Samstag , 25 Mai 2024
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China’s Öffnung verlängert den Luxus-Boom

Die schnelle Wiederbelebung der Wirtschaft nach dem Ende der chinesischen Null-Covid-Politik steht 2023 einer Abflachung im Westen gegenüber. Die grossen Marken profitieren von dieser Verschiebung am meisten, Swatch Group hat Aufholpotenzial.

Das Ende kommt für viele unerwartet schnell: Anfang Dezember ist die chinesische Regierung angesichts von Protesten in den grossen Städten eingeknickt. Die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus werden in grossen Schritten gelockert, zuletzt sind seit dieser Woche die Grenzen geöffnet. Damit sollen Reisen von und nach China zumindest in kontrolliertem Mass wieder für die breite Bevölkerung möglich werden.

Laut der Chinakennerin Anne Stevenson-Yang ist im Land einiges in Bewegung, wie sie im Interview mit The Market ausführt. Staatspräsident Xi Jinping sei der politischen Elite wohl zu weit gegangen, ein Teil seiner Bestrebungen sei rückgängig gemacht worden. Der Ton sei deutlich wirtschaftsfreundlicher als noch zum Parteitag im Herbst. Parteiparolen wie «gemeinsamer Wohlstand – Common Prosperity» waren zuletzt nicht mehr öffentlich zu hören.

Von der wirtschaftlichen Öffnung nach fast drei Jahren coronabedingter Einschränkungen und den politischen Veränderungen in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt dürften auch viele europäische Unternehmen profitieren. Einen besonders grossen Teil ihres Umsatzes erwirtschaften Luxuskonzerne in China.

Konsummuster verändern sich

Vor Corona machten chinesische Kundinnen etwa 35% der globalen Nachfrage nach Luxusprodukten wie Schmuck, Uhren und Lederwaren aus, wobei fast drei Viertel davon auf Reisen eingekauft wurden. 2019 reisten noch 170 Mio. Chinesinnen ins Ausland, ein Anteil von 11,6% am globalen Tourismus – im Jahr 2021 waren es weniger als 9 Mio. oder 2,3%.

Die Pandemie und insbesondere die schnelle Rückkehr zur Normalität in westlichen Ländern hat die Konsummuster im Luxussegment verändert – wohl nachhaltig. Chinesen kaufen – gezwungenermassen – vermehrt lokal ein. Der heimische Umsatz im Luxussegment hat sich laut dem Beratungsunternehmen Bain & Co in den letzten drei Jahren verdoppelt, insgesamt ist die chinesische Nachfrage aber stark zurückgegangen. So sind die Regionen im Rest der Welt für die Luxuskonzerne wichtiger geworden.

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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