Freitag , 15 Januar 2021
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Rolex Engpässe schaffen ein Vakuum weltweit

Während des Lockdowns im Frühjahr vergangenen Jahres musst Rolex die Fertigung für etwa 60 Produktionstage schließen. Und auch nach der Wiedereröffnung konnte die Produktion aufgrund der strengen Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen nicht sofort voll wieder hochgefahren werden.

Man kann davon ausgehen, dass Rolex 2020 pandemiebedingt rund ein Viertel weniger Uhren als geplant hergestellt hat, das sind etwa 250.000 Zeitmesser weniger als in den Vorjahren. Eine weitere Konsequenz der Pandemie und des vorübergehenden Produktionsstopss war die Verschiebung der Neuheitenlancierung vom März in den September 2020.

Die Auswirkungen spüren die autorisierten Händler heute. Mit der Bitte um Anonymität berichteten offizielle Rolex-Händler, dass die Lieferengpässe noch nie so groß gewesen wären. Insbesondere bei den begehrten Edelstahl Modelle gibt es Engpässe bei der Verfügbarkeit, dies ist jedoch nichts Neues. Jedoch durch Corona hat sich die Situation verschärft.

Obwohl die Rolex-Einzelhändler im zweiten Quartal ebenfalls zur Schließung gezwungen waren, nahmen sie weiterhin Bestellungen ihrer Kunden entgegen und die Verkäufe beziehungsweise die Nachfragen explodierten bei der Wiedereröffnung geradezu und überstiegen die Lagerbestände der Juweliere mehr denn je. Und Rolex war nicht in der Lage, wie in normalen Jahr zu liefern.

„Ich habe nichts in den Schränken“, teilte ein Rolex-Händler TICK-TALK mit. „Und wir wissen nicht, wann die ersten Lieferungen in diesem Jahr sein werden.“

Auf die Frage, ob der Vertrieb Uhren auf asiatische Märkte verlagere, in denen der Handel fast wieder normal geöffnet ist, hieß es, dass man das Versorgungsproblem für global halte.


SUMMARY

Für begehrte Rolex-Stahl-Sport-Uhrenmodelle waren die Wartelisten von jeher lang, doch nun könnte das Angebot noch knapper werden. In früheren Jahren entstanden Wartelisten tatsächlich durch produktionsbedingte Verzögerungen. Heute kontrollieren die Hersteller ihre Produktionszahlen sehr genau und beschränken insbesondere sehr gefragte Modelle im Sinne der Exklusivität. Davon profitieren durchaus auch Sie als Käufer, denn je weniger Uhren es im Markt gibt, desto wertvoller ist jedes einzelne Modell und umso höher steigt dessen Wiederverkaufswert.

Wegen des Coronavirus wurden nun einige Werkstätten für Luxusuhren vorübergehend geschlossen, was bei den Konzessionären nicht nur zu längeren Wartelisten für besonders begehrte Modelle, sondern teilweise sogar zu Aufnahmestopps für aktuelle Anfragen führt. Die begehrten Rolex Modelle wie Batman, Pepsi, Submariner, Hulk, Daytonas, etc. – die auf jeder “Bucketlist” stehen – sind schwer erhältlich, hier dürfte mittel-und langfristig ein Vakuum entstehen. Die Wiederverkaufspreise werden steigen, da die Nachfrage grosser ist, als das Angebot. Davon profitieren die Anbieter und online Plattformen von „certified pre owned watches“.

Das wird eingefleischte Rolex Liebhaber verägern, viele werden frustriert zu Patek Nautilus und zu Audemars Piguet Royal Oak wechseln, dort ist jedoch diesselbe Situation. Die Nachfrage ist grösser als die sich im Umlauf produzierten Uhren.

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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