Montag , 5 Dezember 2022
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Das etwas andere Blau des Zifferblatts ist die sichtbarste Veränderung beim Nachfolgemodell der 5711/1A.

Patek Philippe legt die Nachfolgerin der legendären Stahl-Nautilus 5711 neu auf

Blaues Zifferblatt, silberfarbenes Gehäuse und Band: Die neue Nautilus 5811/1G sieht ihrer Vorgängerin sehr ähnlich. Thierry Stern, Patron des Genfer Uhrenherstellers, erklärt, was es mit der Neuheit auf sich hat und was er unternimmt, um Spekulation zu verhindern.

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Die Stahlversionen der Patek Philippe Nautilus Ref. 5711/1A-10 mit blauem Zifferblatt und die Version 5711/1A-11 mit weißem Zifferblatt wurden im Januar 2021 eingestellt. Gerade die Patek Philippe Nautilus in Stahl mit blauem Zifferblatt war eines der Top-Modelle der Uhrensammler schlechthin und es erscheint zunächst unglaublich, wie Thierry Stern und sein Vater Philippe Stern zur Entscheidung gekommen sind, genau diese Modelle einzustellen. Allerdings war die Uhr zum Preis von immerhin 29.500 CHF bereits vorher kaum zu bekommen. Entsprechend hoch liegen die Preise für gebrauchte Modelle. Für guterhaltene Modelle müssen schnell 60.000 Schweizer Franken und mehr ausgegeben werden – mit steigender Tendenz. 

“Hüh und Hott Strategie”

Auf TICK-TALK-Nachfrage beim Patek Philippe Präsident Thierry Stern, erläuterte er, dass es ihm darum geht, dass nicht ein einziges Modell 50 Prozent oder mehr der Kollektion ausmacht und so das Image der Marke bestimme. Man wolle und müsse sich weiterentwickeln. Nach Versionen mit olivgrünen Zifferblatt und einer limitierten Ausführung in Tiffany-Türkis ist jetzt das gute alte Blau wieder da.

Die Neue nennt sich „5811/1G“ und sieht der „5711/1A-10“ ziemlich ähnlich. Es gibt aber mehrere Unterschiede, von denen vor allem einer entscheidend ist. Sie ist aus Weißgold und nicht aus Edelstahl gefertigt.

Und damit bleibt sich Thierry Stern treu, der unter anderem 2019 in einem Interview sagte, dass man nicht als Marke für Sportuhren aus Stahl gesehen werden möchte und deshalb die Produktion solcher Uhren nicht erhöhen werde.

„Das möchte ich für Patek nicht. Ich muss bei der Menge hart bleiben, weil ich nicht will, dass Stahl als Metall die gesamte Kollektion beherrscht. Also müssen wir wachsam sein.“ Er sagte aber auch: „Vor vielen Jahren stellte IWC Golduhren her. Dann gab es Probleme und sie stellten auf Stahl um. Als sie versuchten, zu Gold zurückzukehren, gelang das nicht.“

Aufgrund der begrenzten Produktion von Stahluhren, die angeblich über alle Kollektionen hinweg maximal 30 Prozent betragen, sieht der Patek-Präsident wohl auch kein Problem dabei, die neue blaue „Nautilus 5811/1G-001“ mit einem Weißgoldgehäuse und ebensolchem Armband ins Rennen zu schicken.

Patek Philippe Nautilus 5811/1G: Das ist die neue Weißgold-Nautilus 

Und es kommen weitere Unterschiede hinzu, die sich auf den zweiten Blick schnell offenbaren. So ist das Gehäuse mit 41 Millimetern (10 Uhr bis 4 Uhr) etwas größer geworden und das Blau entspricht dem der Jubiläumsedition von 2106 und hat einen Schwarzverlauf bekommen.

Das Gehäuse ist bis zwölf Bar wasserdicht und aus zwei Teilen konstruiert – eine Reminiszenz an die erste „Nautilus“ von 1976. Ein neues Auszugssystem für die Stellhebel-Wippe (Patent angemeldet) ermöglicht das Herausziehen der Aufzugswelle von der Zifferblattseite her. Das automatische Kaliber 26-330 S C ist durch den Saphirglasboden zu sehen und besitzt einen Sekundenstopp, der das sekundengenaue Einstellen der Uhrzeit ermöglicht.

Das automatische Kaliber 26-330 S C ist durch den Saphirglasboden zu sehen

Um möglichen Spekulationen im Sekundärmarkt vorzubeugen: “Geplant ist, dass jeder Händler schliesslich mindestens ein Stück pro Jahr erhält, die grossen natürlich etwas mehr”, sagt Thierry Stern.

Preisentwicklung der letzten drei Jahre für eine ungetragene „Nautilus 5711/1A-10“ aus zweiter Hand auf Chrono24

Der Preis beträgt 59.000 Schweizer Franken. Und das hält Thierry Stern für äußerst fair, wobei ich ihm zustimmen muss, denn Kult ist eigentlich unbezahlbar.

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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