Absturz von Platz 3 auf Platz 5, verdrängt von Audemars Piguet und Patek Philippe: Hayek Junior weiss nicht, wie man Edelmarken pflegt.
Die Machtverhältnisse am Schweizer Uhrenmarkt verschieben sich zuungunsten der Swatch Group. Ein aktueller Branchenreport von Morgan Stanley und LuxeConsult zeigt, dass der Konzern Marktanteile an private Konkurrenten verliert und seine wichtigste Marke deutlich an Boden einbüßt. Kann sich Swatch in diesem zunehmend polarisierten Umfeld behaupten?
Im Zentrum der Analyse steht die Entwicklung von Omega. Die umsatzstarke Kernmarke ist im Ranking der größten Schweizer Uhrenhersteller von Platz drei auf Platz fünf abgerutscht. Mit einem geschätzten Umsatz von 2,2 Milliarden Schweizer Franken zogen Wettbewerber wie Cartier und Patek Philippe vorbei. Während Branchenprimus Rolex seine Führung weiter ausbaut, verliert Omega in der Gunst der Käufer an Boden.
Dieser Abwärtstrend zieht sich durch fast das gesamte Portfolio. Zehn weitere Konzernmarken, darunter Tissot und Longines, verzeichneten Umsatzrückgänge von mehr als 15 Prozent. Longines verlor dabei sogar seinen Status als Marke mit einem Milliardenumsatz. Marktbeobachter werten dies als Indiz dafür, dass sich das Käuferinteresse immer stärker auf wenige, exklusive Privatmarken konzentriert, die mittlerweile fast die Hälfte des Gesamtmarktes kontrollieren. Die Exportflaute belastet zusätzlich.
Wie sehr im Swatch-Konzern die Kunst der Markenführung abhanden gekommen ist, zeigt auch die Breguet, die unter ferner liefen aufgezeichnet ist. Breguet war noch ein “Baby” von Nicolas G. („Vater“) Hayek, der es in seinen späten Jahren an der Spitze des Konzerns erfolgreich einführte und zur Chefsache erklärte. Auch Blancpain verliert an Terrain. Jacquet Droz wurde zur Private Label Marke umfunktioniert, die nur mehr Unikate für Sammler mit dickem Portemonaie herstellt.
Mehr denn je muss man sich Sorgen um die Zukunft des Swatch-Konzerns machen. Die Familie Hayek ist reich genug, um über Generationen hinweg ein Leben nach eigenem Gusto führen zu können.
Das langsame Absterben ihrer Hausmarken aber ist ein starkes Indiz dafür, dass dieser unternehmerische Riese an Kraft verliert.
Freude herrscht dagegen bei Rolex, Cartier, Audemars Piguet und Patek Philippe. Das sind jetzt die neuen Sterne am Himmel der Schweizer Uhrenindustrie.
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