Der neue CEO von Breguet ist Gregory Kissling, der die Position am 1. Oktober 2024 übernahm, um die Luxusmarke ins 250-jährige Jubiläum zu führen und ihre internationale Präsenz zu stärken. Sein Fokus: das immense Erbe von Breguet mit moderner Innovation zu verbinden und die Marke neu zu beleben. Mit der Expérimentale 1 startet Breguet eine neue Kollektion, in die die neuesten Forschungsergebnisse der Manufaktur einfließen. Das erste Modell kombiniert ein 10-Hertz-Tourbillon mit magnetischer Hemmung und konstanter Kraft. Mit der Expérimentale 1 stellt Breguet das erste Modell einer neuen Kollektion vor: Expérimentale. Sie wurde parallel zu den bestehenden Modelllinien entwickelt und soll als Plattform für die Ergebnisse uhrmacherischer Forschung dienen. Das Ziel ist es, technische und ästhetische Entwicklungen der Manufaktur frühzeitig sichtbar zu machen, bevor sie in weiterentwickelter Form in reguläre Serienmodelle einfließen. Im Mittelpunkt der Expérimentale 1 steht ein neu entwickeltes Handaufzugswerk, das mehrere uhrmacherische Prinzipien miteinander vereint. Das Manufakturkaliber 7250 arbeitet mit einer außergewöhnlich hohen Frequenz von 10 Hertz (72.000 Halbschwingungen pro Stunde) und kombiniert ein Tourbillon mit einer magnetischen Konstantkraft-Hemmung. Daraus werden mehrere negative Einflussfaktoren auf die Ganggenauigkeit vermieden wie Amplitudenschwankungen der Unruh, schwerkraftbedingte Gangabweichungen in bestimmten Lagen sowie die Auswirkungen von Stößen. Dank eines Doppelfederhaues mit vier blauen Zugfedern bietet das Werk eine Gangreserve von 72 Stunden. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx Zwei Hemmungsräder mit integrierten Magnetstreifen sowie ein Anker mit magnetischen Paletten erzeugen kontrollierte magnetische Wechselwirkungen. Dadurch erhält die Unruh einen stabilen, gleichbleibenden Impuls, und zwar über die gesamte Gangreserve hinweg. Gleichzeitig ermöglicht es die neue Hemmung, die an die Unruh übertragenen Impulse von der Drehbewegung des Hemmungsrads und des Räderwerks zu entkoppeln. Anders als bei der klassischen Schweizer Ankerhemmung spielt die Trägheit des aus Titan gefertigten Tourbillonkäfigs so kaum noch eine Rolle – auch wenn er mit 0,6 Gramm etwa doppelt so schwer ist wie viele andere Tourbillonkäfige. Ein Gesperr zwischen den beiden Hemmungsrädern sorgt dafür, dass es nicht zu einem ungewollten Springen kommt. Damit der Magnetismus nur dort wirkt, wo er es soll, bestehen die übrigen Komponenten des Tourbillons größtenteils aus antimagnetischen Materialien: die Spiralfeder aus Silizium, das Sekundenrad und der Anker aus einer im LIGA-Verfahren gefertigten Nickel-Phosphor-Legierung, weitere Teile aus Titan (z. B. das Hemmungsrad) oder Nivagauss. Erstes Tourbillon mit magnetischer 10-Hz-Konstantkrafthemmung: Kaliber 7250 der Breguet Expérimentale 1© Breguet Die Entkopplung ermöglichte es den Breguet-Entwicklern, das Tourbillon mit einer Frequenz von 10 Hertz zu takten – das Vierfache der 2,5 Hertz, die man bei Tourbillons meist antrifft. Gleichzeitig ergibt sich so eine größere Freiheit für die Gestalter: So konnte Breguet etwa die Unruh außerhalb des Drehzentrums des Käfigs platzieren. Durch die hohe Frequenz ist das Tourbillonwerk nach Aussage von Breguet "stabiler und präziser als die meisten zeitgenössischen Armbanduhren." Darüber hinaus erscheinen die Drehbewegungen des Tourbillons dermaßen fließend, dass sie für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Das Uhrwerk ist mit der Breguet-Punzenzertifizierung der Kategorie „Wissenschaftlich“ ausgezeichnet, die eine garantierte Ganggenauigkeit von ±1 Sekunde pro Tag vorsieht. Breguet: Explosionszeichnung des Kalibers 7250© Breguet Schaut man sich die Expérimentale 1 an, so findet man das Tourbillon mit der exzentrischen Unruh bei 12 Uhr. Die Zeitanzeige erfolgt als Regulator, d. h. der Stundenzeiger läuft bei 6 Uhr auf einem eigenen Zifferblatt, der Minutenzeiger kommt aus der Mitte und der Sekundenzeiger sitzt auf dem Tourbillon. Damit bezieht sich die Uhr auf die Breguet-Referenz 1747 von 1997, die zum 250. Geburtstag von Firmengründer Abraham-Louis Breguet auf den Markt kam. Ästhetisch orientiert sich die Expérimentale 1 zudem an der historischen Referenz 3448 sowie am Marinechronometer Nr. 104, den Abraham-Louis Breguet im Exil während der Französischen Revolution fertigte. Als moderne Uhr reiht sich die Expérimentale 1 in die aktuelle Kollektion Marine ein. Beim Blick durch den Saphirglasboden sieht man neben der Tourbillonrückseite die beiden Federhäuser. Die Platine aus Breguet-Gold wird optisch kombiniert mit roten Lagersteinen aus künstlichem Rubin und thermisch gebläuten Schrauben. Beim Tourbillon des Kalibers 7250 liegt die Unruh außerhalb des Drehzentrums des Käfigs.© Breguet Ästhetisch zeichnet sich die 43,5 mm große und 13,3 mm hohe Uhr aus Breguet-Gold durch ihren kannelierten Mittelteil mit doppelten Abschrägungen aus. Dazu gesellen sich aufgesetzte Bandanstöße, gebläute Zeiger mit Breguet-„Pomme“-Spitze sowie Breguet-Ziffern. Für eine gute Nachtablesbarkeit sorgen mit Superluminova beschichtete Skalenringe und Zeiger. Und natürlich darf die berühmte Geheimsignatur nicht fehlen: Sie findet man bei genauem Hinsehen, zusätzlich zur bei 9 Uhr weiß aufs Glas gedruckten Hauptsignatur, auf der Minuterie bei 1 und 11 Uhr. Breguet gibt das Gewicht der Expérimentale 1 mit 104 Gramm und die Wasserdichtheit mit 100 Metern an. Den Preis muss man bei der Manufaktur anfragen. SUMMARY_Die Marke Breguet war das Baby des verstorbenen Swatch Group Patron, Nicolas G. Hayek, den ich sehr schätzte. Nach seinem Ableben am 28.06.2010 übernahm sein Enkel Marc Alexander Hayek die Marke und meinte, wenn man den Namen Hayek trägt, kommt der Erfolg ohne viel Zutun zugeflogen. Die Marke verschwand auf dem internationalen Uhrenradar, dies obwohl Abraham-Louis Breguet das Tourbillon erfand. Nun soll Gregory Kissling, der seit 20 Jahren in der Swatch Group ist, mit Oktober 2024 der Marke wieder Leben einhauchen, denn die Marke hatte ihre Seele verloren. Ob er das schaffen wird - wir wünschen es ihm - aber die Swatch Group hatte bisher immer Pech mit Luxusmarken siehe Blancpain und Jaquet Droz!Abraham-Louis Breguet absolvierte seine Ausbildung bei Jean-Antoine Lépin, Lépin war 16 Monate Partner und technischer Leiter in der Manufacture Royal von Voltaire in Ferney. Mehr darüber im Buch "Monsieur de Voltaire", 1768 - 1778, Das Goldene Jahrzehnt.