Der Uhrenkonzern Swatch hat im ersten Halbjahr 2025 einen um 11.2 Prozent tieferen Umsatz erzielt. Der Umsatz beläuft sich auf 3.1 Milliarden Franken. Der Gewinn brach auf 17 Millionen Franken ein, nach 147 Millionen im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilte.
Relativ kleiner Gewinn
Der Uhrenkonzern Swatch blickt auf ein weiteres sehr schwieriges Halbjahr zurück. Der Umsatz ging noch stärker zurück als erwartet und am Ende blieb nur noch ein relativ kleiner Gewinn übrig.
Swatch erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 3.06 Milliarden, wie die für Uhrenmarken wie Omega, Longines oder Tissot bekannte Gruppe mitteilte. Das waren 11.2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Um Währungseinflüsse bereinigt nahmen die Verkäufe um 7.9 Prozent ab. Analysten hatten im Durchschnitt organisch mit einem Rückgang von 4.2 Prozent gerechnet.
Blick in Richtung Fernost
In China gebe es erste positive Signale einer Verbesserung, sichtbar vor allem im E-Commerce und in der Reduzierung der Lager bei den Händlern, heisst es. Swatch erwarte daher ein verbessertes Marktumfeld im Grossraum China in der zweiten Jahreshälfte 2025.
Nordamerika mit zweistelligem Wachstum
Die USA, Mexico und Kanada wuchsen im ersten Semester 2025 indes zweistellig. Insbesondere die Marken Omega, Longines, Rado, Tissot und Hamilton hätten Marktanteile gewonnen, und auch die Marke Swatch habe die Vorjahreszahlen übertroffen. Indien verzeichnete ein Umsatzplus von über 20 Prozent zum Vorjahr.
Japan habe Umsätze auf dem Niveau des Rekordjahres 2024 erreicht. «Sehr gut» hätten sich auch die Verkäufe im Mittleren Osten und in Australien entwickelt. In der Schweiz kam es zu einer leichten Umsatzeinbusse wegen des sehr starken Schweizer Frankens, während die übrigen europäischen Märkte einen stabilen Umsatz erzielten.
Talente gehalten und keine Kurzarbeit
In der Produktion erlitt Swatch ein stark negatives operatives Resultat, weil die Produktionskapazitäten und Arbeitsplätze in der Schweiz bewusst aufrechterhalten wurden. «Die teilweise tiefen Bestellungen, sowohl von Dritten wie auch von den Konzernmarken, führte zu einem Umsatzrückgang und stark negativen operativen Resultaten im Produktionsbereich», erklärte Nick Hayek gegenüber Tick-Talk.
Der Konzern verzichte bewusst darauf, qualifiziertes Personal zu entlassen, «nur» um die finanziellen Auswirkungen zu reduzieren. Die Produktionsgesellschaften hätten auch keine Kurzarbeit eingeführt. Swatch-CEO Nick Hayek betont regelmässig, Massnahmen zur Reduzierung der Personalkosten in einer Schwächephase zu vermeiden, um die Talente in dem zyklischen Geschäft für Zeiten des Aufschwungs zu sichern.
Der Personalbestand nahm laut Mitteilung vom Donnerstag im ersten Halbjahr durch natürliche Fluktuationen um 1,9 Prozent ab und betrug per Ende Juni knapp 32’000 Personen nach rund 32’500 Ende 2024.
Ausblick zweites Halbjahr 2025
USA, Japan und Indien haben weiterhin grosses Wachstumspotenzial. Die Gruppe erwartet eine weitere Reduktion der Lagerbestände bei den chinesischen Einzelhändlern und damit eine Erholung der Bestellungen. Der E-Commerce in China zeigt weiterhin eine Stimulierung des Konsums. Die Gruppe erwartet demzufolge auch eine bessere Auslastung der Produktion, insbesondere auch getrieben von zahlreichen neuen Produktlancierungen, und dies in allen Preissegmenten
SUMMARY_Über die makroökonomischen Unsicherheiten belastet der stark gesunkene Dollar das Resultat des Uhrenkonzerns. Massnahmen zur Kostensenkung vermögen negative Faktoren wie Nachfrageschwäche und Währungseffekte nicht genügend kompensieren, sodass die Marge unter Druck ist. Eine rasche Wende ist auch hier nicht in Sicht. Immerhin ist die Swatch Group solide finanziert, und bietet gute Dividendenrendite, wenn diese wegen der schwachen Uhrennachfrage etwas gekürzt würde. Eine markante Kurserholung dürfte erst erfolgen, wenn das Topmanagement verändert würde, was angesichts der Dominanz der Hayek-Familie vorderhand auch nicht absehbar ist.
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