Samstag , 16 Mai 2026
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Gucci-Krise: Kering meldet Umsatzrückgang um 14 Prozent im ersten Quartal

Der französische Luxusgüterkonzern Kering SA leidet weiterhin unter der Schwäche seiner Vorzeigemarke Gucci. Am Mittwoch meldete die Unternehmensgruppe für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025 einen Umsatzrückgang um 14 Prozent auf 3,88 Milliarden Euro. Der Konzern kündigte an, er werde „seine Wachsamkeit verdoppeln, um die makroökonomischen Turbulenzen zu überwinden“.

„Wie wir erwartet hatten, sah sich Kering zu Beginn des Jahres mit einem schwierigen Start konfrontiert“, erklärte Chief Executive Officer (CEO) François-Henri Pinault in einer Pressemitteilung. „Wir verdoppeln unsere Wachsamkeit, um die makroökonomischen Turbulenzen zu überwinden, die unsere Branche betreffen, und ich bin überzeugt, dass wir gestärkt aus der aktuellen Situation hervorgehen werden.“

Bezüglich der US-amerikanischen Zölle sagte Finanzchefin Armelle Poulou in einem Gespräch mit Journalist:innen: „Wir glauben, dass wir in der Lage sind, unsere Margen durch Preiserhöhungen zu schützen“.

„Enorm viele Unsicherheiten“

„Derzeit gibt es noch enorm viele Unsicherheiten, daher arbeiten wir daran“, fügte Poulou hinzu. Im ersten Quartal sank der Umsatz von Gucci um 24 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. „Gucci arbeitet weiterhin an der Stärkung und Erneuerung seines Sortiments, wobei die neuen Handtaschenlinien gut aufgenommen werden“, versicherte Kering.

Mitte März hatte der Konzern die Ernennung des bisherigen Balenciaga-Designers Demna Gvasalia zum neuen Kreativdirektor von Gucci als Nachfolger von Sabato de Sarno bekanntgegeben, der nur zwei Jahre geblieben war. Eine Entscheidung, die die Märkte nicht zufriedenstellte, denn am nächsten Tag gab der Aktienkurs von Kering um elf Prozent nach.

Die Umsätze von Yves Saint Laurent sanken im ersten Quartal um acht Prozent auf 679 Millionen Euro, während die von Bottega Veneta um vier Prozent auf 405 Millionen Euro stiegen. Die Gesamterlöse der „anderen Häuser“, zu denen etwa Balenciaga und Alexander McQueen gehören, gingen um elf Prozent auf 733 Millionen Euro zurück.

Der Umsatz von Kering Eyewear erreichte 476 Millionen Euro und stieg dank „der Performance in Europa und der Kategorie Optik“ um vier Prozent. Die Sparte Kering Beauté erzielte laut der Pressemitteilung „einen Umsatz von 71 Millionen Euro und damit ein Wachstum um sechs Prozent auf vergleichbarer Basis”.

Geografisch betrachtet war der Rückgang des Konzernumsatzes in der Region Asien-Pazifik besonders stark (-25 Prozent). Nach Angaben von Kering verlief die dortige Entwicklung „im Einklang“ mit dem Trend des vierten Quartals.

28.05.2025 UP-DATE

Gucci baut Uhrensparte um – 21 Jobs in der Schweiz weg

Die Luxusmarke Gucci kündigt 21 Angestellten in Cortaillod NE. Die Entlassungen sind Teil einer grösseren Umstrukturierung in der Uhrensparte.

Auch die ganz grossen Player leiden unter der Krise in der Luxusindustrie. Jetzt entlässt Gucci in Cortaillod NE 21 Angestellte, wie das Portal Arcinfo berichtet. Anfang des Jahres hatte das Unternehmen eine Reorganisation angekündigt, die rund 60 Stellen in der Region betraf. Ziel war es, die Aktivitäten in der Uhrenabteilung des Luxuskonzerns zu konsolidieren.

Die Entlassungen sind nun das Ergebnis eines abgeschlossenen Konsultationsverfahrens, wie es heisst. Gucci betont, dass während dieses Prozesses verschiedene Vorschläge geprüft worden seien, darunter interne Versetzungen oder Frühpensionierungen. Letztlich habe man sich jedoch gezwungen gesehen, 21 Personen zu kündigen.

Fabrik bleibt bestehen

Der Betrieb in Cortaillod bleibt bestehen, wird aber mit weniger Personal weitergeführt. Einige der Bereiche werden in andere Standorte innerhalb der französischen Kering-Gruppe, zu der Gucci gehört, verlagert. Die Gewerkschaft Unia zeigte sich enttäuscht über den Ausgang des Verfahrens. Sie hatte gehofft, dass mehr Stellen gerettet werden könnten.

Meldungen wie die bei Gucci häufen sich. So hat vergangene Woche die Luzerner Traditonsbijouterie Gübelin 30 Angestellte entlassen. Gübelin schreibt in einer Mitteilung von «immer grösseren Herausforderungen in der Luxusbranche». Die Weltpolitik verändert das Spielfeld. Zudem würden grosse Uhrenmarken immer mehr auf eigenen Boutiquen setzen. Gegen solche Veränderungen sei man nicht immun, schreibt Firmeninhaber Raphael Gübelin.

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