Mittwoch , 24 April 2024
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Abarth 500e: Der Scorpion zeigt seinen Stachel

Vom elektrischen Fiat 500e gibt es nun einen dynamischen Ableger. Als Abarth 500e Scorpionissima soll sich der knuffige Stadtflitzer in einen PS-starken Sportler verwandelt haben. Ist das gelungen?

Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Fiats sportliche Schwestermarke Abarth auch den elektrischen 500er schnappt und nach ihrem Gusto überarbeitet. Bei der Version mit Verbrennungsmotor war das nicht anders. Aus ihr entstehen noch heute der Abarth 595 und der 695. Und weil Abarth nach alter Rennsport-Tradition für röhrende Motoren bekannt ist, wird zwar nicht jeder gleich den 695 als solchen erkennen, zweifelsfrei aber akustisch als Mini-Ferrari wahrnehmen – und dies gut zwei Straßenblocks entfernt.

Am lauten Auftritt hielten die Italiener auch beim elektrischen 500 fest. Manche mögen hier mit Kopfschütteln reagieren, andere den Daumen nach oben strecken. Mit viel technischem Aufwand installierten die Ingenieure einen wasserdichten Soundgenerator vor die Hinterachse, der bereits bei “Leerlauf” so viel Rabatz macht, dass man denkt, hier röhrt ein echter Verbrenner.

Auch während der Fahrt begleitet einen permanent das künstliche Motorengeräusch, in der Lautstärke und Frequenz abhängig von Beschleunigung und Geschwindigkeit. Irgendwie hat man den Eindruck, Abarth ist zwar stolz, sein erstes Batterieauto auf die Straße gebracht zu haben, will es sich aber gleichzeitig nicht mit der alten Benzinfraktion verscherzen. Immerhin: Der Computersound lässt sich, wenn auch sehr umständlich, in einem Untermenü im Instrumenten-Display wegklicken. Die Nachbarn werden es danken.

Es herrscht wieder Ruhe im kleinen Stromer, was den Fahrspaß nicht im Geringsten schmälert. Im Gegenteil, gerade die Kombination aus leisem Antrieb, tollem Handling und rasanter Beschleunigung ist ein besonderes emotionales Erlebnis. Der Abarth 500e geht dermaßen knackig ums Eck, lässt sich so präzise lenken und klebt durch seinen niedrigen Schwerpunkt gefühlt so gut am Asphalt, dass man gar nicht mehr aussteigen möchte.

Abarth selbst versichert, der 500e sei in den typischen Alltagssituationen sogar “lebendiger” als der 695-Verbrenner, auch wenn dieser auf dem Papier höhere Leistungswerte (132 kW/180 PS) ausweist und mit 6,7 Sekunden hauchdünne 0,3 Sekunden schneller von null auf 100 km/h beschleunigt.

Der Elektromotor im Abarth 500e leistet 114 kW/155 PS. Ihn, wie auch die restlichen Komponenten, haben die Entwickler aus dem Fiat 500e übernommen (hier hat der Motor 87 kW/118 PS), jedoch den höheren Anforderungen angepasst.

Im Boden steckt ebenso ein Akku mit einer nutzbaren Kapazität von 37,8 kWh, die eine Reichweite von 265 Kilometern ermöglichen soll. Das sind fast 20 Prozent weniger als jene des normalen Fiat 500e und zeigt, dass mehr Leistung auch in der Elektromobilität grundsätzlich den Regeln der Physik folgt und einen höheren Verbrauch nach sich zieht. Anstelle von 13,8 verbraucht der Abarth 17,1 kWh auf 100 Kilometer.

Doch für Abarth-Kundinnen und -Kunden – ein nicht unwesentlicher Prozentsatz sollen laut Hersteller Frauen sein – dürfte dies von untergeordneter Bedeutung sein. Ein Langstreckenauto ist der Fiat 500 ohnehin nicht. Sie genießen eher den sportiven Auftritt des starken Stadtstromers.

Erst recht, wenn er in Farben daherkommt, deren Namen nicht minder giftig sind als der Skorpion im Markenemblem. Wie wäre es mit Acid Green, Poison Blue oder Adrenalin Red? Zu Deutsch: Säure-Grün, Gift-Blau oder Adrenalin-Rot. Besonders gut steht dem Wagen das Acid Green, weil bei ihm die schwarzen Schriftzüge an Front und Heck sowie der “elektrische” Skorpion an der hinteren Flanke schön zur Geltung kommen.

Entsprechend dem äußeren Auftritt (neue Frontschürze, Seitenschweller, Heckdiffusor und 18-Zoll-Räder) richteten die Designer auch den Innenraum des Abarth 500e ein. Hingucker sind zum Beispiel ein Dreispeichen-Sportlenkrad mit blauer 12-Uhr-Markierung und Integralsitze aus Textil und Technopren mit Skorpion-Prägung samt zweifarbigen Doppelnähten. Wer die Turismo-Ausstattung wählt, bekommt obendrein Edelstahl-Einstiegleisten, Alcantara am Armaturenbrett und Lenkrad sowie Pedalabdeckungen in Stahl und eine Fußstütze mit Skorpion-Emblem.

Preise ab Euro 37.990.- / CHF 37’990.-

Der Elektro-Abarth ist auch als Cabrio (links) mit Rolldach zu haben© Abarth

Das Cockpit selbst blieb unangetastet, einzig die Displays wurden anders konfiguriert, zumal der Abarth 500e neue Fahrmodi erhielt. Sie heißen Turismo, Scorpion Street und Scorpion Track und unterscheiden sich jeweils in ihrer sportlichen Abstimmung. Im Track-Modus sind alle Sinne auf scharf gestellt, bei maximaler Leistungsabgabe. Bei Street ist die Rekuperation am höchsten, damit ist One-Pedal-Driving möglich. Ähnlich ist es bei Turismo, nur stehen hier lediglich 100 kW/136 PS an Leistung zur Verfügung, das Fahrpedal reagiert moderater, und das Auto fühlt sich insgesamt komfortabler an.

Die Produktion des Abarth 500e läuft auf Hochtouren. Die auf 1949 (das Jahr der Firmengründung) limitierte Launch-Edition “Scorpionissima” ist bereits verkauft. Nun startet Abarth mit der “normalen” Version. Sie kostet als Limousine 37.990 Euro und als Cabrio 40.990 Euro.

Abarth 500e: Technische Daten, Preise

Technische Spezifikationen (Herstellerangaben)Abarth 500e (42 kWh) Scorpionissima Abarth 500e (42 kWh)Abarth 500e (42 kWh) Turismo
MotorartElektroElektroElektro
Leistung maximal in kW (Systemleistung)114114114
Leistung maximal in PS (Systemleistung)155155155
Drehmoment (Systemleistung)235 Nm235 Nm235 Nm
AntriebsartFrontFrontFront
Beschleunigung 0-100km/h7,0 s7,0 s7,0 s
Höchstgeschwindigkeit155 km/h155 km/h155 km/h
Reichweite WLTP (elektrisch)345 km265 km255 km
CO2-Wert kombiniert (WLTP)0 g/km0 g/km0 g/km
Verbrauch kombiniert (WLTP)17,1 kWh/100 km17,1 kWh/100 km17,9 kWh/100 km
Batteriekapazität (Brutto) in kWh42,242,242,2
Batteriekapazität (Netto) in kWh37,837,837,8
Ladeleistung (kW)AC:3,0-11,0
DC:85,0
AC:3,0-11,0 DC:85,0AC:3,0-11,0 DC:85,0
Kofferraumvolumen normal185 l185 l185 l
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank550 l550 l550 l
Leergewicht (EU)1.410 kg1.410 kg1.435 kg
Zuladung385 kg385 kg370 kg
Garantie (Fahrzeug)2 Jahre2 Jahre2 Jahre
Länge x Breite x Höhe3.673 mm x 1.682 mm x 1.518 mm3.673 mm x 1.682 mm x 1.518 mm3.673 mm x 1.682 mm x 1.518 mm
GrundpreisEuro 43.000.-
CHF 42.990.-
Euro 37.990.-
CHF 37.990.-
Euro 40.990.-
CHF 41.990.-
VerfügbarkeitLimitiert auf 1949 Stück, Ausverkauft!SofortSofort

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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