Mittwoch , 24 April 2024
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Weltpremiere mit vier Komplikationen: BOVET Récital 28 „Prowess 1“

Mit der Récital 28 „Prowess 1“ stellt BOVET eine der Sommerzeit gewidmete Weltneuheit vor. Dabei handelt es sich um ein Problem der modernen Zeitmessung, das dieser Zeitmesser gekonnt zu lösen versteht. Im Gegensatz zu klassischen Weltzeituhren besitzt die Récital 28 ein ausgesprochen komplexes und innovatives Walzensystem, über das umtriebige Globetrotter auf dem Zeitmesser alle 24 Zeitzonen – einschließlich UTC, amerikanischer Sommerzeit, europäischer und amerikanischer Sommerzeit sowie europäischer Winterzeit – einstellen können.

Neben dieser einzigartigen Funktion besitzt der Zeitmesser auch ein erweitertes fliegendes Tourbillon und einen ewigen Kalender mit Walzenanzeige. Das einzelne Federhaus bietet zudem eine beeindruckende Gangreserve von 10 Tagen. Bei den Zeitmessern, die mehrere Zeitzonen anzeigen, kann das House of BOVET auf eine langjährige und eindrucksvolle Erfahrung zurückblicken. So erschienen in der Vergangenheit bereits Zeitmesser mit der Anzeige von zwei oder drei Zeitzonen sowie mit Weltzeitfunktion. Die Récital 28 Prowess 1, deren Veredelungen mit größter Sorgfalt von Hand ausgeführt werden, ist das Ergebnis von über fünf Jahren Entwicklungszeit. Ihre Fertigung ist auf nur acht Zeitmesser in 18 Karat Rotgold, Platin 950 und Grade 5 Titan pro Jahr limitiert. Dem Zeitmesser gelingt mit seiner präzisen Weltzeitmessung ein bedeutender Fortschritt bei der Lösung der mit der irdischen Zeitmessung einhergehenden Probleme.

• Der erste Zeitmesser dieser Art in der Geschichte der Uhrmacherei
Verstellbare Weltzeit auf Walzen kombiniert mit einem erweiterten fliegenden Tourbillon und einzigartigen Anzeigen des ewigen Kalenders
Höchst komplex, doch einfach zu verstehen und zu bedienen
• Streng limitierte Produktion (max. 8 Exemplare pro Jahr)
• Vollständig von Hand veredeltes und graviertes Manufakturwerk
• 5 Jahre Entwicklungszeit
• Als bahnbrechende Weltneuheit bedeutet die Récital 28 Prowess 1 einen echten Fortschritt in der hohen Uhrmacherkunst

In der Geschichte der Uhrmacherkunst gab es immer wieder Meilensteine zur Lösung spezifischer Probleme. So wurde das Tourbillon erfunden, um die Auswirkungen der Schwerkraft auf die Präzision auszugleichen, wenn eine Taschenuhr unverändert in einer Position verblieb (auf dem Tisch, in der Tasche usw.).

Als immer mehr Menschen die Welt bereisten, wurden Uhren mit zweiter Zeitzone und Weltzeitfunktion entwickelt, damit sich die Reisenden immer anzeigen lassen konnten, wie spät es in den verschiedenen Teilen der Welt war.

Mit der Récital 28 „Prowess 1“ widmet sich BOVET nun einem besonders modernen Problem der Zeitmessung und löst dieses auf ebenso innovative wie elegante Art und Weise.

Das Problem: Seit der Einführung der Sommerzeit ist es noch keinem Zeitmesser mit Weltzeitfunktion gelungen, sich an die unterschiedlichen Termine für Anfang und Ende der Sommerzeit in den verschiedenen Ländern anzupassen, oder aber an die Länder ohne Zeitumstellung (nur etwa 70 Länder wenden eine Form der Sommerzeit an).

Die Lösung: Die Récital 28 Prowess 1 von BOVET erlaubt dank eines raffinierten Walzensystems die Einstellung auf alle 24 Zeitzonen in:

UTC – Koordinierte Weltzeit

AST – Amerikanische Sommerzeit

EAS – Europäische und amerikanische Sommerzeit

EWT – Europäische Winterzeit

Neben dieser bemerkenswerten Verfahrensweise zur Unterscheidung der verschiedenen Zeitzonen weltweit verfügt dieser Zeitmesser auch über ein erweitertes fliegendes Tourbillon, einen ewigen Kalender mit Walzen- und Scheibenanzeige sowie eine Gangreserve von 10 Tagen ausgehend von einem Federhaus.

Bei keinem anderen Zeitmesser weltweit erfolgt all dies mechanisch. Zudem wurde jedes Bauteil von Hand veredelt und die Brücken des Uhrwerks von Hand verziert und graviert.

EIN KURZER RÜCKBLICK

Schon seit Anbeginn der Zeit versuchte der Mensch, die Zeitmessung zu beherrschen. Erste Beispiele hierfür waren Sonnenuhren, Wasseruhren und Räucheruhren.

Zeitsprung ins 19. Jahrhundert: Gründung von BOVET. Hinsichtlich der Zeitmessung herrschte in der Welt absolutes Chaos. Unabhängig von anderen Ortschaften lebten die Städte, Gemeinden und Dörfer allesamt nach ihrer „örtlichen Sonnenzeit“. Mittag war auf der Uhr der Zeitpunkt, an dem die Sonne, unabhängig vom jeweiligen Standort, im Zenit stand. Allerdings verschob sich dieser Zeitpunkt mit dem eigenen Längengrad. War es also gerade Mittag in New York, City, war es in Boston, Massachusetts, bereits 12:12 Uhr, jedoch erst 11:30 Uhr in Cleveland, Ohio, und wiederum erst 11:14 Uhr in Indianapolis, Indiana. In einer Metropole wie New York konnte die Ortszeit zwischen dem Ost- und Westteil der Stadt um eine Minute oder mehr abweichen. Selbst zwischen beiden Enden der Oakland Bay Bridge in San Francisco unterschied sich die Sonnenzeit um rund 30 Sekunden.

Zeit- und Entfernungsübersicht aus dem Jahr 1862 mit den Zeitunterschieden von Stadt zu Stadt

Wie man sich vielleicht vorstellen kann, war die mit der Beschleunigung des Reiseverkehrs notwendig werdende Abstimmung der Zugfahrpläne ein logistischer Albtraum.

Dem Eisenbahnwesen ist daher die Einführung der Standardzeit zu verdanken, die fortan im gesamten Eisenbahnsystem verwendet wurde. 1884 wurde schließlich weltweit das System der 24 Zeitzonen eingeführt und angewendet. Grundlage hierfür war der Nullmeridian im britischen Greenwich.

Die US-Regierung führte die Standardzeit offiziell am 19. März 1918 ein, obwohl diese zu dem Zeitpunkt bereits seit vielen Jahren im ganzen Land verwendet wurde. Innerhalb eines Jahrzehnts wurde die Zeit dann schließlich auch in den meisten Ländern der Welt nach diesem System gemessen. 1972 wurde in einem Großteil der Welt die koordinierte Weltzeit (UTC) eingeführt. Seither werden die offiziellen Zeitzonen durch +/- UTC und nicht mehr GMT angegeben.

Eisenbahnfahrplan aus dem 19. Jahrhundert

EINFÜHRUNG DER SOMMERZEIT

Die Sommerzeit wurde erstmals im Ersten Weltkrieg eingeführt und dann erneut im Zweiten Weltkrieg, um Energie zu sparen und über mehr Tageslicht zu verfügen. Weltweit übernahmen die Länder entweder die Sommerzeit oder ignorierten sie. So verzichten Länder in Äquatornähe beispielsweise auf die Sommerzeit, da sich die Zeiten von Sonnenaufgang und -untergang nicht wesentlich verschieben.

Bis heute hat sich die Lage nicht gebessert. Länder wie China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indien verwenden keine Sommerzeit. Selbst in den USA gibt es in Hawaii und Arizona keine Sommerzeit, bei der Navajo Nation in Arizona hingegen schon. Hinzu kommt, dass die Sommerzeit und die Termine für die Zeitumstellung variieren. Über mehrere Wochen im Jahr hinweg ist es daher schwierig, die Uhrzeit an den verschiedenen Orten weltweit festzustellen.

Gerade in letzter Zeit wurde immer wieder darüber diskutiert, die Zeitumstellung ganz abzuschaffen und stattdessen entweder die das ganze Jahr geltende Standard- oder aber Sommerzeit einzuführen. Allerdings wird auch dies wieder von den Entscheidungen der einzelnen Länder abhängen.

DIE ENTSTEHUNGSGESCHICHTE

Seit der Übernahme von BOVET im Jahr 2001 hat Eigentümer Pascal Raffy immer wieder weitschweifende Überlegungen über die bestmögliche Interpretation der verschiedenen Zeitangaben angestellt. Dies umfasste in der Vergangenheit bereits Himmelskarten, die Zeitgleichung, die Sternzeit sowie die Tagundnachtgleichen von Sommer und Winter, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Zu den bahnbrechenden Zeitmessern zählten:

Die Récital 18 Rising Star,
Die Récital 20 Astérium (Gewinner des GPHG 2023 in der Kategorie Astronomie und Kalender)
Die Récital 22 Grand Récital (Gewinner der höchsten GPHG-Auszeichnung im Jahr 2018)
Die Récital 26 Chapter Two (Gewinner des GPHG-Preises 2020 in der Kategorie Mechanical Exception)
Mit der Récital 28 Prowess 1 haben Pascal Raffy und sein Team die irdische Zeitmessung nun stärker denn je vorangebracht.

„Als sich die Récital 26 Brainstorm Chapter Two in der Entwicklung befand, stellte ich fest, dass ich an meinem Handgelenk gerne einen außergewöhnlichen Zeitmesser mit Universalzeit tragen würde, der sich den Schwankungen der Weltzeit anpassen könnte“, erklärt Raffy. „Zwischen der Sommer- und Winterzeit liegen jedes Jahr ein paar Wochen voller Unstimmigkeiten. Außerdem gibt es Länder, die das ganze Jahr über nur eine Zeit anwenden. Bei der Récital 28 Prowess 1 sind die 24 Zeitzonen bei 6 Uhr auf Walzen angeordnet und die Sonne (das Tourbillon) bei 12 Uhr. Durch das Betätigen der Krone können vier verschiedene Zeiten eingestellt werden. Es handelt sich um eine wahre Meisterleistung und der Dank gilt meinem Team für fünf Jahre harte Arbeit, die in diesen außergewöhnlichen Zeitmesser geflossen sind.“

„Im Juni 2022 war die Produktion bereits startklar, doch ich stoppte das Projekt, da ich noch keine Idee für die Rotation der Zylinder hatte“, so Raffy weiter. „Das Konzept sah ein Weltzeitsystem wie bei der Orbis Mundi vor. Doch bei BOVET müssen immer auch uhrmacherische Fortschritte erzielt werden. Wir alle dachten, die Arbeit sei getan. Doch ich forderte mein fantastisches Team aus Ingenieuren und Uhrmachern heraus. Sie nahmen die Aufgabe an und das Ergebnis ist nicht weniger als ein mechanisches Meisterwerk.“

Der gesamte Entwicklungsprozess für die Récital 28 Prowess 1 dauerte mehr als fünf Jahre. Forschung und Entwicklung für den Zeitmesser begannen bereits, als BOVET noch mitten im komplizierten und zeitaufwendigen Projekt für den Rolls-Royce Boat Tail steckte.

MERKMALE DES ZEITMESSERS

Das Weltzeitsystem: Die 24 Walzen besitzen jeweils 4 Positionen, die allesamt durch die Krone gesteuert werden – UTC, AST (amerikanische Sommerzeit), EAS (europäische und amerikanische Sommerzeit) und EWT (Europäische Winterzeit). Durch das Betätigen der Krone wird jeder Zylinder um 90 Grad rotiert. So kann jede Zeitzone individuell eingestellt werden. Die Datumswalze basiert auf einem Design von Leonardo da Vinci. Die Wahl fiel auf dieses System, weil die technische Abteilung eine Lösung mit einer nicht allzu engen Verzahnung benötigte. Bei diesem System wird die Walze, sobald sie in der Öffnung positioniert ist, von der Feder gehalten und von der Verzahnung gelöst.

Das Tourbillon: Die Récital 28 Prowess 1 wird von einem brandneuen Uhrwerk angetrieben, dessen Grundlage das patentierte doppelseitige fliegende Tourbillon von BOVET ist. Das Tourbillon wurde erweitert: Die Hemmung befindet sich vollständig auf der einen Seite der zentralen Fixierung, während der Käfig mit Unruhreif und der manufaktureigenen Spiralfeder von BOVET auf der anderen Seite platziert ist. Durch die verstärkte Transparenz ist das Tourbillon nun noch faszinierender. Mit einem Gesamtgewicht von 0,35 Gramm handelt es sich bei dem neu gestalteten Käfig um den leichtesten, der je von BOVET verwendet wurde (62 Bauteile, 39 davon vollkommen neu). Die Récital 28 Prowess 1 ist im markenrechtlich geschützten Schreibschräge-Gehäuse (46,30 mm) von BOVET untergebracht, das jedoch eine völlig neue Größe aufweist, um dem Tourbillon bei 12 Uhr an der breitesten Stelle des Gehäuses ausreichend Platz einzuräumen.

Der ewige Kalender: Die Anzeigen von Datum, Schaltjahr und Monaten befinden sich auf Walzen. Angekommen beim jeweils letzten Tag und Monat dreht sich das Datum wie bei einem Spielautomaten zurück. Eine spezielle Dämpfung stoppt sie sanft, während die beiden anderen Walzen sich weiter vorwärts drehen. Ein Grund mehr, am Monats- und vor allem Jahresende bis Mitternacht aufzubleiben, um der Bewegung der Walzen zuzusehen. Auf der Rückseite des Zeitmessers offenbart BOVET erstmals das Innenleben des Mechanismus für den ewigen Kalender – ein wahrer Augenschmaus.

Verzierung und Veredelung: Alle 744 Bauteile werden von Hand veredelt und die Werkplatte wird perliert und mit Genfer Streifen versehen. Die Brücken werden von Hand graviert. Besonders hervorzuheben ist zudem die Anglierung der wesentlichen Strukturen des Uhrwerks mit der sogenannten Innenkante. Dabei treffen zwei Abschrägungen im Innenwinkel aufeinander. An der Stelle, an der die Flächen aufeinanderstoßen, muss eine scharfe Linie entstehen. Es handelt sich um die am schwierigsten zu erzeugende Kante. Zudem gilt: je schärfer die Spitze, desto anspruchsvoller. Nur äußerst geübten Händen gelingt die Innenkante. Maschinen können sie hingegen nicht erzeugen.

LIMITIERTE PRODUKTION

Die Fertigung des Zeitmessers ist streng limitiert. Pro Jahr kann BOVET nur acht Zeitmesser produzieren, da die Montage jedes Uhrwerks mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Die Récital 28 Prowess 1 wird in den Ausführungen aus 18 Karat Rotgold, Platin 950, und poliertem Grade 5 Titan angeboten.

„Bei der Récital 20 Astérium, der Récital 22 Grand Récital und der Récital 26 Chapter Two konzentrierten wir uns auf die Vereinigung von Himmel und Erde“, erklärt Pascal Raffy. „Mit der Récital 28 Prowess 1 lösen wir mit der Weltzeitfunktion, die an die verschiedenen, weltweit verwendeten Zeitmessungen angepasst werden kann, nun das Problem der irdischen Zeit. Mit diesem Zeitmesser wissen Sie immer, wie spät es überall auf der Welt ist.“

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONENBOVET 1822 FLEURIER RÉCITAL 28 „PROWESS 1“
MARKEBOVET 1822 FLEURIER
MODELLRÉCITAL 28 „PROWESS 1“
REFERENZXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
GEHÄUSE FORMDimier-„Schreibschräge“-Gehäuse
ABMESSUNGENDurchmesser: 46,3 mm, Höhe: 17,85 mm
MATERIAL18 Karat Rotgold / Platin / poliertes Grade 5 Titan mit Sichtboden aus Saphirglas
ZIFFERBLATTInnen- und Außenring aus Aventurin, Walzen mit schwarzer PVD-Beschichtung
UHRWERKHaute-Horlogerie-Manufaktur-Uhrwerk mit Handaufzug (Kaliber R28-70-00X).
DIMENSIONEN38 mm, 16 ¾ Linien, 13,30 mm hoch
BAUTEILE744 Bauteile
LAGERSTEINE51 Lagersteine
FREQUENZ18 000 Halbschwingungen pro Stunde / 2,5 Hz Frequenz
GANGRESERVEGangreserve: 10 Tage / 240 Stunden
FUNKTIONENStunden, Minuten, Sekunden auf dem fliegenden Tourbillon; Weltzeit mit Walzen mit UTC, Sommer und Winter; Ewiger Kalender mit Walzen für Datum (retrograd), Monat und Schaltjahr, Scheibe für den Wochentag
WASSERDICHTIGKEIT30 m
ARMBANDAus schwarzem Alligatorleder mit Platinnaht und Faltschließe aus 18 Karat Rot-/Weißgold
GARANTIE5 Jahre
PATENTEDoppelseitiges, fliegendes Tourbillon; dreidimensionale Verzahnung der Zahnräder der Monatswalze; retrograde Rechenkontrolle, Funktionsisolator
PREISXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX
VERFÜGBARKEITXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

WISSENSWERTES ÜBER DIE STANDARD-/UCT-ZEIT:

• 1878 schlug der Kanadier Sir Sandford Fleming das System der weltweiten Zeitzonen vor, das wir heute verwenden. Seine Empfehlung sah vor, die Welt in vierundzwanzig Zeitzonen zu unterteilen, die sich über jeweils 15 Längengrade erstreckten.

• Fünf Jahre später, im Jahr 1883, begannen verschiedene Eisenbahngesellschaften damit, dieses System innerhalb der Vereinigen Staaten einzuführen. Im darauffolgenden Jahr fand in New York City eine Konferenz statt, bei der die Position des Nullmeridians bestimmt wurde. Die Entscheidung fiel auf das englische Greenwich, das als Hauptmeridian der Erde die Grundlage für die 24 Zeitzonen bilden sollte.

• Von den weltweit 195 Ländern weisen 23 mindestens zwei verschiedene Zeitzonen auf.

• Vor der Einführung der Standardzeit im Jahr 1918 ließ die US-Regierung tausende Ortszeitzonen zu. Die Eisenbahngesellschaften setzten sich bei der Regierung jedoch für die Einrichtung von vier Zeitzonen ein, damit die Züge einen genauen Fahrplan einhalten konnten.

• Obwohl Längengrade in einer geraden Linie verlaufen, tun Zeitzonen dies nicht.

• Nordamerika, Afrika, Russland und Australien unterteilen ihre jeweilige Landmasse in verschiedene Zeitzonen. So ist die Ostküste der USA der Westküste drei Stunden voraus. China, Indien und Argentinien verzichten hingegen auf eine derartige Unterteilung.

• Australien hat horizontale Zeitzonen, die in Nord und Süd unterteilt sind.

• Die 3,3 Hektar große, unbewohnte Ostseeinsel Märket zwischen Schweden und Finnland gehört zu beiden Ländern und weist daher in der Mitte eine Zeitteilung auf. Zwischen beiden Seiten besteht ein Zeitunterschied von einer Stunde.

• Frankreich ist das Land mit den weltweit meisten Zeitzonen. Aufgrund der französischen Gebiete auf der ganzen Welt sind es 12 an der Zahl. Auf Frankreich folgen Russland mit 11 Zeitzonen und die USA mit 9 offiziellen Zeitzonen und zwei inoffiziellen Zeitzonen, die auch die überseeischen Forschungsstationen und Gebiete berücksichtigen.

• Auf ihrer sechstägigen Reise zwischen den russischen Städten Moskau und Wladiwostok durchquert die Transsibirische Eisenbahn 10 verschiedene Zeitzonen!

• China ist ein riesiges Land mit nur einer einzigen Zeitzone. Dabei sollte es in fünf Zeitzonen unterteilt sein.

• Weder Nord- noch Südpol haben offizielle Zeitzonen.

WISSENSWERTES ÜBER DIE SOMMERZEIT:

• Die englische Bezeichnung ist Daylight Saving Time (DST).

• Nur rund 70 Länder der weltweit 195 verwenden die Sommerzeit.

• In den USA verzichten mit Hawaii und Arizona zwei Bundesstaaten auf die Sommerzeit.

• Obwohl Bauern die Sommerzeit von Anfang an ablehnten, wurden sie zu Unrecht für ihre Einführung verantwortlich gemacht.

• Deutschland führte weltweit als erstes Land die Sommerzeit ein.

• Die Sommerzeit wurde nicht von Benjamin Franklin erfunden. Er empfahl den Parisern in einem humorvollen Essay, der 1784 im Journal de Paris erschien, jedoch, durch früheres Aufstehen Einsparungen bei den Ausgaben für Kerzen und Lampenöl zu erzielen.

• In den verschiedenen Ländern gelten unterschiedliche Bedingungen für die Sommerzeit. Werden die Uhren in Großbritannien um eine Stunde vorgestellt, wird dies als Britische Sommerzeit bezeichnet (BST). Nach dem Zurückstellen der Uhren gilt wieder die Greenwich Mean Time (GMT). In Europa gibt es die Westeuropäische Sommerzeit (WESZ), die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) und die Osteuropäische Sommerzeit (OESZ). In Irland gilt die Irische Standardzeit (IST).

• Die Vereinigten Staaten führten die Sommerzeit zunächst 1918 ein, schafften sie nach dem Ersten Weltkrieg aber wieder ab. Im Februar 1942 und damit während des Zweiten Weltkrieges wurde sie wieder eingeführt, als Präsident Franklin Roosevelt eine ganzjährig geltende Sommerzeit anordnete, die sogenannte „War Time“. Nach dem Krieg konnten die US-Bundesstaaten und -Städte selbst über die Anwendung der Sommerzeit entscheiden. Dies führte von 1945 bis 1966 zu Chaos und Verwirrung. 1966 erließ der Kongress dann den Uniform Time Act. Er besagt, dass jeder Bundesstaat, der die Sommerzeit anwendet, hierfür einem einheitlichen Protokoll folgen muss, in dem die Termine für Anfang und Ende der Sommerzeit festgelegt werden. Mit dem Energy Policy Act aus dem Jahr 2005 (der 2007 in Kraft trat) wurde die Sommerzeit um einen Monat verlängert.

• Jahrzehntelang wurde in Teilen Indianas die Sommerzeit angewendet, während sich andere Regionen des US-Bundesstaates dagegen entschieden.

• Laut einer Studie verlieren die meisten Menschen zu Beginn der Sommerzeit 40 Minuten Schlaf.

• Die Forderung nach einer Abschaffung der Zeitumstellung wird immer lauter. Allerdings reißt die Debatte darüber, welche Zeit eingeführt werden soll, nicht ab. Während sich einige für eine ganzjährige Standardzeit aussprechen, drängen andere auf eine ganzjährige Sommerzeit.

DAS LEBEN AUF DER GRENZLINIE ZWISCHEN ZWEI ZEITZONEN:

„Wenn man auf der Grenze zwischen zwei Zeitzonen lebt, ergeben sich seltsame Probleme. Unsere Kinder brechen zu seltsamen Uhrzeiten zu Veranstaltungen auf und kommen früher nach Hause als alle anderen. Auch unser Fernsehprogramm ist immer durcheinander. Bei manchen Sendern, wie bspw. CBS, empfangen wir das Fernsehprogramm aus zwei Zeitzonen. Verpasst man also um 18 Uhr eine Sendung, dann kann man sie einfach eine Stunde später anschauen. Die Anreise zu Meetings und Veranstaltungen innerhalb des gesamten Bundesstaats kann ganz schön kompliziert sein. Um pünktlich zu sein, muss man eine Stunde früher aufbrechen. Hier kann man tatsächlich Tage erleben, die ganze 25 oder nur 23 Stunden zählen. Man kann von einem Ort losfahren und dann vor der Uhrzeit der Abfahrt zu Hause eintreffen. So schafft man es, an zwei Orten gleichzeitig zu sein.“ – Donna Price, Kansas

„Ich lebe an der Grenze zwischen Alabama und Georgia. Der Grenzfluss Chattahoochee River trennt hier auch die Zeitzonen Eastern Standard und Central Standard voneinander. Über 700 Bauwerke der historischen Stadt Eufaula werden in der offiziellen Liste der US-amerikanischen Kulturdenkmale geführt. Daher sagen wir hier gerne, dass man beim Überqueren des Flusses in Richtung Georgia eine Stunde in die Zukunft reist, beim Überqueren des Flusses in Richtung Eufaula hingegen 50 Jahre in die Vergangenheit.“ – Cory Kirkland, Alabama.

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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