Diese Frage stellt unser Leser Patrik K. aus Zürich.
Die Zeit wird im 60er‑System (Sexagesimalsystem) gemessen, weil die Sumerer und Babylonier vor über 4000 Jahren ein Zahlensystem zur Basis 60 entwickelten – und dieses sich in Astronomie, Winkelmessung und später in der Zeitmessung dauerhaft durchsetzte. Der Hauptgrund: 60 ist extrem gut teilbar.

Die Zahl 60 hat 12 Teiler (1, 2, 3, 4, 5, 6, 10, 12, 15, 20, 30, 60). Damit lassen sich viele Brüche einfach und exakt darstellen – ideal für Handel, Astronomie und später Zeitmessung.
Beispiel:
- 1/2 = 30
- 1/3 = 20
- 1/4 = 15
- 1/5 = 12 → alles ganze Zahlen im 60er‑System.
Sie entwickelten ein frühes Zahlensystem auf Basis 60 – vermutlich aus praktischen Gründen (Teilbarkeit, Kombination aus Finger‑ und Segmentzählung).
Babylonier (~2000 v. Chr.)

Sie machten daraus ein Stellenwertsystem, das für Astronomie und Kalenderberechnung genutzt wurde.
Die Babylonier teilten:
- den Kreis in 360° (6×60)
- jeden Grad in 60 Minuten
- jede Minute in 60 Sekunden
Diese Winkelteilung wanderte später in die Zeitmessung.
Verbindung zur Astronomie
Babylonische Astronomen arbeiteten mit:
- 12 Monaten à 30 Tage
- komplexen Mondzyklen
- Kreisberechnungen für Sternkarten
Das 60er‑System war dafür ideal, weil es viele Unterteilungen zuließ.
Warum blieb das System bis heute?
1. Standardisierung durch Astronomie & Navigation
Winkelmessung (360°, 60′, 60″) ist globaler Standard – und die Zeitmessung wurde daran angelehnt.
2. Internationale Normen
ISO‑8601 nutzt weiterhin die Struktur HH:MM:SS – also ein direktes Erbe des Sexagesimalsystems.
3. Kein besseres alternatives System
Ein 10er‑System für Zeit (100 Minuten pro Stunde etc.) wurde mehrfach vorgeschlagen (z. B. in der Französischen Revolution), setzte sich aber nie durch – zu unpraktisch für Astronomie, Navigation und bestehende Infrastruktur.
“Französische Revolution”


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