Sonntag , 19 April 2026
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Hermès überholt LVMH und wird zur wertvollsten Luxusmarke

Einst griff LVMH-CEO Bernard Arnault auch bei Hermès nach der Macht, doch scheiterte am Widerstsand der Eigentümerfamilie.

Der Luxuswaren-Hersteller Hermès hat am Dienstag seinen Erzrivalen LVMH überholt und gilt jetzt als das wertvollste Unternehmen Frankreichs. LVMH, das Konglomerat des Milliardärs Bernard Arnault, hatte im ersten Quartal einen Umsatzrückgang verzeichnet.

Feststimmung hingegen gab es beim Erfinder der ikonischen Birkin-Handtasche: Dessen Börsenwert lag beim Mittagshandel in Paris bei fast 248 Milliarden Euro.

LVMH fiel zugleich um bis zu acht Prozent – und sein Wert damit auf etwa 245 Milliarden Euro. Der Eigentümer von Marken wie Givenchy und Fendi hatte am Montag Umsatzeinbußen im ersten Quartal von drei Prozent verkündet. Erwartet hatten Analystinnen und Analysten eigentlich einen Anstieg von zwei Prozent.

Die LVMH-Aktie büßte in einem Jahr fast 40 Prozent an Wert ein

Schwierige Monate liegen hinter dem Konzern, in denen der gesamte Luxussektor einen Abschwung erfuhr. Insbesondere der wichtige chinesische Markt litt schon, bevor die US-Regierung reziproke Zölle gegen die Volksrepublik verhängte. Seit dem Handelsstreit gilt die wirtschaftliche Lage als angespannter.

Insgesamt fiel die Aktie von LVMH in den vergangenen zwölf Monaten um 38 Prozent, während der Kurs von Hermès um zwei Prozent anzog.

Arnault ist laut Bloomberg Billionaires Index immer noch einer der reichsten Menschen der Welt. Die Milliardärsliste weist für ihn ein Vermögen von 165 Milliarden US-Dollar (145,9 Milliarden Euro) aus. Sein Nettovermögen ist in diesem Jahr aber um 13 Milliarden Dollar (11,5 Milliarden Euro) gesunken.

Analysten rechnen mit Negativ-Rallye

Analystinnen und Analysten der Schweizer UBS-Bank erklärten in einer Notiz, das Ende der Gewinnherabstufungen für LVMH sei nicht absehbar. Ihre Schätzung für den Gewinn pro Aktie senkten sie um weitere elf Prozent.

Adam Cochrane von der Deutschen Bank schrieb, dass die enttäuschenden Umsatzergebnisse der Mode- und Lederwarensparte von LVMH mit den Ergebnissen des dritten Quartals im Vorjahr vergleichbar seien. „Obwohl die Konsensprognosen in den Bereich des Drucks fallen, liegt dies unter dem unteren Ende aller Investorengespräche, die wir geführt haben“, sagte er.

Die Analystinnen und Analysten der Bank of America senkten ihre Prognose für den Gewinn pro Aktie von LVMH um sechs bis acht Prozent. Sie warnten: „Der Luxussektor wird weiterhin mit vielen Kursschwankungen konfrontiert sein, bis sich das organische Umsatzwachstum wieder auf einen mittleren einstelligen Wert beschleunigt.“

Für LVMH ist dies eine bemerkenswerte Trendwende. Im Oktober 2010 hatte der Konzerne LVMH eine 17-prozentige Beteiligung an Hermès bekannt gegeben. Arnault versuchte, die Eigentümerfamilie zum Verkauf zu bewegen – ohne Erfolg.

LVMH reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einem Kommentar.

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