Montag , 26 Juli 2021
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Jedem sein Porsche Design Zeitmesser-Unikat

Im Sommer 2020 präsentierte Porsche Design der Welt der Luxusuhren das Custom-built Timepieces Programm, das seitdem ein hohes Maß an Individualität ermöglicht. Das Konzept steht nicht nur für einen neuen Zeitmesser, sondern für unzählige Möglichkeiten. TICK-TALK berichtete als Erstes darüber.

Seit 2014 fertigt das 1972 von Professor Ferdinand Alexander Porsche gegründete Unternehmen nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit externen Uhrenherstellern als Porsche Design Timepieces AG alle Uhren in der eigenen Manufaktur in Solothurn. Und seit dem Jahr 2017 gehört diese vollständig zur Porsche AG.

„Wir sind der einzige Automobilhersteller, der eine eigene Uhrenmanufaktur hat“, betont Lutz Meschke, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Porsche AG.

„Porsche und Porsche Design, Sportwagen und Uhr stehen für vergleichbare Werte, für die Kombination aus Design und Funktionalität und die Verbindung von Tradition und Pioniergeist. Im Unterschied zum Fahrzeug kann man mit einer Uhr diese Werte jedoch immer mit sich tragen“, ergänzt Dr. Jan Becker, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Design Group.

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Dr. Jan Becker

Eigenständige Entwicklung und Produktion, 100prozentige Zugehörigkeit zur Muttermarke – dies schlägt sich auch in dem neuen Uhren-Konzept nieder. Und dieses setzt mehr denn je darauf, den Porsche auf vier Rädern in einen Zeitmesser zu transformieren, den der Markenliebhaber eben nicht in der Garage zurücklassen muss, sondern jederzeit mitnehmen kann. Dieser Wunsch wurde immer wieder an das Unternehmen herangetragen, berichtet Becker.

„Die Kunden haben uns gesagt, dass sie ihren Porsche am Handgelenk tragen wollen, dass sie eine ganz spezifische, hochgradig individualisierte Uhr haben möchten, die der Konfiguration ihres Fahrzeugs entspricht. Und daher bieten wir Uhren mit Porsche-Technik und Porsche-Qualität an“, sagt er mit Blick auf die Verwendung von Titan für die Gehäuse und des original Porsche Fahrzeugleders für die Armbänder, die dynamische Wasserdichtigkeit bis fünf Bar, den Rotor in Felgenform oder die Zifferblattringe im Farbton des Porsche-Lacks.

Unübersehbar hat auch der Konfigurator seinen Ursprung im Automobilbereich von Porsche, denn er wurde mit demselben Anbieter umgesetzt, der auch den Porsche Fahrzeug-Konfigurator programmiert hat.

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Rolf Bergmann

„Design und Anmutung des Uhrenkonfigurators sind daher genauso wie beim Car Konfigurator. Der Kunde soll sich dort zuhause fühlen“, erläutert Rolf Bergmann (Geschäftsführer der Porsche Design Timepieces AG).

„Dadurch erlebt der Kunde auf seiner Customer Journey die Zusammengehörigkeit von Porsche und Porsche Design ganz deutlich“, ergänzt Gerhard J. Novak (General Manager Porsche Design Timepieces). Manche würden sich tage- oder sogar wochenlang mit der Konfiguration ihres Fahrzeuges beschäftigen, berichtet er.

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Gerhard J. Novak

„Wir stellen fest, dass sie sich in dieser Zeit auch ausführlich mit der Uhr befassen. Und wir sehen auch, dass sich die Kunden ihre Uhr optisch passend zum Fahrzeug zusammenstellen.“

Dass das so einfach möglich ist, hat einen ebenso einfachen Grund. „Wir sind so nah am Fahrzeug wie sonst kein anderer Uhrenhersteller, wir haben einen unbegrenzten Zugang zu den Porsche-Ideen, auch den zukünftigen, die wir dann direkt in den jeweiligen Uhren umsetzen können“, so Bergmann.

Bei der Produktion jedes einzelnen custom-built-Zeitmessers spielt dann das Prinzip der Null-Fehler-Toleranz eine wichtige Rolle. „Eine Fertigung auf Vorrat ist bei diesen sehr individualisierten Zeitmessern mit großer Varianz wie unseren Porsche Design custom-built Timepieces gar nicht möglich. Damit stellt die Adaption des Prinzips, das im Sportwagenbau etabliert ist, eine ganz neue Qualitätsanforderung an unsere Zulieferer und Uhrmacher dar“, so Rolf Bergmann. „Bei dieser Kunden-Auftragsfertigung steuern wir zudem jede Uhr einzeln durch den Herstellungsprozess“, ergänzt er.

Als Basis dient die „Chronotimer Series 1“ von Porsche Design mit dem eigenen Chronographenkaliber WERK 01.100 mit 48 Stunden Gangreserve, das mit custom-built Timepieces Programm erstmals in Serie ging. Ausgehend davon kann der Uhrenliebhaber seiner Kreativität und Leidenschaft für Porsche freien Lauf lassen.

„Wir sprechen hier von 1,5 Millionen Ausführungsoptionen. Damit schaffen wir einen zusätzlich Anreiz, ein Porsche Design custom-built Timepiece zu erwerben“, so Gerhard J. Novak.

„Denn letzlich ist jede konfigurierte Uhr ein Unikat. Daher gibt es auch keine Klassiker oder Bestseller. Aber wir stellen fest, dass bestimmte Farben sehr beliebt sind, wie das Indischrot beim Lederarmband, aber auch Trendfarben wie Kreide sind sehr gefragt. Bei den Rotoren wird oft das RS Spyder-Felgendesign gewählt.“

Während der Konfiguration werden in Echtzeit Ausstattungsmerkmale sowie der Preis der jeweiligen, aktuellen Version der Uhr angezeigt. Los geht es bei 4.950 Euro und reicht je nach Ausstattungsgrad bis zu 11.250 Euro UVP.

Ist die Uhr konfiguriert, erhält der Kunde einen Code, mit dem er dann entweder bei den Porsche Zentren, den Porsche Design Stores oder bei den teilnehmenden Juwelieren den Bestellvorgang abschließen kann.

Auf die Kompetenz des Uhrenfachhandels will Porsche Design nämlich auf keinen Fall verzichten, betont Novak.

„Unsere Partner im Fachhandel werden in diesen Tagen mit den ersten Beraterboxen und Musteruhren beliefert. Aber wir haben bereits jetzt schon Kunden, die sich über den Fahrzeughandel mit dem Thema auseinandergesetzt haben, dort darauf angesprochen wurden oder die über unsere Kommunikationskanäle in den Sozialen Medien darauf aufmerksam geworden sind, dann aber zum Juwelier ihres Vertrauens gegangen sind, um dort ihre Uhr zu bestellen. Der Uhrenfachhandel ist also voll eingebunden.“

In Deutschland, Großbritannien und den USA sind die custom-built Timepieces seit vergangenem Jahr erhältlich, in der Schweiz seit Juni 2021.

About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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