Dienstag , 20 Januar 2026
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Rolex CEO Jean-Frederique Dufour und Omega CEO Raynald Aeschlimann

Omega’s langjähriger Traum «Einmal so sein wie Rolex!» ist geplatzt

Eine «aussergewöhnlich historisch wertvolle» Omega Speedmaster mit der Bezeichnung “CK2915-1” von 1957 erzielte im November 2021 beim Genfer Auktionshaus Philipps (Aurel Bacs) den Rekordpreis von 3,115 Millionen Schweizer Franken und Omega war damit im Uhrenolymp angekommen. Bis sich herausstellte, dass alles «Lug und Betrug» war. Ein Skandal, der die Uhrenbranche zutiefst erschüttert.

Nicolas G. Hayek (19 Februar 1928 – 28 Juni 2010)

Beginnen wir von vorne. «Rolex und Omega sind von Geburt an Konkurrenten gewesen. Zu Beginn des Wettkampfs stand bei den Verkaufszahlen, aber auch beim Prestige, Omega ganz oben und Rolex tiefer. Weil die Marke Omega dann eine Reihe von nicht sehr begabten Chefs hatte, änderte sich die Rangfolge vor circa 30 oder 40 Jahren. Eine japanische Uhrenfirma bot den Banken damals an, ihnen die Marke Omega für 400 Millionen Schweizer Franken plus Lizenzgebühr abzukaufen. Aufgrund meiner damaligen Empfehlung haben die Banken das Angebot abgelehnt. Ich hatte mich bereits damals verstärkt um die Marke gekümmert. Die Situation heute: Rolex wächst – und Omega wächst stärker», so der zwischenzeitlich verstorbene Swatch Group Gründer & Chef Nicolas G. Hayek in einem Interview am 02.08.2007 im bilingual (Deutsch/English) vierteljährlich erscheinenden TOURBILLON Magazine.

Der Wettbewerb zwischen den beiden Marken drückt sich heute noch darin aus, dass die Omega’s immer mehr den Rolex Modellen ähnlicher wurden. Das lag in der Tatsache, dass Nicolas G. Hayek Rolex kaufen wollte, Rolex stand aber nicht zur Disposition. “Dann mache ich eben aus Omega Rolex”, so Hayeks Überlegungen damals.

Auch beim professionellen “Auktions-Marketing” hinkte Omega immer hinter Rolex her. Verglichen mit den vielen “Rolex Weltrekordpreisen” war die Marke Omega ein “Nobody” in der Internationalen Auktionswelt. Durch “monothematische” Uhren Auktionen z.B. “OMEGAMANIA” von Antiquorum 14./15.04.2007), die zwar viel Geld verschlangen, aber nicht das Markenimage brachte, das das Omega Management angestrebt hat, hatte sich die aktuelle Situation nicht verbessert.

Antiquorum Katalog Omegamania

Omega hatte aufgrund der Historie und dem Markenwert keinen Grund für diesen Minderwertigkeitskomplex. Dieser ungerechtfertigte Minderwertigkeitskomplex sitzt sehr tief auch noch beim aktuellen Management. Omega möchte gerne ein Überflieger sein, es fehlen Omega dazu jedoch die Flügel.

Was tun? Jede Chance wahrnehmen, die sich bietet. Deshalb war auch das “verlockende” Angebot einer sehr raren historisch wertvollen Omega Speedmaster Ref. 2915-1 aus dem Jahre 1957 eine Chance in die Liga von Rolex aufzusteigen.

Die Omega Speedmaster CK2915-1 gehörte zur ersten Speedmaster-Serie aus dem Jahr 1957. Diese erschien als Trilogie mit der Seamaster 300 und der Railmaster. Die Speedmaster mit der Referenz CK2915 gilt als eine Art heiliger Gral, nicht nur, weil sie zwischen 1957 und 1959 in nur drei verschiedenen Ausführungen produziert wurde, sondern auch, weil sie in vielerlei Hinsicht einzigartig war: So handelte es sich dabei um den ersten Chronographen mit Tachymeterskala auf der Lünette, zudem kam zum ersten Mal das Kaliber 321 zum Einsatz.

Das Resultat übertraf dann aber doch noch einmal alle Erwartungen: Für 3.115.500 Schweizer Franken (umgerechnet 2,94 Millionen Euro) wechselte die Uhr den Besitzer. Eine unglaubliche Summe, vor allem, da der Schätzpreis “nur” 80.000 bis 120.000 Schweizer Franken (etwa 75.700 bis 113.500 Euro) betrug.

Die Bereitschaft, einen solch astronomischen Preis für die Uhr zu zahlen, erklärte man sich damals wie folgt: Das Modell “CK2915-1” von 1957 gehörte zu der ersten Speedmaster-Serie, die Omega gefertigt hat. Die Uhr wurde nur zwei Jahre lang gebaut und ist heute ein begehrtes Sammlerstück. Hinzu kam der Zustand: Omega erklärte nach dem Verkauf, dass die Uhr “perfekt gealtert” sei und ein solcher Zustand nach mehr als einem halben Jahrhundert entsprechend selten sei.

Erst Monate später steht der Verdacht im Raum: Der Zustand war kein Zufall, sondern mutmaßlich gezielte Manipulation von Omega-Mitarbeitern, die nicht nur an der Uhr gewerkelt haben sollen, sondern auch aktiv an dem Bieterstreit beteiligt gewesen sein sollen.

Schon zum Zeitpunkt der Ankündigung des Auktionshauses, eine solche Omega gehe bald in den Verkauf, hatten einige Kenner und Sammler das Gefühl, das Exemplar zu kennen, berichtet die “Neue Zürcher Zeitung“. Ein Berner Uhrenhändler hatte eine sehr ähnliche Speedmaster zuvor für einen Bruchteil des Auktionsergebnisses verkauft und habe große Mühe gehabt, sie überhaupt loszuwerden. Verständlich: Denn der Händler spielte mit offenen Karten. Bei seiner “CK2915-1” handelte es sich zwar um ein Original, aber wichtige Teile gerieten in den vielen Jahren durcheinander und passten historisch gesehen nicht mehr zusammen.

Das ist – wenn man es offen kommuniziert – erst einmal nicht schlimm. Wenn die Uhr läuft, erfüllt sie ja ihren Zweck. Aber: Bei Vintage-Uhren, insbesondere derart seltenen, spielt jedes Bauteil eine wichtige Rolle. Und nur, wenn die Uhr nahe oder gleich dem Ursprungszustand ist, ist sie wirklich teuer. Bei neueren Service-Teilen oder gar nachgebauten Parts schrumpft der Wert erheblich. Wenn ein Verkäufer das korrekt angibt und es dem Käufer weniger um den Sammlerwert und mehr um die Uhr selbst geht, ist das weder illegal noch ein Problem. Kritisch wird es, wenn man schweigt – und illegal, wenn man aktiv versucht, die Wahrheit zu verbergen.

Doch zurück zur Vorbereitung der Uhr: Zunächst habe das Herzstück der Omega, das Werk, eine neue Seriennummer bekommen, heißt es. Denn die ursprüngliche Nummer habe nicht zum Baujahr der Uhr gepasst. Die Information, was man korrekterweise eingravieren müsse, habe der damalige Besitzer von einem Kontakt beim Hersteller erhalten. Die Teile habe er über einen “professionellen Uhrenzulieferer in der Westschweiz” bezogen. Anschließend wurde das Werk manipuliert.

Weitere Manipulationen wurden mutmaßlich an der Lünette, dem Sekundenzeiger und der Leuchtmasse durchgeführt, die bei einer Uhr aus den Fünfzigern oft nachweisbar radioaktiv ist – ein Ausstattungsmerkmal, dass man bei modernen Uhren aus Sicherheitsgründen heute nicht mehr vorfindet.  Als die Uhr den Vorstellungen des Besitzers entsprach, kam sie in den Verkauf bei Phillips, einem renommierten Auktionshaus mit einer beachtlichen Historie von Rekorderlösen.

Aurel Bacs vom Genfer Auktionshaus Philipps

Dort schöpft man trotz rigoroser Kontrollen bis zum Verkauf keinen Verdacht. Im Gespräch mit TICK-TALK teilt Phillips mit: “Wir bieten keine Uhren an, von deren Echtheit wir nicht zu 100% überzeugt sind. In den äußerst seltenen Fällen, in denen eine Uhr so wichtig ist, dass sie angeboten werden kann, obwohl ein Teil nicht original ist oder zu einem späteren Zeitpunkt hergestellt wurde, wird dies in den Katalognotizen oder im Zustandsbericht hervorgehoben. Bis letzte Woche hatte niemand jemals behauptet, dass diese Omega-Uhr nicht authentisch sei. Die Uhr wurde von Spezialisten, Experten und sogar dem Hersteller zum Zeitpunkt des Verkaufs untersucht, und niemand hat irgendwelche Bedenken geäußert. Auch jetzt haben wir noch keine Berichte gesehen oder hatten Zugang zu der Uhr, um eine eingehende Analyse der Uhr im Hinblick auf diese Behauptungen durchzuführen.”

Bemerkt hat den Schwindel zunächst niemand, obwohl es, wie eingangs erwähnt, Zweifel gab. Erst nach genaueren Vergleichen festigte sich der Gedanke: Es musste die Uhr des Berner Händlers sein – oder zumindest Teile davon.

Warum der Betrug zunächst so gut klappte – und wie es zu dem hohen Preis kommen konnte ist erst heute klar. Omega selbst hatte die Speedmaster gekauft. Der Leiter des hauseigenen Museums habe argumentiert, dass sie so wichtig sei, dass man sie um jeden Preis erwerben müsse. Gleichzeitig habe dieser aber auch an der Manipulation mitgewirkt – und gehörte wohl zum Kreis der Verkäufer.

Omega erklärt den Vorfall wie folgt: “Bei der von Phillips veranstalteten Auktion arbeitete der Leiter des Omega-Museums mit Vermittlern zusammen, um die Uhr für das Museum zu erwerben. Er argumentierte, dass es sich um einen seltenen und außergewöhnlichen Zeitmesser handele, der ein absolutes Muss für die Schausammlungen von unseres Hauses sei und daher unbedingt in dieser Auktion erworben werden sollte. Tatsächlich handelt es sich bei der Uhr um eine Zusammenstellung größtenteils authentischer Komponenten. Sowas nennt man gemeinhin “Frankenstein”-Uhr. Dieser Zeitmesser ist derzeit ein wichtiges Beweisstück in den laufenden Ermittlungen, die auch den Verkäufer der Uhr ans Licht bringen müssen. Die falschen Bauteile ermöglichten es den Geschäftemachern, ein stark überhöhtes Gebot zu rechtfertigen, das über die Vermittler abgegeben wurde, was es den Beteiligten ermöglichte, den aus dem Verkauf erzielten Gewinn zu kassieren und zu verteilen.”

Omega CEO Raynald Aeschlimann teilte mit, dass man Beweise dafür gefunden habe, dass insgesamt “drei ehemalige Mitarbeiter mit klaren kriminellen Absichten an dieser Operation beteiligt waren”. Nachdem man sie damit konfrontiert habe, hätten sie gestanden. Der Fall liege nun vor Gericht und man habe strafrechtliche Schritte eingeleitet.

Chronologie eines Millionen Betrugs 

1. Im November 2021 kam die Omega Speedmaster 2915-1 «Tropical Broad Arrow» mit gealtertem Zifferblatt bei einer Auktion, die Phillips durchführte, für 3,115 Millionen Franken unter den Hammer. Das war der absolute Rekordpreis, der je für eine Omega bezahlt worden ist, und zig Mal mehr, als Phillips die Uhr eingeschätzt hatte: Das Preisband für Los 53 im Auktionskatalog: 80’000 bis 120’000 Franken.

2. Am 1. Juni 2023 macht die «NZZ» publik, dass Omega reingelegt worden ist, und rekonstruierte den Prozess. Es war Jose Pereztroika von Perezcope.com, der im April 2023 zahlreiche Unstimmigkeiten an der Uhr publik gemacht und die Rekord-Uhr als Frankenstein entlarvt hat, eine Speedmaster, zusammengesetzt aus verschiedenen Exemplaren der berühmten Moonwatch. Er zeigt, dass von der Seriennummer über die Lünette bis zum Uhrwerk die Bestandteile nicht zusammenpassen. Der Hintergrund: Gebrauchte Uhren erzielen Höchstpreise, wenn sie möglichst im Ursprungszustand erhalten sind. 

3. Am 2. Juni kommt via «NZZ» zudem heraus, dass Omega selbst die Uhr gekauft hat – fürs Omega-Museum. Omega-CEO Raynald Aeschlimann äusserte sich dazu folgendermassen: «Die ersten Ergebnisse [dieser Untersuchung] haben eindeutige Beweise dafür erbracht, dass drei ehemalige Mitarbeiter mit klaren kriminellen Absichten an dieser Operation beteiligt waren, und dies zu massivem Schaden für Omega. Nachdem wir sie mit den Fakten konfrontiert hatten, haben sie gestanden, betrügerisch und kriminell gehandelt zu haben. Wir sind jetzt daran, alles bis ins letzte Detail zu rekonstruieren und auch (wahrscheinliche) externe Komplizen dingfest zu machen.» 

4. Der Museumsdirektor sowie zwei weitere involvierte Mitarbeiter sind entlassen worden, ein Strafverfahren gegen sie ist eingeleitet.
 


Omega muss sich keinesfalls hinter Rolex verstecken.“

– Watchtime, Chronos, Uhrenmagazin und Co. –

Bekanntheit

Rolex und Omega gehören mit einem Bekanntheitsgrad von 95,4 beziehungsweise 94,4 Prozent zu den fünf bekanntesten Uhrenmarken und sind damit nahezu jedem deutschen Uhrenkäufer bekannt. Auch beim Besitz stehen beide ganz vorn: Ein gutes Drittel der Befragten besitzt eine Omega (37,3%, Bestwert), das Gleiche gilt für Rolex (34,3%). 53,7 Prozent sind Eigentümer einer Rolex oder einer Omega. Es sind damit die Marken, die sich am häufigsten im Besitz der deutschen Luxusuhrenkäufer befinden. Taucht man noch tiefer in die Daten ein, entdeckt man eine erstaunliche Parallelität: Fast jeder zweite Omega-Eigentümer ist auch stolzer Besitzer einer Rolex. Und unter den Rolex-Eignern schnallt sich mehr als jeder zweite hin und wieder eine Omega um. Also: Wer Rolex mag, mag auch Omega – und umgekehrt.

Kaufbereitschaft

Besitz macht zufrieden, aber nicht ewig. Irgendwann steht der nächste Kauf an. Für welche Marke würde man sich dann entscheiden? Die meisten nehmen mehrere Marken in die engere Auswahl, bevor sie sich dann für die eine entscheiden, die schließlich gekauft wird. Zunächst einmal haben wir alle 1455 Studienteilnehmer gefragt, welche Marken sie für den nächsten Kauf in Betracht ziehen. Omega wurde dabei mit 41,3 Prozent am häufigsten genannt, gefolgt von Rolex mit 39 Prozent. Fragte man nur die Omega-Besitzer, so hat gut die Hälfte davon wieder Omega in der engeren Auswahl, knapp die Hälfte Rolex. Bei den Rolex-Kunden ergibt sich spiegelbildlich das Gleiche, allerdings sind sie Rolex besonders treu: Fast drei Viertel haben wiederum Rolex in der engeren Auswahl, 43,5 Prozent Omega.

Verengt man die Frage darauf, welche Marke für den Kauf an erster Stelle steht, ist Rolex die am häufigsten genannte Marke, selbst von Omega-Besitzern. Von denen würde sich fast jeder Fünfte für eine Rolex entscheiden und jeder Siebte für Omega. Unter denen, die bereits eine Rolex haben, würde mehr als ein Drittel wieder zu Rolex greifen. Fragt man alle, steht Omega auf dem zweiten Platz – hinter Rolex.

Träumen erlaubt

Manchmal darf man ja träumen. Daher haben wir die Teilnehmer der Studie gefragt, welche Marke sie sich als nächste zulegen würden, wenn sie unbegrenzt viel Geld zur Verfügung hätten. Bei dieser Frage muss man eigentlich davon ausgehen, dass die teuren Marken auf den ersten Plätzen landen. Das ist auch so – teilweise. Gut ein Fünftel würde in dieser idealen Situation eine Patek Philippe wählen, ein gutes Sechstel eine A. Lange & Söhne. Gut jeder Neunte würde sich aber immer noch eine Rolex gönnen. Hinter IWC und Audemars Piguet erreicht Omega bei dieser Frage den sechsten Platz. Auch Besitzer von Rolex und Omega würden sich im Falle unerschöpflicher finanzieller Reserven als Nächstes eine Patek Philippe kaufen. Unter diesen Umständen blieben knapp 20 Prozent der Rolex-Besitzer ihrer Marke treu – von den Omega-Eignern wären es nur vier Prozent. Die Tatsache, dass im realen Leben niemand über unendlich viel Geld verfügt, kommt also Omega zugute. Die Marke hat aber für viele noch nicht den Status einer Traumuhr, die man in jedem Fall allen anderen vorziehen würde.

Rolex polarisiert

Haben wir bisher festgestellt, dass Rolex und Omega oftmals von den gleichen Menschen geschätzt werden, so gibt es freilich auch erkennbare Unterschiede in der Wahrnehmung durchs Uhrenpublikum. Zum Beispiel den, dass Rolex deutlich mehr polarisiert. Auf die provokative Frage danach, welche Marke man abschaffen würde, wenn man das könnte, antworten acht Prozent mit Rolex und nur ein Prozent mit Omega. Immerhin würden 54 Prozent der Uhrenkäufer gar keine Marke abschaffen. Das Ergebnis zeigt, dass Rolex zwar von vielen hoch geschätzt, von einigen aber auch abgelehnt wird. Dagegen sorgt Omega kaum für negative Gefühle.

Wartezeiten

Auf der anderen Seite nehmen Rolex-Kunden größere Unannehmlichkeiten auf sich: Auf die Frage, wie weit man maximal fahren würde, um sich eine Uhr beim Konzessionär zu kaufen, wenn es keinen näher gelegenen gibt, erreicht Rolex einen Durchschnittswert von 295 Kilometern, für eine Omega würde man 169 Kilometer hinter sich bringen. Der Durchschnitt über alle Marken liegt bei 166 Kilometern.

Noch deutlicher ist die Differenz beim Thema Wartezeit: 44 Wochen sind Rolex-Kunden im Schnitt bereit, auf das Eintreffen der ersehnten Uhr zu warten – der zweithöchste Wert nach Patek Philippe mit 50 Wochen. Im Falle von Omega sind es knapp 19 Wochen. Damit liegt Omega knapp über dem Durchschnittswert aller Marken zusammen, der 18,5 Wochen beträgt.

Werterhalt

Wie sieht es aus mit der Markenbegehrlichkeit? Das ist der Kern der Studie, abgebildet in 20 Aussagen, die die Befragten – ausschließlich Besitzer der jeweiligen Marke – mit Schulnoten bewerten mussten, von Eins („trifft sehr zu“) bis Sechs („trifft überhaupt nicht zu“; mehr dazu inklusive dem Gesamtergebnis HIER). Zur Aussage „Produkte der Marke sind sehr wertstabil“ erhielt Rolex mit Note 1,14 die mit Abstand größte Zustimmung von allen Marken, mit spürbarem Abstand vor Patek Philippe (deren Wert 1,49 auch noch sehr gut ist) und großem Abstand vor dem Durchschnittswert aller Marken, der bei schwachen 3,03 liegt. Eine hohe Wertstabilität misst man also den meisten Marken nicht zu. Omega aber schon, denn die Bieler haben mit 2,52 einen beträchtlichen Vorsprung vor dem Durchschnitt; nur sechs Marken gelten als wertstabiler. Rolex ist bei diesem Thema jedoch die absolute Benchmark.

Fortschrittlichkeit

Bei der Aussage „Ist fortschrittlich und anderen Marken einen Schritt voraus“ schneidet Omega besser ab als die Genfer. Insgesamt liegt Omega bei den meisten der 20 Kategorien über dem Mittelwert. Den größten Vorsprung zum Durchschnitt haben sie – außer den bereits erwähnten Themen Wertstabilität und Fortschrittlichkeit – bei den Aussagen „Steht für Uhren mit hoher Qualität“, „Die Marke hat einen hervorragenden Ruf“ und „Diese Marke steht bei Uhren für Spitzenleistungen“. Nur durchschnittlich oder knapp unterdurchschnittlich sieht man Omega bei „Hebt sich von anderen Uhrenmarken ab“ und „Ist eine einzigartige Marke“. Bei diesen beiden Themen erreicht übrigens jeweils Panerai den Bestwert: eine Marke, deren Uhren man schon von Weitem erkennt. Hier kann Omega sein Profil noch schärfen.

Markenbegehrlichkeit

Bei Rolex wiederum erkennt man, dass die Besitzer der Marke ganz besonders überzeugt von ihr sind. Schauen wir zurück zu der Frage, welche Marke man abschaffen würde: Sie wurde allen Teilnehmern der Studie gestellt. Dort, wo nur Besitzer der Marke befragt wurden, nämlich bei der Markenbegehrlichkeit im engeren Sinne, ergibt sich ein anderes Bild: Hier gilt die Erkenntnis, dass Rolex polarisiert, nicht. Stattdessen sind Rolex-Eigentümer zu einem hohen Prozentsatz sehr zufrieden. So zufrieden, dass sie sich auch weitere Uhren der Marke kaufen (Bestwert) und der Marke auch bei interessanten Uhren anderer Marken treu bleiben würden. Auch die Weiterempfehlungsrate ist hoch. Auf die Frage „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie die Marke an jemanden weiterempfehlen?“ kreuzten 79 Prozent auf einer Skala von null bis zehn die Neun oder die Zehn an und werden damit als Fans gewertet. Rolex hat sowohl die meisten Fans als auch die wenigsten Kritiker (die, die sechs bis null ankreuzten) und damit den höchsten „Net Promoter Score“ (Netto-Weiterempfehlungswert). Omega kommt in dieser Rangliste auf Platz 13.

FAZIT

Rolex und Omega sind unter deutschen Luxusuhrenkäufern die meistbesessenen Marken und haben allein daher schon viel gemein. Unter den Käufern der einen Marke gibt es viel Zuneigung zur anderen, das gilt auch für den nächsten geplanten Kauf. Rolex polarisiert unter allen Uhrenkäufern mehr als Omega, allerdings sind diejenigen, die sich bereits eine Rolex gekauft haben, besonders überzeugt von der Marke. In Sachen Markenbegehrlichkeit hat Rolex Omega einiges voraus. Bei den 20 Kriterien, mit denen wir das Thema Begehrlichkeit in allen Aspekten erfassen, hat Rolex 19-mal einen Vorsprung und erreicht viermal sogar den Bestwert. Dabei steht Rolex vor allem für eine maximale Wertstabilität, während Omega als etwas fortschrittlicher gesehen wird. Die höhere Begehrlichkeit wiederum drückt sich unter anderem darin aus, dass die meisten Uhrenkäufer zwar beide Marken für den nächsten Uhrenkauf in der engeren Auswahl haben, Rolex aber dann doch die Nase vorn hat, wenn es konkret um die erste Wahl geht. Und wenn der überzeugte Rolex-Käufer einmal keine neue Rolex erwirbt, hat Omega beste Chancen.

Alle Zahlen und Daten stammen aus der Studie zur Markenbegehrlichkeit von Uhrenmarken, die die Redaktion unseres Magazins Chronos zusammen mit der Puls Marktforschung GmbH in Schwaig bei Nürnberg durchgeführt hat. Sie ist repräsentativ für Luxusuhrenkäufer im deutschsprachigen Raum.

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, der digitalen TOURBILLON Plattform TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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