Donnerstag , 21 Januar 2021
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Schweizer Uhrenexporte kommen im April nahezu zum Erliegen

So kurz war der monatliche Bericht des Verbands der Schweizer Uhrenindustrie FH wohl lange nicht mehr. Es ist aber auch kein Wunder, denn viel zu berichten gibt es nicht, da infolge der Corona-Pandemie und des Stillstands in Produktion, Vertrieb und Verkauf die Uhrenexporte quasi zum Erliegen gekommen waren.

Es trifft die Schweizer Uhrenhersteller mit voller Wucht. Im April 2020 haben sie gegenüber dem Vorjahresmonat wertmäßig 81,3 Prozent weniger Uhren exportiert (328,8 Mio. CHF). Dabei liegen die Rückgänge je Region zwischen minus 96,4 Prozent (Großbritannien) und minus 16,1 Prozent (China). Nach Deutschland exportieren die Schweizer im April 2020 Uhren im Wert von 18,6 Millionen Schweizer Franken, das sind 82,1 Prozent weniger als im April 2019.

Von Januar bis April 2020 verzeichnet damit die Schweizer Uhrenindustrie ein Export-Minus in Höhe 26,3 Prozent. Volumenmäßig betrug der weltweite Rückgang der Schweizer Uhrenexporte 78,6 Prozent im April 2020, es wurden 338.139 Armbanduhren exportiert.

Der massive Rückgang betrifft alle Materialien und Preissegmente.

China war das einzige Land, das sich im April dem Trend widersetzte. Die Exporte gingen dort im April nach einem Anstieg im März um 16,1 Prozent zurück, was die Erholung auf dem chinesischen Markt zeigt. Infolgedessen machte China im vergangenen Monat ein Drittel der Schweizer Uhrenexporte aus. Alle anderen Märkte schrumpften stark.

Ein solcher massiver Rückgang kann in keiner Weise wieder aufgeholt werden, auch wenn es zunehmende Lockerungen von den Corona-Restriktionen gibt und Handel, Produktion und Reisemöglichkeiten langsam wieder hochgefahren werden.

Umso mehr überrascht der sehr nüchterne, fast schön beschönigende Kommentar des Verbands der Schweizer Uhrenindustrie FH angesichts dieser dramatischen Situation, von der niemand weiß, wie lange sie noch andauern wird:

„Die Details dieses weit verbreiteten Rückgangs sind – mit Ausnahme von China – nicht besonders interessant, da sie eher eine Ausnahmesituation als eine Nachfrageentwicklung widerspiegeln.“

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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