Samstag , 18 April 2026
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Highlight 2026: Die Daytona “Albino” kehrt zurück.

Wie in nahezu jedem Jahr richtet sich ein Großteil der Aufmerksamkeit auf Rolex. Der Genfer Hersteller wahrt traditionell Stillschweigen und lässt damit viel Raum für Spekulationen. Jetzt ist Schluss mit der Gerüchteküche: Eine der seltendsten Rolex Uhren wurde zum 100-jährigen Jubiläum der Rolex Oyster auf der Genfer Uhrenmesse lanciert.

Der Mythos der Daytona “Albino”

Nur drei Exemplare dieser seltenen Rolex Daytona “Albino” sind bis heute aufgetaucht, vier könnten existieren. Diese Seltenheit trug maßgeblich zur Mythisierung dieses Modells bei.

Die Bezeichnung „Albino“ bezieht sich auf das vollständig silberne, monochrome Zifferblatt der Uhr. Sie basiert auf der Rolex Daytona Ref. 6263, jedoch mit einem Zifferblatt, das sich deutlich von allen regulären Daytona‑Varianten unterscheidet. Die Subdials sind ebenfalls silbern, mit schwarz lackierten Markierungen – ein Look, der in der Daytona‑Historie einzigartig ist. Einer der ersten Albino Daytonas wurde im Mai 2008 verkauft.

Eine der bekanntesten Uhren gehörte Eric Clapton. Sie wurde bei Sotheby’s für über 500.000 USD verkauft – ein Rekord, der die Vintage‑Rolex‑Welt elektrisierte und als Startpunkt der „Mega‑Vintage‑Ära“ gilt. Lange galt dieses Stück als heiliger Gral unter Sammlern. Der legendäre Händler Tom Bolt, der den Begriff „Albino“ prägte, bestätigte sogar, dass er das erste Exemplar in den späten 1990ern selbst zusammenstellen ließ.

Neuere Erkenntnisse aus den 2020er Jahren: Der Investigativ‑Analyst Jose Pereztroika (Perezcope) deckte auf, dass die Albino‑Daytonas keine originalen Rolex‑Konfigurationen sind. Stattdessen handelt es sich um „Frankenwatches“: die Zifferblätter stammen von der Ref. 6238 Pre‑Daytona, Diese wurden in Ref. 6263‑Gehäuse transplantiert. Auch die Zeiger passen nicht zu periodenkorrekten 6263‑Spezifikationen.

2026 Rolex „Albino“-Daytona Ref. #126502 – in Stahl-Platin & mit Emaille-Zifferblatt

Die neue Daytona ist innerhalb der Rolex-Neuheiten 2026 vielleicht die Uhr, die am deutlichsten zeigt, wie sehr sich bekannte Formen über Material und Oberfläche neu lesen lassen.

Auf den ersten Blick bleibt sie klar Daytona: 40 mm, Oyster-Band, dunkle Lünette, weißes Blatt, die vertraute Tri-Compax-Architektur. Erst beim zweiten Blick wird klar, dass hier mehrere Premieren zusammenkommen. Rolex kombiniert den Cosmograph Daytona erstmals in Rolesium, also Edelstahl Oystersteel und Platin.

Dazu kommen eine neue anthrazitfarbene Cerachrom-Lünette mit metallischem Effekt, ein weiß emailliertes Zifferblatt und ein transparenter Gehäuseboden. Gerade diese Mischung macht die Uhr interessant. Sie wirkt nicht wie eine radikale Neuerfindung, sondern wie eine sehr gezielte Verdichtung bekannter Daytona-Codes.

Das Zifferblatt ist einer der stärksten Punkte dieser Ausführung. Es entsteht in Grand-Feu-Email, also in einem aufwendigen Verfahren, bei dem die Emaille bei über 800 Grad gebrannt wird. Bemerkenswert ist hier vor allem die technische Umsetzung: Die Emaille wird nicht klassisch direkt auf eine Metallgrundscheibe gebracht, sondern zunächst auf Keramikplatten aufgetragen, die später auf eine Messingbasis gesetzt werden. So entstehen sowohl das Hauptblatt als auch die drei Totalisatoren.

Dem gegenüber steht die anthrazitfarbene Lünette, deren Keramik mit Wolframkarbid angereichert wurde und die über eine neu gestaltete Tachymeterskala mit horizontal gesetzten, „schwebenden“ Ziffern verfügt, ein klarer Verweis auf frühe Daytona-Gestaltung. Der Platinring um die Lünette und der Platinbodenring halten das Ganze materiell zusammen.

Im Inneren arbeitet das Kaliber 4131, ein automatisches Chronographenwerk mit Schaltrad, vertikaler Kupplung und rund 72 Stunden Gangreserve. Die reduzierte Zahl der Komponenten in der Chronographenfunktion zielt klar auf höhere Zuverlässigkeit. Dazu kommen Chronergy-Hemmung, blaue Parachrom-Spirale, Paraflex-Antischocksystem und die für das Werk typische Rolex-Côtes-de-Genève-Finissierung. Sichtbar wird all das durch den Saphirboden, hinter dem die durchbrochene Schwungmasse aus Gelbgold sitzt. Zusammen mit 100 Metern Wasserdichtheit, Oysterlock-Schließe und Easylink-Verlängerung bleibt diese Daytona nicht bei einer reinen Materialgeschichte stehen. Sie ist eine sehr moderne Daytona, die Technik, Handwerk und Markenästhetik ungewöhnlich sauber zusammenführt.

STECKBRIEF
MARKERolex
MODELLOyster Perpetual Cosmograph Daytona “ALBINO”
REF. NR.126502
GEHÄUSE
GEHÄUSE-MATERIALOystersteel und Platin (Rolesium)
GEHÄUSE-DIMENSIONEN40mm Durchmesser
12.2mm Stärke
ZIFFERBLATT FARBEreinweiß Emaille
INDIZESaus Weißgold
LUMISZIERUNGJa
WASSERDICHTIGKEIT100 Meter
ARMBANDOyster Armband, Stahl, gebürstet
UHRWERK
KALIBERRolex Kaliber 4131, mechanisch mit automatischem Aufzug
FUNKTIONENStunden, Minuten, kleine Sekunden, 12-Stunden-Chronograph mit zentralen Sekunden
GANGRESERVE72 Stunden
FREQUENZ28.800 vph
STEINE47
CHROMETER-ZERTIFIZIERTCOSC und Rolex Superlative Chronometer (2026)
WEITERE DETAILSParamagnetische blaue Parachrom-Haarfeder, Rolex-Overcoil, Chronergy-Hemmung
VERFÜGBARKEIT
PREIS€56,160.–

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