Absolute Fahrfreude im neuen Lotus Emira GT: Dank radikalem Leichtbau, kraftvollen 435 PS und puristischem Sportwagen-Charakter. Leider nur auf der Rennstrecke.

Der Schweizer Markt verzeichnet traditionell eine der höchsten Dichten an reinrassigen Sportwagen weltweit. Porsche dominiert dieses Segment zwischen Zürichberg und Genfersee seit Jahren mit erdrückender Marktpräsenz. Doch der britische Hersteller Lotus ist schon lange mehr als ein Geheimtipp. Der aktuelle Emira verspricht Supercar-Feeling zu durchaus vertretbaren Preisen.

Mit dem speziell für den Rennstrecke weiterentwickelten Emira GT4 zeigt Lotus zudem, dass man auch im professionellen Rennsport mit der Konkurrenz vom europäischen Festland mithalten kann.
Radikale Rennsport-Technologie im Emira GT4
Mit einem Leergewicht von exakt 1350 Kilogramm distanziert sich der Emira GT4 demonstrativ vom allgemeinen Trend zum Übergewicht. Im Heck arbeitet der bewährte 3.5-Liter-V6-Kompressor, der für diese Sondermodell auf 435 PS leistungsgesteigert wurde.
Ein Drehmoment von 450 Newtonmetern drückt den Mittelmotor-Zweisitzer ohne Strassenzulassung in nur 4.0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.

Der markante Heckflügel und die optimierte Aerodynamik wurden im Windkanal auf maximalen Abtrieb bei hohen Kurvengeschwindigkeiten getrimmt. – Lotus
Bilstein-Dämpfer und ein Lamellen-Sperrdifferenzial an der Hinterachse sorgen für kompromisslose Traktion aus engen Spitzkehren. Erst bei 295 km/h endet der Vortrieb beim Track Day auf der Rennstrecke.
Traktion und Aerodynamik vom Feinsten
Auf anspruchsvollen Rennstrecken generiert der feststehende Heckflügel bei 200 km/h spürbare 125 Kilogramm aerodynamischen Anpressdruck. Ein modifizierter Frontsplitter leitet die Kühlluft gezielt an der spezialisierte Alcon-Rennbremsanlage vorbei.
Selbst bei langen Fahrten im Ganzbereich bleibt der Druckpunkt des Pedals absolut unnachgiebig. Die Pirelli-Motorsport-Slicks verzahnen sich förmlich mit dem Asphalt.

Ein professionelles, einstellbares Bosch-Motorsport-ABS sorgt für späte Bremspunkte und maximale Kontrolle am Limit. – Lotus (Screenshot)
Die hydraulische Lenkung vermittelt dabei jede Fahrbahnunebenheit unverfälscht an die Handflächen des Fahrers. Elektronische Regelsysteme greifen erst ein, wenn der physikalische Grenzbereich tatsächlich überschritten wird.

Die Strassenversion des Lotus Emira: Einer der letzten echten Sportwagen?
Während der Neuwagenmarkt zunehmend von tonnenschweren Batterie-Boliden geflutet wird, zelebriert der strassenzugelassene Emira ungefilterte Verbrenner-Mechanik. Akustisch untermalt der brüllende V6 die kurvenreiche Topografie ohne künstliche Soundgeneratoren. Lotus bietet mit dem Emira eine analoge Alternative zu sterilen E-Sportwagen für Puristen. Der Basispreis von 92’700 Schweizer Franken positioniert den schlanken Briten attraktiv gegen deutlich teurere Kandidaten aus Zuffenhausen oder Maranello.
Lotus-Händler in St. Gallen, Bern und Genf melden für den aktuellen Emira wenig überraschend volle Auftragsbücher. Auch der etwas zahmere Bruder der GT4 bleibt ein wahres Erlebnis, das Enthusiasten ein Lächeln ins Gesicht zaubern wird.

| Technische Daten und Ausstattung | LOTUS Emira GT4 |
| MOTOR | 3,5-l-Toyota-V6 (2GR-FE) mit Harrop-/Motec-Kompressorabstimmung |
| LEISTUNG | 400–461 PS (anfänglich ca. 400 PS, spätere Ausbaustufen bis zu 461 PS) |
| GETRIEBE | Sequenzielles 6-Gang-Getriebe (Hewland / Xtrac) mit Schaltwippen und Lamellen-Sperrdifferenzial |
| GEWICHT | ca. 1.260 kg (trocken) / 1.350 kg (fahrbereit) |
| FAHRWERK & BREMSEN | Doppelquerlenker-Radaufhängung, verstellbare Öhlins-Gewindedämpfer, Alcon-Rennbremsanlage und ein professionelles Bosch-Motorsport-ABS |
FAZIT_Der Lotus Emira GT4 ist ein rein für den Rennsport entwickelter Kundensport-Rennwagen ohne Strassenzulassung, der in Zusammenarbeit mit der RML Group konstruiert wurde. Er leistet je nach Balance of Performance (BoP) rund 400 bis 461 PS aus einem 3,5-Liter-Toyota-V6 mit Kompressor und wiegt trocken etwa 1.260 bis 1.350 kg.
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