Mittwoch , 8 Dezember 2021
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Muss sich Cartier neu erfinden?

Der Druck von Schmuck-Mitwettbewerber wie zum Beispiel Harry Winston (Swatch Group), Tiffany & Co., Bvlgari (beide LVMH), Boucheron, Gucci (beide Kering), wird immer grösser und setzt die Richemont Gruppe (Cartier) unter Druck. Die Kollektion “Sixiémesens par Cartier” (siebter Sinn) zeigt eine neue untypische Formensprache für das konservative Haus Cartier. Anstatt eine starke Revolution wird eine schwache Evolution abgeliefert. Mit der Evolution kam auch die Persische Schauspielerin und Freundin Golshifteh Farahani bei Cartier an Bord.

Eine stilisierte Großkatze, organische Texturen und kaleidoskopische Lichtblitze – elektrisierende, schillernde Nuancen und satte Farben erinnern an den Geschmack reifer Früchte und den Duft exotischer Paradiese. Mit Trompe-l’œil-Techniken, grafischen Spielereien, optischen Effekten und fantasieanregenden Anspielungen verfremden die funkelnden Kreationen die Wirklichkeit, heben sich ab von den Gesetzen der Schwerkraft. Die Schmuckstücke scheinen auf der Haut zu vibrieren und vom Licht zum Leben erweckt zu werden. Eine Kollektion, die uns in eine Welt entführt, wo unsere Wahrnehmungen verwirrt und dadurch alle Sinne geschärft und stimuliert werden. Inklusive des sechsten Sinns, diesem Strudel der Gefühle, der direkt ins Herz trifft.

PHAAN RING

Wie lässt sich die Schönheit eines Rubins mit 8,20 Karat noch steigern, wie etwas noch mehr verfeinern, das schon außergewöhnlich ist? Dieser Ring ist in Etagen aufgebaut: Genau unter dem obersten Rubin liegt ein Diamant im Rosenschliff mit 4,01 Karat verborgen. Er intensiviert das leuchtende Rot des Edelsteins, indem er das durch ihn einfallende Licht reflektiert.

Teil dieses Designs sind rundherum angeordnete dreieckige Diamanten – im Wechsel mit Rubinkugeln. Sie betonen nicht nur den luftigen Charakter des Rings, sondern lenken auch optimal das Licht auf den zentralen Diamanten, der den Rubin von unten erstrahlen lässt.

Dank ihrer unsichtbaren Fassung kommen die kontrastierenden Schliffe und Farben der Edelsteine besonders gut zur Geltung.

MERIDE COLLIER

In der Reinheit dieses Designs liegt zugleich seine Stärke. Die Edelsteine scheinen sich endlos zu vervielfältigen. Das durch unterschiedliche Höhen jedes einzelnen Elements erzielte Relief verstärkt den optischen Effekt noch. Ein luxuriöses Mosaik, das uns durch seine Rhythmik und Bewegung die räumliche und zeitliche Orientierung verlieren lässt. Aber das Verwirrspiel betrifft nicht nur die Perspektiven, sondern auch die Materialien und Lichtreflexe von hochglänzend poliertem Metall bis zu grafisch wirkendem Onyx.

Auch hier haben die Cartier Juweliere besonderes Augenmerk auf die Rückseite des Schmuckstücks gelegt, die das exakte Spiegelbild der Vorderseite offenbart.

PIXELAGE COLLIER

Dieses Collier ruft den legendären Panther ins Gedächtnis, indem es das Fleckenmotiv seines Fells und seine Symbolkraft als Wappentier der Maison aufgreift.

Die stilisierte Fellzeichnung der Raubkatze gehört bereits seit 1914 zur kreativen Tierwelt von Cartier. Hier wird dieses Design wieder aufgegriffen: Die Motive erinnern an die Flecken des Panthers. Die dunkle Maserung wird in poliertem Onyx dargestellt, der dicke Pelz aus weißen, gelben und orangefarbenen Diamanten. Akzentuiert wird die Gesamtkomposition durch drei faszinierende goldbraune Topase mit insgesamt 27,34 Karat. Dank der dreidimensionalen Gestaltung mit beweglichen Seitenteilen bleiben die vertikale Geometrie und die Flexibilität des Colliers erhalten.

Das Schmuckstück schmiegt sich der Haut an und folgt jeder Bewegung – ein Hinweis auf die geschmeidigen Bewegungen der legendären Raubkatze.

PARHELIA RING

Sein zentraler, intensiv blauer Saphir-Cabochon mit 21,51 Karat scheint von innen heraus zu leuchten. Beidseitig rahmen ihn mehrere Bögen aus Diamanten und Buff-Topped-Smaragden ein, die das Licht reflektieren und sich auffächern wie konzentrische Kreise auf der Oberfläche eines Sees. Bei diesem Drei-Finger-Ring verstärkt das Schattenspiel des schwarzen Lacks den Eindruck der Bewegung. Er entsteht, wenn seine leicht flexiblen Außenränder auf Druck reagieren.

Die ultimative Raffinesse: Das Motiv lässt sich abnehmen und auch als Brosche tragen. Die von Louis Cartier Anfang des 20. Jahrhunderts unter dem Namen „Pfauen-Motiv“ eingeführte Kombination von Saphiren und Smaragden ist heute fest in der charakteristischen Farbpalette der Maison etabliert.

ALAXOA COLLIER

Ein Collier von faszinierender Struktur und chromatischer Intensität, das auf einem hohen Anspruch an außergewöhnliches Savoir-faire und präziser Sorgfalt basiert.

Nachdem die Cartier Juweliere die Smaragde zunächst nach Farbe und Durchmesser ausgewählt hatten, achteten sie auch auf ihre Symmetrie und Harmonie, um ihren jeweils optimalen Platz in der Gesamtkomposition zu finden.

Anschließend wurde das Schmuckstück mithilfe der anspruchsvollen Fädeltechnik montiert, die zum traditionellen Savoir-faire der Maison gehört. Dabei werden die Edelsteine auf Draht aufgefädelt, um damit Stränge und Fransen zu bilden. Die einzelnen Stränge werden schließlich durch winzige Metallbrücken verbunden, die sie aufgefächert am Platz halten, ohne die Beweglichkeit der Fransen zu beeinträchtigen.

DIE SO BEFESTIGTEN SMARAGDE FALLEN IN PERFEKTEN, GESCHMEIDIGEN KASKADEN, DIE AN LEBENDIGE MATERIE DENKEN LASSEN. HIER UND DA EINGESTREUTE DIAMANTEN BLITZEN BEI JEDER BEWEGUNG FLÜCHTIG AUF.

SHARKARA COLLIER

Dieses Collier spielt mit Variationen der Farbwelt Rosa: Turmaline und farbige Saphire in ähnlichen Farbschattierungen werden von Granaten in leuchtendem Orange und strahlenden Diamanten akzentuiert.

Mit seiner Balance aus geraden Linien und Rundungen unterstreicht das Design die opulente Formgestalt des Schmuckstücks. Sie erinnert an eine Rebe voller köstlicher Beeren. Die Erarbeitung einer solchen Farbpalette verlangt höchste gemmologische Expertise, angefangen bei den kaum sichtbaren Fassungen der Turmaline über die sorgfältige Ausarbeitung kleinster Details bis zur wieder aufgenommenen Rundform bei den Granaten. Es zeugt vom außergewöhnlichen Savoir-faire in den Cartier Ateliers.

CORUSCANT COLLIER

Ein funkelnder Beweis für die Anziehungskraft von Diamanten, die sich bei diesem Collier in gleich sechs verschiedenen Schliffen präsentieren: Kite-, Achteck-, Triangel-, Baguette- und Brillantschliff. Jeder von ihnen ist in den Kategorien D IF oder E IF zertifiziert und reflektiert das Licht in einem anderen, einzigartigen Winkel.

Die streng geometrische Kreation wird vor allem durch ihr durchgängig strukturierendes Linienspiel geprägt. Dabei ziehen drei Diamanten alle Blicke auf sich – ein Diamant im Kiteschliff mit 3,00 Karat, ein achteckiger Diamant mit 1,62 Karat sowie ein Diamant im Smaragdschliff mit 1,54 Karat. Sie fügen sich eindrucksvoll in das Flechtwerk ein und sind funkelnde Highlights des Colliers. Die Diamanten im Brillantschliff an den Außenseiten scheinen durch die Neigung an den Diamanten im Baguetteschliff herabzuperlen – ein grafischer Effekt, der durch die Wiederholung des Motivs hervorgerufen wird.

DIE VERWENDUNG VERSCHIEDENER EDEL STEINSCHLIFFE IN EINER KOMPOSITION, DIE IHR RHY THMUS VERLEIHT, IST FEST IM KREATIVEN VOKABULAR DER MAISON VERANKERT.

CSR E N G A G E M E N T

Durch den Responsible Jewellery Council (RJC), dessen „Code of Practice“ kürzlich um die Zertifizierung von Farbedelsteinen erweitert wurde, sowie die Coloured Gemstones Working Group unterstützt und fördert Cartier die Entwicklung besserer Geschäftspraktiken in der gesamten Branche.

Über die eigene, streng kontrollierte Einhaltung höchster interner Qualitäts- und Exzellenz-Standards hinaus verlangt die Maison auch von ihren Zulieferern ebenso verantwortungsbewusstes Handeln und ermutigt sie, sich vom RJC zertifizieren zu lassen.

Im Rahmen dieses Verbesserungsprozesses bemüht sich Cartier bei jedem Kauf eines Edelsteins um eine noch genauere Kenntnis der dahinter stehenden Lieferkette.

ALS VERANTWORTUNGSBEWUSSTES UNTERNEHMEN VERPFLICHTET SICH CARTIER ZU EINEM  KONTINUIERLICHEN VERBESSERUNGSPROZESS, DAMIT SICH DER ANSPRUCH AN EXZELLENZ AUCH AUF UNSER ETHISCHES, ÖKOLOGISCHES UND SOZIALES VORGEHEN SOWIE ENGAGEMENT ERSTRECKT

GOLSHIFTEH  FARAHANI, SCHAUSPIELERIN UND FREUNDIN DES HAUSES CARTIER’S, BOTSCHAFTERIN DER HAUTE JOAILLERIE KOLLEKTION SIXIÈME SENS PAR CARTIER

Die in Teheran geborene Golshifteh Farahani ist eine außergewöhnliche Schauspielerin, Sängerin und Musikerin sowie eine engagierte und freiheitsliebende Frau. Sie erweitert gerne ihren künstlerischen Horizont und bewegt sich spielend leicht zwischen Autorenfilmen und internationalen Hollywood Produktionen. Im Laufe ihrer 20-jährigen Karriere hat sie sich nach und nach als unverzichtbare Persönlichkeit in der Welt des Kinos etabliert. Durch ihren Stil und ihre Eleganz haben ihre Auftritte auf dem roten Teppich tiefen Eindruck hinterlassen. Ihre selbstbewusste, facettenreiche Persönlichkeit macht die Schauspielerin zum idealen Gesicht für die Haute Joaillerie von Cartier, die aus vielfältigen Inspirationsquellen verschiedenster Kulturen schöpft.

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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