Donnerstag , 22 April 2021
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Swatch und Omega stellen Projekte fuer Neubauten in Biel vor. Nick Hayek, CEO Swatch und Nayla Hayek. © Adrian Moser

Plündert der Swatch-Group Chef Nick Hayek und VRP-Nayla Hayek die Staatskasse um selbst gut dazustehen?

Staat bezahlt Löhne, Hayeks kassieren Millionen. Der Uhrenkonzern hat vom Bund 240 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigung erhalten. Den Aktionären winken trotzdem 181 Millionen an Dividenden.

Der verstorbene Dr. Nicolas G. Hayek würde sich im Grabe umdrehen, was seine Kinder mit der Swatch Group machen

2020 war ein rabenschwarzes Jahr für die Swatch Group. Der Umsatz schrumpfte um mehr als 30 Prozent auf 5,6 Milliarden Franken. Es resultierte ein Verlust von 53 Millionen Franken. Diesem Aderlass zum Trotz: Der Verwaltungsrat, präsidiert von Nayla Hayek, will den Aktionären 181 Millionen Franken an Dividenden ausschütten. 43 Millionen Franken davon sind für die Familie Hayek bestimmt. Dass nun trotzdem Dividenden in Millionenhöhe ausgeschüttet werden sollen, findet das Unternehmen nicht stossend: «Kurzarbeitsentschädigung ist in der Schweiz keine Subvention des Staates, sondern eine offizielle Versicherung», so die Medienstelle.

2020 war ein rabenschwarzes Jahr für die Swatch Group. Die Pandemie setzte dem Uhrenkonzern massiv zu: Der Umsatz schrumpfte um mehr als 30 Prozent auf 5,6 Milliarden Franken. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 53 Millionen Franken.

Beim Geld sind Sie sich immer einig, wenn es um die eigene Tasche geht

Diesem Aderlass zum Trotz: Der Verwaltungsrat, präsidiert von Nayla Hayek, will den Aktionären 181 Millionen Franken an Dividenden ausschütten. 43 Millionen Franken davon sind für die Familie Hayek bestimmt 

Das Vorhaben muss am 11. Mai noch von der Generalversammlung ­abgesegnet werden. Angesichts der Tatsache, dass das Unternehmen von den Hayeks kontrolliert wird, dürfte das aber Formsache sein.

Teil der Belegschaft noch immer in Kurzarbeit

So weit, so gut. Die erfahrene Unternehmerfamilie dürfte selbst am besten wissen, wie viel Liquiditätsabfluss der Konzern verkraften kann.

Pikant ist aber: Die Swatch Group hat im vergangenen Jahr im grossen Stil Kurzarbeitsentschädigung beansprucht. Von den 17’000 Mitarbeitenden in der Schweiz erhielten zeitweise rund 12’000 ihren Lohn von der staat­lichen Arbeitslosenversicherung. Ein Teil der Belegschaft steckt noch immer in Kurzarbeit.

Auf Anfrage von SonntagsBlick teilt die Swatch Group mit: Ins­gesamt habe der Konzern im Jahr 2020 vom Bund rund 240 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigung erhalten.

Geld komme nicht vom Steuerzahler

Dass nun trotzdem Dividenden in Millionenhöhe ausgeschüttet werden sollen, findet das Unternehmen nicht stossend: «Kurzarbeitsentschädigung ist in der Schweiz keine Subvention des Staates, sondern eine offizielle Versicherung», so die Medienstelle.

Die Swatch Group habe in den letzten Jahren 400 Millionen Schweizer Franken in die Arbeitslosenkasse einbezahlt. Das Geld komme demnach nicht vom Steuerzahler.

Des Weiteren hätten die Mitarbeiter durch die Kurzarbeit keine Einbussen erlitten: «Die Swatch Group übernahm die 20 Prozent, die nicht vom Staat abgedeckt wurden.» Somit sei eine 100-Prozent-Lohnzahlung an die Mitarbeitenden sichergestellt worden.

Swatch macht auf Grün

Abschliessend hält die Medienstelle fest, dass der Vorschlag ­einer Dividendenausschüttung ein Zeichen des Vertrauens in das Unternehmen, in den Werkplatz Schweiz und in die Zukunft sein sollte. «Dieses positive Signal wurde aber anscheinend von einigen wenigen nicht richtig verstanden.»

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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