Donnerstag , 21 Mai 2026
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Eine Uhr von Patek Philippe: Symbol für steigende Nachfrage von Swiss Made Gebrauchtuhren. (Quelle: Unsplash.com)

Hohe US-Zölle auf importierte Schweizer Uhren befeuern den Gebrauchtuhren-Markt

Neue Forschungsergebnisse von The Watch Register zeigen: Die erhöhten US-Zölle auf Schweizer Uhrenimporte treiben die Nachfrage nach Gebrauchtuhren massgeblich an. 73 Prozent der befragten Händler:innen erwarten steigende Handelsvolumen im Occasion-Markt. Gleichzeitig wächst die Bedeutung unabhängiger Datenbanken zur Prüfung gestohlener Uhren.

Die US-Zölle zeitigen erste konkrete Auswirkungen im Luxusgütermarkt, insbesondere bei Schweizer Uhren. Denn eine neue internationale Studie von The Watch Register, der nach eigenen Angaben weltweit grössten und etabliertesten Datenbank für gestohlene und vermisste Luxusuhren, belegt: Die US-Zölle auf Schweizer Uhrenimporte haben den Gebrauchtuhrenmarkt nachhaltig verändert. Während die Zölle von ihrem Höchststand von 39 Prozent im August 2025 auf 15 Prozent im November 2025 gesenkt wurden, liegen sie weiterhin deutlich über dem Niveau von rund 2,5 Prozent, das vor 2025 galt.

Mehrheit der Händler:innen erwartet höhere Volumina

Die Studie, durchgeführt von The Watch Register in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunterneh-men Pureprofile, befragte im März 2026 Händler:innen von Second-Hand-Uhren in den USA, Europa, Asien und dem Nahen Osten. Das Ergebnis ist eindeutig: Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Befragten rechnen mit einem Anstieg der Handelsvolumen bei Gebrauchtuhren, direkt verursacht durch die Zölle auf neue Schweizer Zeitmesser. Da die Preise für neue Modelle gestiegen sind, verlagert sich die Nachfrage zunehmend auf Occasionsware – Käufer:innen suchen nach Möglichkeiten, den Mehrkosten auszuweichen.

Ryan Chong, Chief Marketplace Officer bei Bezel, kommentiert: «Als Marktplatz haben uns die Zölle enorm betroffen. Die Preise stiegen und schwankten anschliessend, bis die Verkäufer:innen ihre Lieferkette stabilisieren konnten. Das Angebot – insbesondere bei ungetragenen Uhren – war aufgrund rückläufiger Schweizer Exporte und geringerer Importe durch US-Händler:innen begrenzt. Trotz dieses Gegenwinds haben wir im letzten Jahr ein erhöhtes Handelsvolumen beobachtet, das wir einem stärkeren Interesse an Uhren und motivierten Verkäufer:innen angesichts der höheren Werte zuschreiben.»

Sicherheit im Occasionsmarkt gewinnt an Bedeutung

Katya Hills, Managing Director von The Watch Register, betont die anhaltende Dynamik: «Trotz der Senkung der US-Zölle von 39 auf 15 Prozent Ende letzten Jahres sind die Zölle nach wie vor deutlich höher als noch vor einem Jahr. Das treibt die Nachfrage weiter in den Gebrauchtmarkt.» Hills weist zudem auf die wachsende Notwendigkeit hin, Uhren vor dem Kauf systematisch zu prüfen: «Da der Sekundärmarkt wächst, ist es unerlässlich, dass alle Gebrauchthändler:innen – einschliesslich jener, die mit Luxusmarken verbunden sind – ihren Warenbestand gegen unabhängige Datenbanken prüfen und sich nicht allein auf interne Herstelleraufzeichnungen verlassen. Eine breitere Datenbasis schliesst Lücken und sorgt für mehr Schutz für Unternehmen und ihre Kund:innen.»

Im Jahr 2025 hat The Watch Register einen Meilenstein erreicht: Seit der Gründung der Plattform vor mehr als einem Jahrzehnt wurden über 5’000 gestohlene oder vermisste Uhren identifiziert. Allein im vergangenen Jahr wurden gestohlene Uhren in 34 Ländern auf allen Kontinenten aufgespürt – von Nord- und Südamerika über Europa und Asien bis hin zu Nordafrika, Australien und dem Nahen Osten.

Globale Datenbank als Schutzinstrument

The Watch Register bietet einen weltweit verfügbaren 24/7-Service, der es Käufer:innen ermöglicht, zu prüfen, ob eine zum Kauf angebotene Uhr als gestohlen gemeldet ist. Die Datenbank kombiniert komplexe Algorithmen mit menschlicher Expertise und wird von Uhrenhändler:innen, Juwelieren, Pfandleihhäusern und Auktionshäusern genutzt. Sobald eine gestohlene Uhr lokalisiert ist, übernimmt ein spezialisiertes Rückgewinnungsteam die Sicherung und Rückführung an die rechtmässigen Eigentümer:innen. Bemerkenswert: Ein Drittel der aufgefundenen gestohlenen Uhren wird mitsamt Originalbox und Papieren angeboten – der Besitz von Dokumenten ist demnach kein Indiz für eine rechtmässige Eigentümerschaft.

Quelle: https://www.thewatchregister.com

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