Jean-Frederic Dufour, Chef der Uhrenmarke Rolex, verbrachte am Final der US Open Stunden mit dem US-Präsidenten. Wer ist der Mann, der näher an Trump kam als der Bundesrat?
Es war neben dem Sieg von Carlos Alcaraz das grosse Thema am Final der US Open: Präsident Donald Trump wohnte dem Match im Arthur Ashe Stadium bei. Es war das erste Mal seit 25 Jahren, dass ein amtierender Präsident den Grand-Slam-Final in New York verfolgte. Und ganz nah bei Trump war mit Jean-Frederic Dufour ein Schweizer.

Dufour ist CEO des Schweizer Luxusuhrenherstellers Rolex, auf dessen Einladung Trump im Stadion war. Der US-Präsident verbrachte entsprechend den Abend in der Rolex-Loge und in Begleitung von Jean-Frederic Dufour. Über Stunden hinweg konnte sich der Firmenchef mit Trump unterhalten – etwas, das Wirtschaftsminister Guy Parmelin bei seinem Kurzbesuch in Washington am Freitag verwehrt blieb. Beim Versuch, eine Einigung im Zollstreit mit den USA zu erringen, musste der Bundesrat mit drei von Trumps Ministern vorliebnehmen.
Über was sich Dufour mit dem US-Präsidenten unterhielt, ist nicht überliefert. Allerdings ist es gut möglich, dass es zumindest teilweise um die Zölle ging, welche die USA erheben. Denn auch die Uhren von Rolex wurden mit dem Strafzoll von 39 Prozent belegt. Für Dufour dürfte es daher ein Erfolg sein, so nahe an Donald Trump herangekommen zu sein.

Erfolge sind dem 57-jährigen Genfer, der seit 30 Jahren in der Uhrenindustrie tätig ist, nicht fremd, wie die Zeitung «Bilanz» vor gut zwei Monaten schrieb. Einst bei Chopard, Ulysse Nardin, Blancpain und zuletzt CEO von Zenith, wurde Dufour 2015 zum Firmenchef von Rolex ernannt.

Unter Dufours Ägide stieg die Rolex-Produktion um die Hälfte auf 1,2 Millionen Einheiten pro Jahr an. Mittlerweile dominiert Rolex den Markt bei den Luxusuhren, der Marktanteil liegt gemäss einer Schätzung bei rund 32 Prozent.
Der grösste Coup, den Jean-Frederic Dufour landete, ist jedoch die Übernahme des Uhren- und Schmuckhändlers Bucherer für vier Milliarden Franken. Damit habe er, so die «Bilanz», «Rolexʼ Rolle als Branchenprimus gefestigt und gar stärker gemacht».

Passionierter Segler und Golfer
Privat ist über den Rolex-Chef weniger bekannt. Er ist verheiratet und Vater von drei mittlerweile erwachsenen Kindern. Die Familie lebte zuletzt in der Gemeinde Collonge-Bellerive am Genfersee, nahe bei Golfclub und Société Nautique de Genève (SNG). Denn neben einer Leidenschaft für Luxusuhren hat Dufour auch eine Passion fürs Segeln und Golfen.

Zu seinen Freunden zählt «JFD», wie er bei Rolex heisst, unter anderem Jean-Claude Biver, Präsident der Schweizer Uhrenfirma Hublot, oder François-Henry Bennahmias, Lenker von Audemars Piguet, einer weiteren Schweizer Uhrenmarke. Und als Botschafter von Rolex dürfte auch Roger Federer zum Kreis von Jean-Frederic Dufour zählen.
SUMMARY_Der US Präsident Donald Trump polarisiert, für die einen ist er ein “Messias”, für die anderen ein “durchgeknallter und gefährlicher Spinner”, der sich an keine Regeln hält. Jean-Fred Dufour gelang etwas, woran der Bundesrat erbärmlich scheiterte. Karin Keller-Sutter hatte es bei Trump mit ihren unrealistischen Verhandlungen ordentlich vergeigt, er will die Schweizerische Bundespräsidentin “nie mehr sehen”, so Trump. Und Guy Parmelin setzt auf Zeit und Diplomatie, denn steter Tropfen höhlt den Stein, um von Trumps 39 Prozent Zollhammer herunterzukommen. Die Handelszeitung respektive der ewig zweite Mann stellt die Frage “War es eine gute Idee, dass Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour Trump samt offizieller Entourage und Family zum Final bat?” und gibt sich dabei selbst die Antwort.
Erstens sind viele Tennisfans verärgert. Weil das Spiel wegen Zusatz-Screenings im Stadion durch den Secret Service deutlich verspätet starten konnte und weil viele Fans die ersten Games verpassten, weil sie noch draussen in den Schlangen vor den Einlasskontrollen standen.
Zweitens zeigen sich in den sozialen Medien bereits viele Beobachter irritiert, dass die Firma Rolex, die viele Umweltschutzinitiativen finanziert, einen Mann unterhält, der das Rad im Klimaschutz radikal zurückdreht.
Drittens kommt die Aktion bei Rolex-Fans, die Trump nicht unterstützen, gar nicht gut an und könnte sich zum PR-Desaster auswachsen.
Viertens schliesslich – und das scheint mir entscheidend – stellt sich die Frage: War Dufour ausschliesslich in Rolex-Mission unterwegs? Oder hatte er so etwas wie ein «Team Switzerland»-Mandat, sei es quasi-diplomatisch vom Bund oder als Lobbyist des Uhrenverbandes FH? Schliesslich ist es für die Bewertung der Einladung relevant, ob Dufour den privaten Hofnarr gab oder den Hilfsdiplomaten. Die Antwort aus dem WBF von Bundesrat Guy Parmelin ist klar: «Nein, es gab kein Mandat. Der Bundesrat nutzte die US Open nicht als Plattform für Gespräche.» Die Antworten von FH und Rolex stehen noch aus.
Ich persönlich finde, dass sich Jean-Fred mit dieser Aktion keinen grossen Gefallen gemacht hat. Denn Trump ist ein vorbestrafter Krimineller und es wird noch einiges – Causa Jeffrey Epstein – auf ihn zukommen. Die von Trump gezeichneten Geburtstagswünsche sind nur die Spitze vom Eisberg. Jean-Fred ist jedoch ein sogenanntes “Teflon” Männchen an dem alles abprallt. Dufour hat vorgesorgt, seine Rolex Lager in der USA sind bis November 2026 gefüllt.
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