Dienstag , 3 Oktober 2023
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Nach Omega nimmt Swatch «Blancpain» ins Visier

Nach dem Moonswatch-Hype steigt Swatch ein weiteres Treppchen hoch: Ab dem 9. September sollen in Zusammenarbeit mit Luxushersteller Blancpain gleich fünf neue Modelle erscheinen. Ob sie im gleichen Masse die Leute vor die Swatch-Shops holen, bleibt fraglich.

Auch nach über einem Jahr stehen die Leute noch Schlange: Der Erfolg der «Moonswatch», der Kooperation zwischen Swatch und Omega, ist ungebrochen. Und das, obwohl mittlerweile allmonatlich ein neues Modell erschient. Bis Ende 2022 verkaufte Swatch bereits über eine Million Exemplare. Neuere Absatzzahlen will die Bieler Uhren-Gruppe noch nicht kommunizieren. Die Produktion steige jedoch weiterhin jeden Monat.

Das erfolgreiche Konzept soll jetzt auch auf eine weitere Luxusmarke aus den eigenen Reihen ausgeweitet werden: Wie Swatch und der Uhrenhersteller Blancpain am Sonntag ankündigten, erscheinen am 9. September aus der neuen Zusammenarbeit gleich fünf Modelle. Benannt sind sie nach den fünf Ozeanen der Erde.

Auch sie sollen also bald in limitierter Stückzahl in den Swatch-Shops auf der ganzen Welt erhältlich sein. Das Vorgehen brachte Swatch in der Vergangenheit viel Respekt und hohe Aktienkurse ein, sorgte jedoch auch für Kritik: Dem Unternehmen wurde regelmässig vorgeworfen, die Verfügbarkeit der «Moonswatches» absichtlich zu verknappen.

Gibt es einen erneuten Hype?

Ursprünglich war die Audemars Piguet «Royal Oak» im Gespräch. Dies war jedoch eher ein Wunschdenken des damaligen präpotenten CEO’s François-Henry Bennahmias von Audemars Piguet, um so im Gespräch zu bleiben und den Markt anzuheizen.

Wie die neuen Uhren genau aussehen werden, ist noch nicht bekannt. Farblich sollen sie sich an verschiedenen Arten von Meeresschnecken orientieren. Das Logo auf dem veröffentlichten Werbebild gibt zudem einen entscheidenden Hinweis: Seine Konturen gleichen der Krone des Blancpain-Klassikers «Fifty Fathoms» («fünfzig Faden»). Die legendäre Taucheruhr, die erstmals 1953 erschien, erhielt ihren Namen aufgrund ihrer Wasserdichtigkeit bis zu einer Tiefe von 50 nautischen Faden (91,45 Meter).

Damit könnte Swatch der Linie treu bleiben, die Kooperationsuhren dem bekanntesten Modell der Luxusmarke nachzuempfinden. Bei Omega war dies etwa die Speedmaster, die bereits bei den Apollo-Missionen zum Mond dabei war.

Ob der Hype jedoch dasselbe Ausmass wie bei der «Moonswatch» nehmen wird, bleibt jedoch fraglich. Denn während Omega sich einer grossen Sammler- und Fangemeinschaft erfreut und zudem dank Sponsoring-Deals auch der breiten Masse bekannt ist, bewegt sich die Marke Blancpain nochmals deutlich tiefer im Luxussegment.

Nick Hayek rannte offene Türen ein

Nick Hajek’s Neffe, Marc Alexander Hayek, Sohn von Nicki’s Schwester, der schwergewichtigen Nayla Hayek

Für die Marke selbst ist es jedoch eine grosse Chance. Denn Blancpain könnte mit der Swatch-Linie auch «Normalsterbliche» erreichen, die sich keine Luxusuhr für mehrere zehntausend Franken leisten können. So habe Swatch-Boss Nick Hayek (68) bei seinem Neffen und Blancpain-Chef Marc Hayek (52) mit dem Projekt direkt offene Türen eingerannt. Bei Omega war dies zu Beginn der Zusammenarbeit noch anders: Dort zeigte sich CEO Raynald Aeschlimann (53) deutlich skeptischer gegenüber der Idee einer Billig-Speedmaster. Die Ausweitung der Luxus-Kooperationen geht für Swatch Hand in Hand mit der Strategie, die eigenen Uhren grösstenteils auch in den eigenen Shops zu verkaufen. Das ist mittlerweile umso wichtiger, da Konkurrent Rolex erst kürzlich den weltweit grössten Uhrenhändler, das Luzerner Familienunternehmen Bucherer, übernommen hat. Somit kontrolliert Rolex die Distribution aller Marken die über den Bucherer Kanal weltweit vertrieben werden. Auch die Marken der Swatch Group, von Richemont und von Kering.

SUMMARY_Oh please …. Don‘t do it again. Wer einen Fehler ein Mal macht… aber wer ihn zwei Mal macht ist…

Ich stimme überein: die MoonSwatch-Kollektion war zu Beginn auch unter Uhrenfans ein großer Hype. Die Betonung liegt aber auf „war“… nun wird sie nur noch als „billiger Schrott“ belächelt. Dazu dürften nicht zuletzt lächerliche für mich leider unnütze “Follow ups” wie „Moonshine Gold“ oder „Strawberry Moon“ beigetragen haben.

Und jetzt das Gleiche für eine zweite Marke? Nun gut… aus Marketingstrategischen Gründen dürfte das vielleicht logisch sein, aber dem Prestige der Marke wird es nicht gut tun.

Kollaborationen sind in der Modeindustrie ja inzwischen an der Tagesordnung. Der vergangene Hype ist aus meiner Sicht schon wieder am Abflauen. Der große Unterschied scheint allerdings zu sein, dass sich die verschiedenen Luxusmarken weiterhin in ihrem Preis- und Prestigesegment bewegt haben (z.B. Louis Vuitton x Supreme, Adidas x Prada / Balenciaga) und nicht angefangen haben aus Profitgier ihr Zeug mit mit wertlosen Plastikmüll zu verramschen.

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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