mit einer Anzeige für die Betriebszeit des Werks. Diese einzigartige Information, die lange Zeit Modelle wie die UR-110 bereicherte, wurde ebenfalls grundüberholt.

Bei der UR-220 wird die Funktion Oil Change digital dargestellt, wobei die als Masseinheit geltenden Monate auf zwei nebeneinanderliegenden Walzen angegeben werden. Der Träger der Uhr aktiviert den Zähler. Dafür muss er den Schutzstift entfernen und den Drücker auf der Rückseite der UR-220 betätigen. Von diesem Moment an läuft der Zähler und gibt die Betriebsdauer des Werks in Monaten an. Nach 39 Monaten, d.h. drei Jahren und drei Monaten, wird eine Wartung empfohlen. Dabei wird der Zähler auf null gestellt und der Stift von den URWERK-Teams ersetzt. «Der digitale Zähler könnte einfach eine Aneinanderreihung von Einheiten oder eine rein pragmatische Messung sein. In diesem Fall zeugt er jedoch von Verbundenheit, denn die Oil-Change–Anzeige zählt die Stunden, die die UR-220 an Ihrem Handgelenk verbracht hat, und die Energie, die Sie ihr durch Ihr gewissenhaftes Aufziehen übertragen haben», erklärt URWERK-Mitbegründer Felix Baumgartner.

Die unerträgliche Leichtigkeit der Karbonfaser

Die UR-220 ist die erste URWERK aus Karbonfasern, denn bisher hatte sich die Marke noch nie mit diesem Hightech-Werkstoff auseinandergesetzt. Ergebnis: ein ultraleichtes und hyperrobustes Gehäuse, das 81 hauchdünnen, in ein besonders hartes Polymer-Expoxidharz gepressten Schichten hoch widerstandsfähiger Karbonfasern des Typs CTP 150 Gramm besteht. Die Karbonstruktur verleiht der UR-220 eine absolut unverkennbare, regelmässige und doch elegante Oberflächenprägung, welche die Wölbung des Gehäuses optisch noch unterstützt. «Ich wollte für die Ästhetik eine möglichst zarte Struktur, die sich über das gesamte Gehäuse der UR-220 erstreckt. Wir brauchten deshalb spezielle Karbonfasern mit nicht nur parallelen, sondern möglichst auch besonders dünnen Schichten. Das konzentrische Design auf der Oberfläche der UR-220 ist das Ergebnis dieser Wahl. Die Karbonfaserschichten betonen die Krümmung des Saphirglases dieses Modells. Die UR-220 ist eine herrliche technische und ästhetische Herausforderung», erklärt URWERK-Mitbegründer Martin Frei.

Auf dem Karussell

Von ihrer Vorgängerin übernahm die UR-220 die von URWERK patentierte Satellitenkomplikation. Die vagabundierenden Stunden werden auf drei sich drehenden Würfeln angezeigt, die nacheinander in einen skelettierten Minutenzeiger greifen. Gemeinsam wandern sie in einem 120-Grad-Bogen entlang der Minutenstellung, bis der Zeiger zur vollen Stunde mit einem grossen Sprung wieder zur Null zurückspringt, um den nächsten Würfel abzuholen. Dieser Mechanismus ist und bleibt die beeindruckendste retrograde Minutenanzeige, die es für Armbanduhren je gab. Für noch mehr Kraft und Schnelligkeit wurden alle Flächen des Minutenzeigers skelettiert.

Auf dem Zifferblatt wird die Gangreserve auf zwei Nebenzifferblättern angezeigt. Sie kann an diesen zwei 24-Stunden-Anzeigen abgelesen werden. Beim Aufziehen gibt die rechte Anzeige zuerst Auskunft darüber, wie weit die Feder des Federhauses aufgezogen ist. Sobald diese Anzeige das Maximum erreicht hat, übernimmt die linke Anzeige. Dass allein diese auf zwei Anzeigen aufgeteilte Gangreserve schon aus 83 Teilen besteht, beweist, wie komplex ihre Entwicklung war.

Neuartiges Armband

Das Armband der UR-220 ist ebenfalls eine Sensation, da es sich um das erste von URWERK entwickelte Kautschukarmband handelt. Deshalb musste es zwangsläufig herausragend werden, und das ist auch gelungen: Dieses Kautschukarmband wird mit dem Vulcarboné©-Verfahren vulkanisiert und erhält dabei seine Struktur und Form. Anschliessend wird es von Hand vernäht und vollendet. Auf Ergonomie und Komfort wurde dabei genauso viel Wert gelegt wie auf Ästhetik und Robustheit. Dieser Vulcarboné©-Kautschuk fühlt sich an wie Samt. Überzeugen Sie sich selbst! Er ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung und basiert auf der Nutzung bahnbrechender neuer Nano-Texturierungstechniken.

Liebe zum Detail

Da kein einziges Detail ausser Acht gelassen wurde, überdachte Martin Frei selbstverständlich auch die Typographie der Indexe der UR-220. Die Umrisse der wie immer URWERK-neongrünen Stunden- und Minutenziffern sind schärfer als je zuvor und würden Designer von Videospielen und Science-Fiction-Filmen wohl vor Neid erblassen lassen.

URWERK UR-220 «Falcon Project»

Version in Karbonfaser

Werk

Kaliber:               UR-7.20, von URWERK entwickelt

Aufzug:               Handaufzug

Hemmung:        Schweizer Ankerhemmung

Frequenz:           28 800 Halbschwingungen pro Stunde, 4 Hz

Spirale:               Flach

Energiequelle:  1 Federhaus

Lagersteine:       59

Gangreserve:     48 Stunden

Werkstoffe:       Platine in ARCAP P40, dreidimensionaler Minutenzeiger in
Aluminium mit Gegengewicht in Bronze, zentrale Stahl-
feder, Stundensatelliten in Aluminium, zentrales Karussell
und Schrauben in Titan Grad 5.

Verarbeitung: Gangreservebrücke und Modul schwarz perliert. Gangreserveanzeige schwarz und mikrokugelgestrahlt. Satelliten vertikal satiniert, Abschrägungen poliert. Karussell und Karussellkäfig fein sandgestrahlt und kreisförmig satiniert sowie schwarz rhodiniert. Satellitennocke fein sandgestrahlt und kreisförmig satiniert.

Super-LumiNova-Beschichtung: weiss mit blauer Nachtleuchtfarbe für Gangreserveanzeigen, grün mit grüner Nachtleuchtfarbe für Stunden- und Minutenindexe, rot mit grüner Nachtleuchtfarbe für 60er-Index und Gangreserveende

Polierte Schrauben.

Anzeigen            Vagabundierende Stunden auf Satellitenkomplikation (URWERK-Patent), Minuten auf retrogradem, dreidimensionalem Zeiger, doppelte Gangreserveanzeige.

Betriebsdaueranzeige (Oil Change) vor Wartung auf zwei Walzen auf der Rückseite.

Gehäuse

Werkstoff:         CTP-Karbonfaser (Carbone Thin Ply)

Abmessungen: Breite 43,8 mm, Länge: 53,6 mm, Höhe: 14,8 mm

Glas:     Durchsichtiger Saphirkristall

Boden: Titan mit schwarzer DLC-Beschichtung und Saphirgläser

Wasserdichtigkeit:         Drückgeprüft bis 30 m / 3 atm

Vollendungen: Krone mikrokugel- und sandgestrahlt sowie mattiert, DLC schwarz, Kronenschutz sandgestrahlt DLC schwarz, Gehäusemittelteil aus glatter matter Karbonfaser

Rückseite: Boden sandgestrahlt, DLC schwarz

Schutzstift: satiniert mit sandgestrahlter Gravur, Stiftspitze poliert

Saphirgläser geschwärzt

Schrauben poliert.

Armband:          Vulcarboné©-Kautschuk, Referenz «Kiska» mit schwarzer DLC-Schliesse, selbstklebendes Velcro©

Preis     CHF 145 000.00 (Preis in Schweizer Franken, vor Steuern)

KOMMENTAR

Ich bin kein Freund dieser Uhren, denn ich bin Traditionalist. Die Uhren von Urwerk wirken auf mich wie virtuelle Zeitinstrumente von einem anderen Stern.

Dies ist eine kalkulierte Strategie der Genfer Manufaktur, die 1995 durch das Zusammentreffen der Uhrmacher, Felix Baumgartner mit dem Künstler und Designer Martin Frey entstand. Basierend auf einer resolut futuristischen Ästhetik zeichnen sich die Kreationen von Urwerk durch die aussergewöhnlich originelle Zeitanzeige mit ihrem Konzept der Satelliten aus. Eine Mechanik, die sich in den Kollektionen wiederfindet, und weitere, bis dato unbekannte Funktionen wie das Control Board, die Ölwechselanzeige oder der an die Aufzugskraft angepasste Turbinenantrieb. Urwerk erforscht permanent neue Bereiche uhrmacherischer Ausdruckskraft, wie die CC1 mit ihrer linearen Zeitanzeige beweist.

Urwerk, die Uhrenmarke ohnegleichen, betreibt ihre eigenen Projekte, die ebenfalls in keine Schublade passen. Das sind die Projets Spéciaux – die besonderen Projekte. Das sind Uhren wie etwa die UR-CC1, die die Zeitanzeige, die Physiognomie des Gehäuses oder auch die Konzeption eines Kalibers neu denken. Das Ergebnis sind avantgardistische Zeitmesser, die Sammler begeistern. Obwohl ich hierbei grosse Bedenken habe, denn für CHF 145 000.00 (Preis in Schweizer Franken, vor Steuern) erhalte ich eine Patek Philippe, die innert kürzester Zeit den bis zu fünffachen Marktwerk generiert. Eine Uhr der Marke Urwerk wird gemäss meinen Informationen lediglich ein Zehntel des Kaufpreises lösen, also ist Urwerk eine „tragbare“ Investition, sprich du hast Freude und verlierst aber Dein Geld.

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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