Mittwoch , 8 Dezember 2021
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Das «zweite Leben» von Auguste Reymond

Auguste Reymond ist eine tradierte, unabhängige Schweizer Uhrenmarke – ein klassischer Nischenanbieter – vorwiegend angesiedelt im Bereich «erschwingliche Mechanik». 2019 erkannte der uhrenaffine Philip Klingenberg das Potential der Marke Auguste Reymond und übernahm diese. Nach zwei Jahren intensiver Marktrecherche, Entwicklungs- und Produktionszeit, präsentiert er heute das Baby im neuen Kleid. Sechs Fragen an Philip Klingenberg!

Herr Klingenberg, durch die Corona Pandemie hat die Uhrenindustrie eine grosse Krise durchlaufen. Renommierte Uhrenmarken wie Patek Philipe und Rolex mussten die Firma vorübergehend schliessen. Wie ist es Ihnen in dieser Zeit ergangen?

Wir wollten nie schliessen, haben jedoch zur Sicherheit reduziert gearbeitet, damit nicht mehrere Personen im gleichen Raum sein müssen. Wir erlebten die letzten 1 1/2 Jahren als eine sehr aufwühlende Zeit, da alle Pläne und Terminierungen zum Teil mehrmals neu gemacht werden mussten, dies aufgrund von unerwarteten Lockdowns in den verschiedenen Exportländern. Die Planungsunsicherheit war wahrscheinlich am schwierigsten in dieser Zeit. Die Zeit konnten wir jedoch umso mehr nutzen um unsere Strategie und das neue Markenkonzept zu überarbeiten und um die neuen Kollektionen von Auguste Reymond zu perfektionieren.

Sie haben CENTURY-Saphir-Watches, die ihr Vater Hans-Ulrich Klingenberg  1966 gegründet hat, 1999 übernommen. Wie hat sich die Marke unter Ihrer Ägide entwickelt?

Die Uhrenmarke CENTURY habe ich im Jahr 1999 übernommen und ist nach wie vor unsere Hauptmarke, die sich in den letzten Jahre sehr gut weiter entwickelte. Insbesondere die Märkte im mittleren Osten und in Russland wachsen stark und Asien blieb insgesamt stabil.

Sie sind in einer Uhrmacherfamilie grossgeworden und haben das Tick-Tack im Blut. Was war ausschlaggebend für die Akquisition von Auguste Reymond?

Da mein Grossvater schon eine Uhrenfabrik führte,  war das Tick-Tack der Uhren von klein auf immer ein dominantes Thema. Auguste Reymond und seine Geschichte hat mich schon seit Jahren fasziniert. Ein junger dynamischer Mann hat aufgrund seiner Innovationen eine renommierte Marke geschaffen, die unter sich anderem durch seine unverwüstlichen Unitas Uhrenwerke auszeichnete.

Ausschlaggebend für die Übernahme war jedoch, dass Auguste Reymond auf anderen Märkten als unsere Stammmarke CENTURY tätig ist und in dies in einem anderen Preissegment. Zudem sehen wir ein immenses Potential in diesem Preissegment – es hat noch Raum für Kreativität.

Ist es eigentlich sinnvoll in Krisenzeiten eine Marke zu repositionieren?

Wir haben sehr viele Ideen und Pläne – im Moment wollen wir uns mit unserer Strategie einmal positionieren und uns einen besseren Platz auf dem Uhrenmarkt erarbeiten. Das Ziel ist, die bestehenden Freunde der Marke Auguste Reymond weiterhin zu begeistern und neue Märkte, sprich Kunden zu gewinnen.

Welchen Stellenwert hat die neuakquirierte Schweizer Uhrenmarke Auguste Reymond in Ihrem Portfolio?

Ich habe in Auguste Reymond sehr viel Zeit und Mittel investiert um dieser Marke gerecht zu werden.  Wir wollen Auguste Reymond  wieder zu Ihrem angemessenen Erfolg führen und Ihre Markenbekanntheit würdigen.

Vielen Dank für das offene Gespräch.

Die Repositionierung von Auguste Reymond

„Seit mehr als einem Jahrhundert fertigt die Firma AUGUSTE REYMOND Uhren im Herzen des Swiss Watch Valley. Ein Ort fernab der Hektik der Großstädte, ein Ort, an dem Zeit noch ein Wert für sich ist, nicht nur eine Sache von ephemeren Trends oder schnellem Geld, ein Ort, an dem wir uns noch Zeit nehmen können, zeitlose Schönheit zu kreieren. Abseits der Massenproduktion der großen Luxuskonzerne bietet Ihnen unser unabhängiges Familienunternehmen den echten Luxus eines authentischen Produkts, die nur in Kleinserien von Uhrmachern in den eigenen Werkstätten in Nidau von Hand zusammengebaut wird.”

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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