Samstag , 13 April 2024
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Swatch Group CEO Nick Hayek hat 2022 etwas weniger verdient – Aufschwung setzt sich fort

Der Chef der Swatch-Gruppe Nick Hayek hat im Geschäftsjahr 2022 etwas weniger verdient als im Vorjahr.

Dies, obwohl der Uhrenkonzern im vergangenen Jahr gewachsen ist und hat auch mehr Geld verdient hat. Insgesamt erhielt der Swatch-Chef Hayek einen Lohn in der Höhe von 6,53 Millionen Franken nach zuvor 6,58 Millionen. Insgesamt erhielt die 17-köpfige Geschäftsleitung ein Salär von 28,97 Millionen Franken gegenüber 29,87 Millionen im Vorjahr. Die sechs Mitglieder des Verwaltungsrats verdienten zusammen praktisch unverändert 4,83 Millionen Franken. Davon gingen 4,08 Millionen an die Verwaltungsratspräsidentin Nayla Hayek.

Wieder ein Gewinn

Am heutigen Donnerstag lädt die Swatch-Gruppe zudem zu einer Bilanzmedienkonferenz ein. In diesem Rahmen wurde auch der Geschäftsbericht 2022 publiziert. Die Kennzahlen der Gruppe sind aber bereits seit Ende Januar grosso modo bekannt.

Der Umsatz stieg um 2,5 Prozent auf 7,50 Milliarden Franken an. Auch den Betriebsgewinn steigerte Swatch auf 1,16 Milliarden Franken nach zuvor 1,02 Milliarden und unter dem Strich resultierte ein 11 Prozent höherer Gewinn von 823 Millionen.

Und auch die Dividende steigt: Die Aktionäre sollen für Inhaberaktien 6,00 Franken und für Namenaktien 1,20 Franken erhalten. Für 2021 hatte Swatch noch 5,50 Franken je Inhaber- und von 1,10 Franken je Namenaktie ausgeschüttet.

Starkes Wachstum erwartet

Wie aus dem Geschäftsbericht weiter hervorgeht, erwartet Swatch für 2023 ein starkes Umsatzwachstum in allen Regionen und Segmenten. Nach dem Ende der Covid-Massnahmen habe sich der Konsum nicht nur in China, sondern auch in den umliegenden Märkten Hong Kong und Macau schnell erholt, heisst es zur Begründung. Zusätzlich werde die Aufhebung der Reisebeschränkungen in China die Verkäufe in den Tourismusdestinationen neu beleben.

Aufschwung geht weiter

Bei der Swatch Gruppe geht der Aufschwung nach der Coronapandemie weiter. Auch im laufenden Jahr ist laut Konzernchef Nick Hayek ein starkes Wachstum in Sicht.

“Wir sehen Chancen in der Welt, die wir wahrnehmen wollen”, sagte Hayek am Donnerstag am Rande der Bilanzmedienkonferenz in Biel im Gespräch mit der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-TALK.CH. Das Jahr 2023 habe stark begonnen mit einem Wachstum in allen Regionen.

Besonders kräftig sei die Erholung in China, Hongkong oder Macau nach dem Ende der Coronabeschränkungen. Die Chinesen hätten einen grossen Nachholbedarf. Aber auch in Europa und Amerika sei das Wachstum sehr gut, sagte Hayek.

Ob der Uhrenkonzern damit den Umsatzrekord von 8,7 Milliarden Franken aus dem Jahre 2014 knacke, wisse er nicht: “Vielleicht wachsen wir 10 Prozent, vielleicht 20 oder 25 Prozent. Die Gelegenheiten sind da. Aber unser Ziel ist es nicht, um jeden Preis einen Rekordumsatz zu machen.”

“Ob wir jetzt 8,7 Milliarden Umsatz machen oder 8,5 oder 9,0 Milliarden, ist mir völlig egal”, sagte Hayek.

Mehr Investitionen ins Marketing

Auch zum Gewinn machte der Chef des Uhrenunternehmens keine Angaben. “Wir setzen uns aber keine Gewinnziele. Das wäre für unsere Kultur sehr gefährlich.” Die Swatch-Gruppe investiere ins Marketing und in die Läden, um die Marken langfristig weiterzuentwickeln.

Wenn sich Geschäftschancen bieten würden, werde er nicht die Marktingausgaben stutzen, um irgendwelche Gewinnvorgaben zu erfüllen, erklärte Hayek im Gespräch. “Wir machen alles, um den Kunden zu erreichen.”

Darüber hinaus werde auch die Produktion mit neuen Maschinen mit neuen Prozessen ausgebaut. Dazu brauche man mehr Leute. Der Personalbestand werde steigen, sagte der Konzernlenker: “Insgesamt könnte 2023 wirklich ein guter Jahrgang werden.”

Die Inflation hat die Swatch Gruppe im vergangenen Jahr noch nicht getroffen. Im laufenden Jahr werde sich das ändern, sagte Konzernleitungsmitglied Peter Steiger. Man habe grosszügige Lohnerhöhungen in der Schweiz und im Ausland gewährt. Zudem habe man höhere Energie- und Mietkosten. “Wir rechnen mit einer Kostensteigerung von 3 bis 5 Prozent in diesem Jahr.”

Auf der anderen Seite führe die Inflation auch zu Salärsteigerungen bei den Kunden, was die Nachfrage antreibe. Trotz Inflation habe die Konsumlust nicht gelitten, sagte Hayek.

Preise erhöht

Die Swatch Gruppe habe auf den 1. Februar die Preise im Schnitt um 4 Prozent erhöht, sagte Steiger: “Wir gehen davon aus, dass dies die höheren Kosten kompensiert.”

Auch im laufenden Jahr rechnet Hayek mit Gegenwind von der Währungsfront: “Im Moment haben wir 20 bis 30 Millionen Franken Währungseinbussen pro Monat wegen dem starken Schweizer Franken.”

Das bereite ihm aber kein grosses Bauchweh. “Das verändert sich auch wieder. Das ist etwas, mit dem wir leben. Wir werden deshalb nicht die Produktion ins Ausland verlegen.” Die Franken-Stärke werde einen gewissen Einfluss auf Umsatz haben, der aber beschränkt bleiben.

Mehr Umsatz und Gewinn

Im vergangenen Jahr hatte die Swatch Gruppe den Umsatz um 2,5 Prozent auf 7,50 Milliarden Franken gesteigert. Und dies, obwohl der starke Franken 151 Millionen Franken Umsatz weggefressen habe. Zudem verlor der Konzern rund 700 Millionen Franken Umsatz durch die Coronabeschränkungen in China, wie Finanzchef Thierry Kenel sagte. Trotzdem gelang das stärkste Wachstum im Raum Grosschina mit einem Plus von 32 Prozent.

In Europa kletterte der Umsatz um 27 Prozent zu, in Asien und im Mittleren Osten um 24 Prozent. In Nord- und Südamerika konnte sich Swatch um 15 Prozent steigern.

Der Betriebsgewinn legte um 13,4 Prozent auf 1,16 Milliarden Franken zu. Unter dem Strich kletterte der Reingewinn um 11 Prozent auf 823 Millionen Franken.

Nachfolgeregelung unklar

Nick Hayek ist zwischenzeitlich 68 und seine Schwester 71. Beide sind also im Rentenalter. Und beide kleben an ihren Stühlen wie Patex. Was sind die Gründe hierfür: ist es die Passion, das Geld oder die Macht.
Der Leistungsausweis von Nayla Hayek, der Präsidentin der Swatch Group, ist eher bescheiden. In der Praxis gestaltet ihr Bruder Nick den Konzern. Eine offizielle Nachfolgeregelung wurde bis heute nicht kommuniziert. Es war jedoch der grösste Wunsch des zwiwchenzeitlich verstorbenen Nicolas G. Hayek, dass sein Enkel und Neffe von Nick Hayek – A. Hayek- die Leitung der Swatch Group übernehmen wird. Deshalb wurden ihm auch die beiden Marken Breguet und Blancpain – beides Babys von Nicolas G. Hayerk nach dem Tode übertragen.

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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