Freitag , 29 Mai 2026
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Weltpremiere Ferrari Luce: Der erste Elektro-Ferrari sorgt für Hohn und Spott

«Aufgeblasener Nissan Leaf», «Apple-Car» oder «wie von Homer Simpson entwickelt»: Die Optik des neuen E-Autos von Ferrari sorgt für bissige Kommentare.

Am Montag stellt Ferrari das Modell Luce vor (italienisch für Licht). Es ist das erste reine Elektroauto des italienischen Sportwagenherstellers. Die Firma spricht von einem «neuen Kapitel» und einem «Ferrari 360 Grad».

So sieht der neue Ferrari aus

Mit vier Türen und fünf Sitzen ist der Wagen kein klassischer Mittelsportwagen. Laut «Auto-Bild» positioniert sich der Luce irgendwo zwischen dem Ferrari Purosangue, dem Porsche Taycan Turbo GT und dem Lotus Emeya. Statt Mitteltunnel und klassischem Frontmittelmotor gebe es eine flache Batterie im Unterboden und ein grosszügiges Platzangebot  mit Lounge-Atmosphäre. Das Gepäckraumvolumen fasst 597 Liter.

Beim Design arbeitete Ferrari mit dem Kreativkollektiv Lovefrom um den ehemaligen Apple-Chefdesigner Jonathan Ive zusammen. Jetzt gibt es statt den bei Ferrari typischen aggressiven Kanten ein Design, das wie aus einem Guss wirkt. Eine gläserne Kuppelstruktur zieht sich über die Fahrgastzelle. Ferrari spricht vom Glass House. Zahlreiche abgerundete Elemente im Innenraum erinnern laut «Auto-Bild» an Apple-Produkte.

Die Optik sorgt in sozialen Medien für Kritik. Manche sprechen von einem «aufgeblasenen Nissan Leaf» oder einem «Apple-Car». Unter dem offiziellen Video auf Youtube sammeln sich zahlreiche bissige Kommentare. «Man kauft sich einen Ferrari, um Blicke auf sich zu ziehen – dieser hier dreht einem den Magen um», schreibt ein User. Der legendäre Enzo Ferrari würde sich im Grab umdrehen, ein anderer. Ein weiterer User witzelt: «Ich wusste gar nicht, dass Ferrari Homer Simpson engagiert hat, um Autos zu entwerfen.»

Traditionalisten fürchten um den charakteristischen Sound. Künstliche Geräusche soll der Luce aber nicht von sich geben. Stattdessen setzt Ferrari auf echte mechanische Klänge der Elektromotoren. Dabei erfassen Sensoren Vibrationen und Resonanzen der E-Achsen und verstärken sie. Wie das dann klingt, ist noch unklar.

Steckbrief

1050 PS Gesamtleistung

Vier Elektromotoren treiben den Ferrari Luce an – wie beim F80 einer pro Rad. Sie bringen eine Gesamtleis-tung von 772 kW respektive 1050 PS. Von 0 auf 100 km/h ist er in 2,5 Sekun-den. Zur Höchstgeschwin-digkeit macht Ferrari keine exakten Angaben und schreibt lediglich von über 310 km/h.

Die 122-kWh-Batterie ermög-licht eine Reichweite von 450 bis 530 Kilometern. Das Modell misst 5,026 Meter in der Länge, 1,99 Meter in der Breite (ohne Spiegel) und ist 1,54 Meter hoch. Das Gewicht beträgt 2260 Kilogramm.

Preis

Der Ferrari Luce soll Ende dieses Jahres erhältlich sein. Zum Preis macht Ferrari noch keine offiziellen Angaben, laut Berichten soll er aber umgerech-net bei über 500’000 Franken liegen.

Das Fazit an der Börse fällt kritisch aus. Die Ferrari-Aktie fiel am Dienstag zeitweise um über acht Prozent.

SUMMARY

Die negativen Stimmen zum Ferrari Luce konzentrieren sich auf drei Hauptpunkte: Designbruch, Mythos-Verlust und Preis/Positionierung. Fans, Analysten und sogar ehemalige Ferrari‑Führungskräfte äußern deutliche Kritik.

1. Designkritik – „Sieht nicht aus wie ein Ferrari“

  • Viele Fans empfinden die Formensprache als untypisch, zu rund, zu „EV‑Mainstream“. Vergleiche mit Prius, Nissan Leaf oder japanischen Budget‑Cars tauchen häufig auf.
  • In sozialen Medien wird das Design massiv verspottet; tausende Kommentare kritisieren die fehlende Ferrari‑DNA.
  • Analysten und Influencer sehen das Design als Rätsel und zu nah an Massenmarkt‑E‑Autos.

2. „Zerstörung eines Mythos“ – Identitätsverlust

  • Mein langjähriger Freund, Ex‑Ferrari‑Präsident Luca di Montezemolo, warnt vor einer „Zerstörung der Ferrari‑Legende“ und nennt das Modell eine Gefahr für das Markenimage.
  • Auch andere ehemalige Ferrari‑Manager sprechen von einer „ästhetischen und technischen Beleidigung“ für Ferrari‑Liebhaber.
  • Kritiker bemängeln, dass der Luce mit vier Türen, fünf Sitzen und Familien‑Tauglichkeit zu weit vom puristischen Ferrari‑Ideal abweicht.

3. Finanzmärkte reagieren negativ

  • Die Ferrari‑Aktie fiel nach der Präsentation um 6 % (teilweise sogar über 8 %). Anleger zweifeln an der Strategie.
  • Investoren sehen ein strategisches Risiko, da Ferrari seine Kernkompetenz (V12‑Emotion, Exklusivität, Leichtbau) verlässt.

4. Kritikpunkte aus Social Media

  • „Der erste Ferrari, der in zwei Jahren nur noch 30’000 wert sein wird.“ – Spott über Wertverlust.
  • „Warum können sie ein Elektroauto nicht normal aussehen lassen?“ – Kritik an der Form.
  • Überraschung selbst bei den F1‑Fahrern Hamilton und Leclerc bei der Enthüllung.

5. Zusammengefasst: Die zentralen negativen Narrative

  • Designbruch: zu wenig Ferrari, zu viel „Tech‑Produkt“.
  • Mythos‑Gefahr: Verlust der emotionalen Ferrari‑Identität.
  • Preis/Leistung: 550’000 € für ein E‑Auto, dessen Werte nicht außergewöhnlich wirken.
  • Strategische Unsicherheit: Anleger und Experten zweifeln am Timing und der Positionierung.

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