Dienstag , 28 September 2021
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Meine Favoriten vom pop-up event der reanimierten «Baselworld 2021»

Die Baselworld ist tot, es lebe die Baselworld. Die letzte Baselworld fand vor zwei Jahren statt, es war meine 44te Baselworld. Danach wurde die Baselworld vom MCH Management begraben, die HourUniverse wurde geboren. Die Medien schrieben jedoch die „HorrorUniverse“ tot, danach besann man sich die MCH wieder auf den wertvollen Brand Baselworld, die an den Geneva Watch Day in der „bescheidenen“ Genfer Event Location „iceBergues“ den potentiellen Marken und Medienvertretern vorgestellt wurde. Eine Handvoll Ex-Aussteller hielten der „Neo-Baselworld“ die Treue. Wie wird es jedoch weitergehen, wieviele Aussteller wird die Baselworld 2022 akquirieren können?

Hier meine Favoriten:

CLAUDE MEYLAN

Philippe Belais, Inhaber und CEO von Claude Meylan, dem Spezialisten für Skelettuhren aus dem Vallée de Joux, hält der Baselworld die Treue. «Wir sind seit vielen Jahren an der Baselworld und glauben an das neue Konzept», so Belais.»Die Zeiten ändern sich und wir auch mit der Zeit – genauso ändern sich die Konsumenten, dies ist eine grosse Herausforderung für uns», meint Belais. Als Nischenanbieter sei es für ihn jedoch einfacher, rasch auf Konsumentenbedürfnisse mit neuen Produkten zu antworten. Deshalb sind wir ständig auf der Suche «neue Möglichkeiten, die Zeit anzuzeigen».

Philippe Belais, Inhaber und CEO Claude Meylan

Die Marke Claude Meylan reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, durch Generationen der Familie Meylan, die alle für ihr uhrmacherisches Können bekannt sind. Die Marke betrachtet die Zeitmessung als Kunst, was sich in den gekonnt harmonischen Designs mit skelettierten Displays widerspiegelt.

Angetrieben wird die Motorista mit einem ETA 2512 und hat eine Gangreserve von 42 Stunden

LUDOVIC BALLOUARD

Ich erinnere mich noch gerne an Shenzen, dort hatte ich für die Watch & Clock Fair die Verantwortung für den Swiss Pavillon übernommen. Ludovic war einer der ersten Aussteller, die im Swiss Pavillon eingebucht hatten. Wir hatten gemeinsam sehr viel Spass, vor fünf Jahren. Eine Handvoll Schweizer Aussteller sollte das Image der Messe in China anheben. Mr. Zuh, der Inhaber der Watch & Clock Fair, erwartetet von mir, dass ich ihm die Bluechips der Uhrenindustrie nach Shenzen bringe. Einziges Handicap, auf der Watch & Clock Fair waren mir persönlich zuviele Fakeaussteller, ein Aussteller kopierte das Gehäuse der Nautilus von Patek, ein anderer Aussteller bot die sklavisch herstellen Gläser der Ballon Bleu von Cartier. Zuh sah jedoch nicht ein, dass er diesen Ausstellern, die das Image der Messe beschädigten, kündigen sollten. Somit waren wir geschiedene Geschäftspartner.

Ludovic Ballourd, Namensgeber und kreativer Kopf seiner eigenen Marke

Ludovic im sympathischen Piraten-Look ist ein „Stehauf-Männchen“. Er hatte die Swatch Group auf Vertragsbruch eingeklagt, da Harry Winston bei der Übernahme durch die Swatch Group Ludovic den Vertrag aufkündigte, den er mit Harry Winston geschlossen hatte. Luduvic hatte jedoch alle Teile die er für die Opus XIII von Harry Winston benötigte für die Baselworld 2013 gefertigt, dies war jedoch auch mit einem enormen finanziellen Engagement verbunden.

Er liess sich jedoch nicht in die Knie zwingen und bestand auf Vertragserfüllung. Gleichzeitig wurde seine erste Frau krank und verstarb nach kurzer Zeit. Damit verlor er seine Frau und auch den Kampf gegen Goliath.

Heute ist Ludovic in zweiter Ehe mit einer Italienerin – Flavia – verheiratet und sein Geschäft läuft wieder sehr gut. Auf seine beiden Kreationen „upside down“ und „half time“ kann er sich auch verlassen. Diese „Zugpferde“versucht er zu varieren, farblich auch sonst besteht die Möglichkeit der Personalifizierung.

Auf dem pop-up Event der Baselworld überraschte er mich mit einer grünen Ausführung der „Upside down“. Chapeau Ludovic!

Mein absoluter Favorit in British-Racing-Green Zifferblatt

FURLAN MARRI

Industrie-Designer Andrea Furlan, der 29-jährige Co-Founder und Owner der jungen Marke Furlan Marri, hatte seinen Stand am Pop-up Event der Baselworld im oberen Stock, trotz mangelnder Air-Condition haben mir die Edelstahl Chronographen mit einem Gehäuse-Durchmesser von 38 Millimeter, die im Vintage Stil daherkommen, gut gefallen. Angetrieben werden die Uhren von einem Mechaquartz – mit mechanischer Technik – von Seiko (32’768 hertz). Die Marke wurde per crowdfunding gestartet, die Uhr kostet 320 USD, 3600 Uhren wurden verkauft.

Andrea Furlan, Co-founder und -owner von Furlan Marri

Hamad Al Marri, sein Partner, ist Uhren Sammler und Künstler, er kommt aus dem Mittleren Osten und studierte Business Management in Australien.

Beides sind Unternehmer mit Passion.

ICE WATCH

In 10 Jahren ist es Jean-Pierre Lutgen, dem Gründer und CEO von Ice-Watch, gelungen, sein Baby mit mehr als 20 Millionen verkauften Uhren zu einer weltweiten Referenz in der Uhrmacherei zu machen.

Jean-Pierre Lutgen, ICE Watch Inhaber

2007 in Belgien gegründet, werden Ice-Watch Uhren mittlerweile in über 55 Ländern verkauft. Das einzigartige Design der Marke spiegelt sich in den Modellen und Farben in über 500 verschiedenen Kombinationen wider. Für jeden Geschmack, jeden Stil und jede Situation gibt es die passende Ice-Watch Uhr.

Die belgische Uhrenmarke bleibt der «Baselworld» treu, denn «für ausländische Hersteller im Einsteigersegment wie Ice Watch gibt es keine vergleichbare Plattform», sagt Vincent Nicolay, Sales Director von Ice Watch. Ihre Neuheit (99 Franken) ist eine solarbetriebene Uhr aus Kunststoff auf Basis von Rhizinusöl. «Damit wollen wir einen Beitrag zum Umweltschutz leisten», so Nicolay.

2007 in Belgien gegründet, werden Ice-Watch Uhren mittlerweile in über 55 Ländern verkauft. Das einzigartige Design der Marke spiegelt sich in den Modellen und Farben in über 500 verschiedenen Kombinationen wider. Für jeden Geschmack, jeden Stil und jede Situation gibt es die passende Ice-Watch Uhr.

IKEPOD

Ikepod-Reanimateur: Christian Lois-Col

Die Ende der neunziger Jahre vom australischen Designer Marc Newson und Oliver Ike gegründete Marke erhält nach ihrem Verschwinden durch den Unternehmer Christian Lois-Col neues Leben in einer erschwinglicheren Preiskategorie. Die mithilfe von Crowdfunding belebte Marke besinnt sich auf ihre Anfänge und präsentiert die Taucheruhr «Seapod», in Anlehnung an das erste Modell «Seaslug» von 1996.

Taucheruhr «Seapod», 1450 Franken, von Ikepod. (Bild: PD)
Taucheruhr «Seapod», 1450 Franken, von Ikepod. (Bild: PD)

SINN

Die deutsche Marke aus Frankfurt am Main ist bekannt für ihre funktionalen Instrumentenuhren, die dank der von Beginn weg verfolgten Politik des Direktvertriebs zu erstaunlich günstigen Preisen erhältlich sind. Ein Klassiker ist die Fliegeruhr «103», ein Chronograf mit automatischem Aufzug. Mit der aktuellen Version «103 Klassik 12» (2850 Franken) feiert die Marke ihren 60. Geburtstag. Die Uhr ist erstmals mit einer Drehlünette mit kratzfester Keramikeinlage ausgerüstet.

Die deutsche Marke aus Frankfurt am Main ist bekannt für ihre funktionalen Instrumentenuhren, die dank der von Beginn weg verfolgten Politik des Direktvertriebs zu erstaunlich günstigen Preisen erhältlich sind. Ein Klassiker ist die Fliegeruhr «103», ein Chronograf mit automatischem Aufzug. Mit der aktuellen Version «103 Klassik 12» (2850 Franken) feiert die Marke ihren 60. Geburtstag. Die Uhr ist erstmals mit einer Drehlünette mit kratzfester Keramikeinlage ausgerüstet.

BOMBERG

David Sanchez, Bomberg CEO

Freches Design und jede Menge Totenköpfe nebst anderen Motiven aus der Tattoo-Welt; das ist Bomberg. Das neue Modell «BB01 Automatic Cure the Bulldog» (1950 Franken) wird als erste Uhr propagiert, die 100% natürliches CBD und 0% THC enthält. Tatsächlich erscheint auf dem Zifferblatt ein gezacktes Hanfblatt, das dank grosszügiger Beschichtung mit Leuchtmasse nachts leuchtet. Drunter sind echte Hanfbrösel zu erkennen, und das Armband ist aus Leder und Hanf gewirkt. Im Inneren tickt ein mechanisches Automatikwerk.

BB01 Automatic Cure the Bulldog

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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