Sonntag , 19 April 2026
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Hayek vs Wood: Machtkampf bei Swatch geht weiter 

Der US-Investor Steven Wood will in den Verwaltungsrat der Swatch Group. Mit einem Schweizer Gegenkandidaten versucht die Familie Hayek, diesen Vorstoss neutralisieren. Am 12. Mai entscheidet sich, ob die Pläne aufgehen.

Es ist keine neue Auseinandersetzung, aber sie spitzt sich zu: Steven Wood, Chef der US-Anlagefirma Greenwood Investors, will in den Verwaltungsrat der Swatch Group. Zum zweiten Mal in Folge. Und zum zweiten Mal stellt sich der Konzern quer.

In der am Mittwoch veröffentlichten Einladung zur Generalversammlung vom 12. Mai macht Swatch unmissverständlich klar: Wood sei nicht geeignet, um die Interessen der Inhaberaktionäre zu vertreten. Auch alle weiteren Anträge des US-Investors lehnt die Gruppe ab.

Über die Anträge werden die Swatch-Aktionäre am 12. Mai an der Generalversammlung befinden. Woods US-Anlagefirma Greenwood Investors hatte bereits im Februar ein Traktandierungsbegehren bei Swatch eingereicht und dieses auch publik gemacht.

Der US-Investor strebt eine Verbesserung in Governance- und Transparenz-Fragen an. Es ist nicht die erste Offensive, die Wood gegen die Dominanz der Familie Hayek im Unternehmen lanciert.

Im Kern von Woods Begehren soll der Swatch-Verwaltungsrat unabhängiger werden. Das Gremium wird heute von Nayla Hayek präsidiert, und mit ihrem Bruder und Gruppen-CEO Nick Hayek sowie ihrem Sohn Marc Hayek sitzen zwei weitere Vertreter der Familie drin. Nayla führt auch den zum Konzern gehörenden US-Juwelier Harry Winston.

Sonderabstimmung gefordert

Laut Wood sollen die Inhaberaktionäre drei Vertreter in den Verwaltungsrat wählen können. Die Inhaberaktionäre (ohne Hayek-Pool) sollen in einer Sonderabstimmung die Vertreter nominieren, die gleichentags durch die GV zu wählen seien.

Die Mehrheit des Verwaltungsrats müsse aus «Unabhängigen» bestehen, die nicht zum Hayek-Pool zählten, lautet ein weiteres Begehren. Wood will auch erreichen, dass die Präsidentin oder der Präsident nicht Teil der Geschäftsleitung oder in einer anderen Funktion in der Gesellschaft tätig sein kann.

Swatch hält in der am Mittwoch veröffentlichten Einladung zur GV dagegen: Die Forderungen von Wood gingen über die Vorschriften des Obligationsrechts hinaus. Damit würde die Vertretung des Mehrheitsaktionärs im Verwaltungsrat statutarisch zu einer Minderheit. Das führe auch zu erheblichen, finanziellen und wirtschaftlichen Risiken für Swatch.

Wood kandidiert erneut

Wood selber kandidiert als Vertreter der Inhaberaktionäre für einen Sitz im Verwaltungsrat und tritt gegen den vom VR vorgeschlagenen früheren Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher an. Wood sei nicht geeignet, um die Interessen der Inhaberaktionäre zu vertreten, schreibt die Gruppe in der Einladung und bekräftigt damit frühere Aussagen.

Greenwood Investors hält eigenen Angaben zufolge mehr als 0,5 Prozent des Aktienkapitals der Swatch Group. Im Mai 2025 wollte sich Wood bereits als Vertreter der Inhaberaktionäre in den Verwaltungsrat wählen lassen, scheiterte aber am Widerstand der Gründerfamilie Hayek. Denn die Hayeks halten mit rund einem Viertel des Kapitals rund 43 Prozent der Stimmen.

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