Mittwoch , 28 Februar 2024
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Mit der “Tourbillon Cardan” lanciert Greubel Forsey die 8. große Erfindung der Marke

Seit vielen Jahren arbeitet Greubel Forsey an der Entwicklung eines neuartigen Tourbillons. In den letzten drei Jahren hat sich dieses Tourbillon von einem Konzept in Realität verwandelt und wird nun als achte große Erfindung des Ateliers vorgestellt. Für ein ganz neues Niveau an chronometrischer Präzision stützt sich die Tourbillon Cardan auf drei Säulen: ein schnell drehendes Tourbillon, eine um 30° geneigte Ebene und zwei ständig hin und her schwingende Ringe.


Seit 20 Jahren vertritt Greubel Forsey den Standpunkt, dass die moderne Uhrmacherkunst noch lange nicht alle technischen Möglichkeiten der Feinuhrmacherei ausgeschöpft hat. Dies hat das Atelier mit sieben bahnbrechenden Erfindungen bewiesen, die die Grundlagen der Uhrwerkregulierung und anderer wichtiger Komplikationen von völlig neuen Seiten angehen. Dieses unglaubliche Unterfangen, das sich auf chronometrische Leistung konzentriert, setzt sich heute mit einer achten großen Erfindung fort: dem Cardan-Tourbillon.


Ein beispielloses Tourbillon
Die nach ihrer Komplikation benannte Tourbillon Cardan wurde konzipiert, um ein völlig neues Spitzenlevel an chronometrischer Leistung zu erreichen. Sie vereint drei Prinzipien. Zunächst: das Tourbillon. Der von Abraham-Louis Breguet 1801 patentierte Mechanismus wurde entwickelt, um die Gangabweichungen in vertikalen Positionen auszugleichen. Für Greubel Forsey war dies nicht das Ende der Geschichte, sondern erst der Anfang.


Während die meisten Tourbillons eine Umdrehung alle 60 Sekunden vollführen, dreht sich die achte große Erfindung fast viermal so schnell. Sie braucht nur 16 Sekunden. Dies ist die bisher schnellste Umdrehungszeit eines Tourbillons aus dem Hause Greubel Forsey. Es durchläuft mehr Positionen in kürzerer Zeit und bietet daher eine wesentlich höhere Durchschnittsleistung.


Darüber hinaus verfügt dieses Tourbillon erstmals über eine große Unruh, die von Greubel Forsey hauseigen entwickelt und hergestellt wurde. Sie macht sich die herausragende Ausgewogenheit ihrer Massen, ihre Größe (12,6 mm) und ihre optimierten Schwingungen zunutze. Ihre hohe Trägheit lässt sie außerdem unempfindlicher auf Erschütterungen und Geschwindigkeitsschwankungen reagieren.
Zweites Prinzip: der 30°-Winkel. Das Tourbillon – so wie es vor über zweihundert Jahren konzipiert wurde – war für vertikal getragene Taschenuhren gedacht. Für Armbanduhren musste das Konzept völlig neu überdacht werden, optimiert für die Positionen aus dem Alltag des 21. Jahrhunderts.


Drittes Prinzip: Dieses um 30° Grad geneigte Hochgeschwindigkeitstourbillon wird von zwei beweglichen Ringen geleitet, die über zwei 90°-Achsen miteinander verbunden sind. Diese Ringe kippen in 48 Sekunden vor und zurück. Die Konstruktion erinnert zwar an Kardanringe, unterscheidet sich aber deutlich davon, da die beiden Ringe frei beweglich sind und ihre Aufgabe darin besteht, das von ihnen gehaltene Objekt horizontal zu halten. Bei der Tourbillon Cardan verläuft die Neigung der Ringe kontrolliert zwischen +30° und -30°, während der Neigungsgrad des Tourbillons ebenfalls 30° beträgt, aber niemals variiert. Dies verbessert das Verhältnis von Winkelgeschwindigkeit und chronometrischer Leistung.

Chronometrische Gangreserve
Die Tourbillon Cardan besitzt vier Federhäuser. Dies ist eine bemerkenswerte Konstruktion bei Greubel Forsey, die in 20 Jahren nur einmal vorgekommen ist. Sie sind koaxial gestapelt und verfügen über eine gleitende Zugfeder, um eine übermäßige Spannung beim Aufziehen zu verhindern. Die chronometrische Gangreserve beträgt 80 Stunden. Ab diesem Zeitpunkt läuft der Zeitmesser zwar immer noch ausgesprochen gut, doch seine Präzision entspricht möglicherweise nicht mehr den strengen Toleranzen von Greubel Forsey.


Eine neuartige Ästhetik
Da das Tourbillon nicht durch eine feste obere Brücke befestigt werden kann, wird diese Funktion von den beiden Kardanringen übernommen. Ohne die traditionelle Konstruktion zu beizubehalten, schafft die Manufaktur Greubel Forsey mit ihrer achten großen Erfindung eine neue Art von Tourbillon, das nicht nur zu fliegen scheint, sondern auch originell und patentgeschützt ist. Die scheinbar komplexe Konstruktion mit einer sehr geringen Anzahl von Komponenten bietet eine offene, luftige Ästhetik, die den Blick auf die bewundernswerte Mechanik lenkt.


100 % Handveredelung
Einige Komponenten der Tourbillon Cardan erfordern bis zu drei Tage Arbeit allein für die abschließende Bearbeitung von Hand. Speziell für diesen Zeitmesser wurde eine Reihe einzigartiger Veredelungen entwickelt. Die Werkplatten wurden aus gefrostetem Neusilber gefertigt und mit polierten Schrägen und geradlinig gemaserten Flanken versehen, während die Hauptplatine aus Titan einen großen polierten Winkel als Hintergrund für die Aufhängung aufweist. Doch das ist nicht alles: Die obere Brücke des Tourbillonkäfigs besteht aus mattiertem Titan mit geradlinig gemaserten Flanken und polierten Schrägen an Ober- und Unterseite. Der Bogen wurde poliert. Die Fertigstellung allein dieser einzelnen Komponente nimmt über 30 Stunden in Anspruch.


Die Ringe der Aufhängung wurden mattiert, mit polierten Schrägen und geradlinig gemaserten Flanken, während die untere Platine von Hand gefrostet wurde – eine Aufgabe, die eine besondere Expertise aus dem Atelier erfordert. Schließlich gibt es zwei Zifferblätter (Stunden, Minuten und Sekunden): eines mit kreisförmiger Körnung, polierten Flanken und einem sehr großen Hochglanzwinkel, das andere mit einer polierten Außenflanke.


Greubel Forsey hat für diese Uhr auch ein hoch gewölbtes Saphirglas entwickelt. Es schützt das Tourbillon und sein Aufhängungssystem in ihrer ganzen Höhe und bietet ein höchst architektonisches, technisches Erscheinungsbild. Der Blick auf die Unruh mit einem Durchmesser von 12,6 mm sowie auf das majestätische Schwingen der beiden Kardanringe, die sie umgeben, ist völlig ungehindert.

Maximal 11 Exemplare pro Jahr
Die Tourbillon Cardan wird mit einem 45,5 mm großen Titangehäuse erhältlich sein. Dieses Metall wurde wegen seiner Modernität und seiner Leichtigkeit gewählt, die ganz im Einklang mit der luftigen Ästhetik der Tourbillon Cardan stehen.
Greubel Forsey plant, in den nächsten fünf Jahren nur 55 Exemplare des Kalibers anzufertigen.

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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