Das Cockpit ist das Spiegelbild der Autoseele. Tacho, Drehzahlmesser, Öldruck, Spannung und Kraftstoff - je mehr Informationen, desto besser. Während sich die Masse von Runduhren verabschiedet, und auf Digitalität setzt, bleiben einige Hypercars Ihrer analogen Tradition treu, wie zum Beispiel Bugatti. Nachdem der in New York ansässige Juwelier und Uhrmacher Jacob & Co. mit zweifelhaftem Ruf und ursprünglich russischen Wurzeln dem Bugatti Chiron ein massgeschneidertes Tourbillon einverleibte, verfolgt Bugatti mit dem Bugatti Tourbillon ein konsequent analoges Konzept. Sein Kombiinstrument entsteht in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Concepto, das auf hochkomplexe mechanische Uhrwerke spezialisiert ist. Eine Folge der Dokumentarreihe "A New Era" von Bugatti beleuchtet Entwicklung und Fertigung dieses Bauteils. Dazu passt auch schon der Name des Fahrzeugs: "Tourbillon" verweist auf eine 1801 patentierte Konstruktion aus der Uhrmacherei, die Gangabweichungen durch die Schwerkraft reduziert. Anders als frühere Modelle der Marke, die nach Rennfahrern benannt waren, bezieht sich der Tourbillon damit auf eine technische Innovation. Die Wahl des Namens definiert zugleich den gestalterischen Rahmen: Ziel war ein Anzeigeinstrument, das ohne digitale Hauptanzeige auskommt und langfristig Bestand haben soll. https://www.youtube.com/watch?v=4Nwp4TOWnTc&t=5s as Kombiinstrument besteht aus mehr als 650 Einzelteilen. Gefertigt wird es bei Concepto in Handarbeit unter Einsatz klassischer Verfahren der Haute Horlogerie. Dazu zählen traditionelle Finissierungen, präzise gefräste Komponenten sowie manuelle Montageprozesse. Die Anforderungen unterscheiden sich jedoch deutlich von jenen einer Armbanduhr: Dimensionen, Belastungen durch Temperaturwechsel, Vibrationen und Beschleunigung entsprechen automobilen Standards. Die Verbindung mechanischer Baugruppen mit elektronischen Komponenten stellte eine zentrale Entwicklungsaufgabe dar. Leiterplatten, Sensorik und LED-Elemente mussten in eine Architektur integriert werden, die ursprünglich aus rein mechanischen Uhrwerken abgeleitet ist. Herkömmliche Werkzeuge aus der Uhrmacherei erwiesen sich aufgrund der Bauteilgrößen als ungeeignet; für das Projekt wurden angepasste Fertigungsmethoden entwickelt. Für die sichtbaren Flächen stehen verschiedene dekorative Techniken zur Verfügung, darunter Clous de Paris, Guillochierungen oder Tapisserie-Strukturen. Diese Verfahren stammen aus der klassischen Uhrengestaltung. Ergänzend sind Materialien wie Aventurin oder unterschiedliche Metalloberflächen vorgesehen. Funktionslager aus Rubin reduzieren Reibung innerhalb der mechanischen Baugruppen. Saphirglas schützt exponierte Elemente. Zahnräder und weitere Kernkomponenten wurden eigens für dieses Instrument konstruiert. Die Individualisierung erfolgt anhand physischer Musterteile, nicht allein über digitale Visualisierungen. Dadurch können Oberflächenwirkung und Materialanmutung unmittelbar geprüft werden. Das Kombiinstrument ist als zentrales Element des Innenraums ausgelegt. Unterstützt wird dies durch ein Lenkrad mit feststehender Nabe. Der Lenkradkranz rotiert um die zentrale Einheit, sodass die Anzeigen unabhängig vom Lenkwinkel sichtbar bleiben. Diese Konstruktion vermeidet verdeckende Speichen im direkten Sichtfeld. Trotz seiner mechanischen Ausrichtung erfüllt das Instrument die Anforderungen eines modernen Hochleistungsfahrzeugs. Es kombiniert analoge Anzeigeprinzipien mit elektronischer Datenerfassung und -verarbeitung. Damit entsteht ein hybrides System aus klassischer Mechanik und aktueller Fahrzeugtechnik. Das Resultat ist ein Anzeigeinstrument, das bewusst auf digitale Hauptbildschirme verzichtet und stattdessen mechanische Präzision in den Mittelpunkt stellt. Es fungiert als funktionales Bauteil des Fahrzeugs und zugleich als eigenständiges technisches Objekt innerhalb des Innenraums. STECKBRIEFThe CarMARKEBUGATTIMODELLTOURBILLONLEISTUNG1800 PS aus einem 16-Zylinder-SaugmotorElektropower im Dreierpack gibt es ergänzend an Vorder- und Hinterachse, die weitere 588 kW / 800 PS beisteuern.0 auf 100in 2 SekundenREIFENFormat 285 / 35 R 20 vorn und 345 / 30 R 21 hinten zusammen mit Michelin entwickelt, die hierfür einen eigenen Pilot Cup Sport 2 kreierten, den es noch nie gegeben hatte.The WatchPREIS3,8 Millionen Euro (netto)VERFÜGBARKEITLimitiert auf 250 Fahrzeuge, Start 2026 SUMMARY_