Ob es einem gefällt oder nicht: AP ist vor allem für seine großformatigen Uhren bekannt – die Royal Oak Offshore-Modelle sind keine Ausnahmen. Audemars Piguet kehrt mit drei außergewöhnlichen Kreationen zur Watches & Wonders 2026 zu ihren Wurzeln zurück.
Audemars Piguet vor der Royal Oak: Die vergessene Avantgarde

“Ja, die Royal Oak ist eine Ikone der Marke Audemars Piguet. Aber sie wurde erst im Jahr 1972 eingeführt, fast ein Jahrhundert nach der Gründung der Manufaktur”, sagt Sébastian Vivas, Heritage and Museum Director bei Audemars Piguet. In den ersten 100 Jahren des Bestehens der Manufaktur lag der Schwerpunkt auf der Herstellung von Uhren in begrenzter Stückzahl, deren Design gewagt und anders war. Die Cobra, die Jumping Hour aus den 20er-Jahren oder die zierliche Bamboo, die Romeo Beckham, Jacob Elordi und Clint von Corteiz kürzlich getragen haben, sind die besten Beispiele hierfür.
Was im 18. Jahrhundert im Vallée de Joux begann, wird heute zur Inspirationsquelle

In Anlehnung an die einfacheren Zeiten im Vallée de Joux des 18. Jahrhunderts, in denen die Uhrmacher durch die extremen Wetterverhältnisse im Winter vom Rest der Welt isoliert waren und sich so nur auf ihr Handwerk konzentrierten konnten, wurden einige der Uhren sehr viel komplizierter als heute üblich hergestellt. Die “Atelier des Établisseurs”-Modelle beziehen ihren Namen vom historischen Établissage-System, bei dem spezialisierte Handwerker einzelne Komponenten fertigten, die anschließend zu einer Uhr zusammengefügt wurden.
Die Kollektion ist Audemars Piguets Interpretation von Métiers d’Art – also kunsthandwerklich geprägter Uhrmacherei. Entsprechend sind die Stückzahlen sehr gering, da jede Uhr aufwendig gefertigt wird und ein Unikat ist.
Drei Modelle, drei völlig unterschiedliche Interpretationen von Zeit

Fangen wir also bei der ersten Neuheit an: der Nomade. Zunächst vermittelt sie den Eindruck einer herkömmlichen Taschenuhr, doch der Schein trügt. Die aus Titan, Gold und einigen sorgfältig ausgewählten Natursteinen gefertigte Uhr kann offen, geschlossen oder als Pendel getragen werden, und es dauert einen ganzen Monat, um eine einzige Nomade fertigzustellen.
Dann wäre da noch die Galets mit ihrem türkisfarbenen Zifferblatt. Sie kommt den Uhren, die wir sonst aus dem Hause AP gewohnt sind, am nächsten. Die Inspiration für dieses Schmuckstück lieferte das unberührte Wasser des Lac de Joux, daher auch die Farbe und die Form des Gehäuses und der Glieder des Armbands, die an von der Naturgewalt geschliffene Steine erinnern sollen. Für das Zifferblatt wurde absichtlich auf Indizes verzichtet, um so dem Naturstein mehr Raum zu geben und eine Art meditative Beziehung zur Zeit zu kommunizieren.
Doch das spektakulärste Stück bleibt verborgen – bis man die Flügel eines Pfaus entfaltet

Die Idee für dieses Trio von Kreationen des “Atelier des Établisseurs” entsprang aus einem Gespräch zwischen Vivas und AP-CEO Ilaria Resta Anfang 2024 über “originelle Stücke, die auf agile, kreative und zutiefst kooperative Weise konzipiert wurden”. Im großen Jubiläumsjahr 2025, dem 150-jährigen Bestehen der Marke, feierte die Manufaktur ihre Geschichte, ihre Menschen und ihren Geburtsort, indem sie Le Brassus um die Welt brachte. “Wir sprachen über Gemeinschaft und das Konzept, dass es ein ganzes Dorf braucht, und das Atelier des Établisseurs ist eine natürliche Fortsetzung dieser Reflexion”, sagt Vivas. “Es greift auf die Ursprünge von Audemars Piguet zurück und projiziert sie gleichzeitig in die Gegenwart und Zukunft.”

Ob es einem gefällt oder nicht: AP ist vor allem für seine großformatigen Uhren bekannt – die Royal Oak Offshore-Modelle sind keine Ausnahmen. Doch die relativ neuen, mattierten Royal Oak Minis zeigen, dass die Marke auch winzig kleine Modelle beherrscht, die natürlich beide Geschlechter ansprechen sollen. Genau das ist auch die Absicht hinter den Modellen von Atelier des Établisseurs. “Vor der industriellen Revolution waren Uhren nicht geschlechtsspezifisch. Sie waren Objekte der Schönheit, des Prestiges und der Technik, die Menschen gewidmet waren, die ihre Einzigartigkeit zu schätzen wussten. Die Établisseurs-Uhren lassen diese Philosophie wieder aufleben und führen sie fort. Sie sind so konzipiert, dass sie an jedem Handgelenk getragen werden können, unabhängig vom Geschlecht”, fügt Vivas hinzu. “Wir hoffen, dass alle Sammler:innen sie in erster Linie als außergewöhnliche, emotionale und sogar unerwartete Uhren sehen, die eine Philosophie verkörpern, die uns ähnelt: tief in unserer Geschichte verwurzelt, voller Kreativität und reich an kollaborativer Kraft.”
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