Montag , 17 Mai 2021
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Louis Erard entdeckt die Kunst der Guillochierung

Manuel Emch, der mit Jahresbeginn 2021 die Marke Louis Erard übernommen hat, bringt frischen Wind in die Marke Louis Erard. Seine Sichtweise der Dinge schlägt sich in der neuen Kollektion nieder. Er sucht Nischen und besetzt sie flugs mit Louis Erard. Ein up-grade, der sich jedoch nicht in einem hohen Preis rechtfertigt.

Louis Erard setzt seine Reise durch die Kunsthandwerke fort. Vor einiger Zeit gab es die limitierte Auflage der Excellence Émail Grand Feu, nun kommt die Excellence Guilloché Main, wieder in einer limitierten Auflage und mit wieder demselben modernen Blick auf die Tradition der Kunsthandwerke und des Handwerks. Jedes Zifferblatt wird einzeln von Hand gefertigt, mit sorgsam ausgearbeiteten Details, wie man sie normalerweise nur bei Uhren der absoluten Spitzenklasse findet.

Das Schachbrettmuster in 3D täuscht das Auge wie ein Trompe-l‘Œil. Ein einzigartiges Motiv für diese Art der Verarbeitung, das in gewisser Weise mit den Regeln des handguillochierten Zifferblattes bricht. Es wirkt wie die moderne Interpretation des Marmorbodens eines Palastes der Hochrenaissance in Venedig, kombiniert mit einer Radierung von M.C. Escher.

Die Zifferblätter werden einzeln von Hand guillochiert, einer Technik, die nur bei tradierten highend Uhren im obersten Preis-Level angewandt wird. Dies ist eines der traditionsreichsten Kunsthandwerke, die es gibt, und eines der wenigen, die die gesamte Geschichte der Uhrmacherei begleitet haben und heute noch existieren. Eigentlich das Handwerk eines Goldschmiedes, bei dem jede Handbewegung zählt, bei dem jede Handbewegung das Ergebnis unzähliger Arbeits- und Übungsstunden ist, und für den das fertige Zifferblatt nur einen Zwischenschritt darstellt. Wie bei einem Pianisten, dessen Konzerte sich in ein Leben aus Proben und Tonleitern einfügen.

Louis Erard setzt so seinen Weg durch die Kunsthandwerke fort. Die Guillochierung von Hand ist ein neuer Meilenstein, nach dem Grand-Feu-Email und vor anderen Kunsthandwerken, die noch folgen werden. Immer auf die gleiche Weise geht es darum, die Exklusivität des traditionellen Savoir-faire erschwinglich zu machen. Es geht sogar um mehr, denn dadurch, dass diese Kunsthandwerke erschwinglich gemacht werden, trägt Louis Erard zum Fortbestand dieser Handwerke bei, deren Überleben von Luxusartikeln abhängt und sehr unsicher ist.

Die Fertigstellung eines einzigen Zifferblatts der Excellence Guilloché Main erfordert mehrere Stunden Arbeit. Die Zifferblätter werden beim Zifferblatthersteller Fehr in La Chaux-de-Fonds gefertigt, der seine eigene Guillochier-Werkstätte wie einen Schatz pflegt und wo jedes der Zifferblätter einzeln mit unendlicher Geduld von immer der gleichen Handwerkerin hergestellt wird.

Die Guillochierung erfolgt auf einer handbetriebenen Guillochier-Drehbank. Die hundert Jahre alte Maschine besteht aus Nockenscheiben, Abtaststiften, Handkurbeln und Sticheln. Eine ganze Mechanik, die völlig ohne digitale Technik und Automatisierung auskommt. Hier geschieht alles auf Augenmaß und von Hand. Um ein regelmäßiges, lebendiges und harmonisches Muster zu erschaffen, muss sich die Handwerkerin auf ihre Geschicklichkeit verlassen. Die Anforderungen sind extrem: Nur eine kleine Abweichung beim Druck, der auf den Stichel ausgeübt wird, eine einzige durchbrochene Linie und sie muss noch einmal ganz von vorne beginnen.

Bei diesem geometrischen Muster scheint es nicht mit rechten Dingen zu zu gehen. Es täuscht das Auge, indem es eine perfekte Fläche als dreidimensionalen Raum erscheinen lässt. Die Wirkung wird verstärkt durch den schwarzen Lack, mit dem das Zifferblatt vor der Guillochierung überzogen wird, und die abschließende Rhodinierung, die dem durch den Stichel entblößten Messing wieder eine silberne Patina verleiht.

Damit sind wir meilenweit entfernt von den üblichen Praktiken in dem Preissegment, in dem sich Louis Erard bewegt, wo man sich meist damit begnügt, ein Muster, das die traditionelle Guillochierung imitiert, aufzuprägen. Um jedoch zu einem Ergebnis wie der Excellence Guilloché Main zu kommen, gibt es nur einen Weg: die Berücksichtigung der Tradition und des Kunsthandwerks.

In diesem Modell in limitierter Auflage von 99 Stück, vereint Louis Erard wie üblich Tradition und moderne Uhrmacherei. Das Gehäuse: modern, aus poliertem Stahl gezogen, 42 mm, 50 Meter wasserdicht mit charakteristischer Krone mit Tannen-Dekor.

Das Armband: schwarzes Nubuk-Kalbsleder und Dornschließe. Das Uhrwerk: Automatik-Uhrwerk Sellita SW261-1 mit Stundenund Minutenfunktion, sichtbar durch den transparenten Gehäuseboden. Das Zifferblatt: Hand-Guillochierung und charakteristische Zeiger in Tannenform aus gebläutem Stahl.

Und schließlich der schockierende Preis: weniger als 4000 Franken. Um es noch einmal zu sagen: Dies ist für diese Art der Verarbeitung und auf diesem Niveau der Exklusivität völlig einmalig. Damit stellt sich Louis Erard der Herausforderung, zu zeigen, was echte Uhrmacherkunst ist. Weitere Kunsthandwerke werden folgen.

Technische Beschreibung
„Excellence Guilloché Main“
Art. Nr. 66237AA52″

Limitierte Auflage von 99 Stück
Empfohlener Verkaufspreis: CHF 3’900.—
Uhrwerk Automatik, Kaliber Sellita SW261-1, 2 Zeiger, 11½’’’, Ø 25,60 mm, Höhe: 5,60 mm, 31 Steine, 28.800 Halbschwingungen/Stunde (4Hz), Uhrwerk der Qualitätsstufe „élaboré“, speziell durchbrochene Schwungmasse mit LouisErard-Symbol, ca. 38 Stunden Gangreserve

Funktionen Stunden, Minuten, Zentrale Stunden- und Minutenzeiger

Gehäuse Polierter Edelstahl, Ø 42 mm, Ansatzbreite: 22 mm, Horn zu Horn: 49,60 mm, Höhe: 12,25 mm, 3 Teile, beidseitig entspiegeltes, bombiertes Saphirglas, Louis-Erard-Logo in Schwarz unter dem Glas, Uhrwerk durch den transparenten Gehäuseboden sichtbar, wasserdicht bis zu einem Druck von 5 Bar (50 m / 165 ft), Krone mit Tannen-Signatur, Gravur „Limited Edition 1 of 99“ auf dem Gehäuseboden

Zifferblatt Matter, schwarzer Lack, auf traditionelle Weise von Hand guillochiertes Schachbrettmuster, gefertigt vom Unternehmen Fehr&Cie SA (La Chaux-de-Fonds, Schweiz), rhodiniert, Stunden- und Minutenmarkierungen sowie Aufschrift “Swiss Guilloché Main” in pulverisierter Silberfarbe

Zeiger Zeiger in charakteristischer Tannenform aus gebläutem Stahl

Armband Schwarzes Nubuk-Kalbsleder mit farblich abgestimmten Nähten, Dornschließe aus poliertem Edelstahl, WechselFederachsen, um ein schnelles Austauschen des Armbands zu ermöglichen

Dimensionen: Breite 22/20 mm, Länge 80/115 mm

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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