Montag , 26 September 2022
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Menschenansammlung vor dem Jelmoli (Swatch Store) in Zürich: alle wollten nur eines, die MoonSwatch für sich und für Spekulationsverkäufe

Swatch x Omega-Hype: Menschenmassen auf der ganzen Welt belagern Swatch Stores

Swatch und Omega lancieren eine geheimnisvoll angekündigte Uhr. Fans auf der ganzen Welt sind aus dem Häuschen. Weltweit bilden sich lange Schlangen vor den Läden. Letztmalig erlebten wir so einen SWATCH-Hype in den 80er Jahren. Nach dem Tod des Swatch Group Gründers Nicolas G. Hayek übernahm Nick Hayek Junior die Marke Swatch die mit der Zeit einschlief. Anscheinend soll sie jetzt durch ein Co-Branding reanimiert werden.

In mehreren Städten campierten Käufer vor Läden vor dem Verkaufsstart des Uhrenmodells “Moonswatch” am Samstag. 

Tausende Käuferinnen und Käufern standen gemäss in den sozialen Medien veröffentlichten Fotos und Videos Schlange in den Städten von Melbourne über Hongkong bis Rom und London, um eine der neuen Uhren zu ergattern. Für die Kollektion spannten die Luxusuhrenmarke Omega mit dem für eher günstige Uhren bekannten Brand Swatch zusammen. 

In Zürich, Bern und auch am Hauptsitz der Swatch-Gruppe in Biel BE kam es laut Medienberichten zu Aufläufen von hunderten von Menschen. Die Uhrenfans warteten teils währenden Stunden und über Nacht, bis die Verkaufsgeschäfte am Morgen öffneten, um einen der begehrten Zeitmesser zu erhalten. 

Lange Schlangen auch in Biel vor dem Swatch Store

Der Aufmarsch der Uhrenfans sorge für einigen Trubel. In Mailand beispielsweise musste die Polizei einschreiten, nachdem Uhrenkunden teile einer Strasse blockierten. An mehreren Orten wurden die Uhren teils für das drei- oder vierfache des eigentlichen Kaufpreises von rund 250 Franken gleich weiterverkauft. In vielen Geschäften waren die neuen Uhren im Nu ausverkauft. 

Kauf beschränkt 

Die Lancierung der sogenannten Bioceramic Moonswatch Kollektion sei ein “unglaublicher Erfolg, der alle Erwartungen übertroffen hat”, teilte die Swatch-Gruppe am Samstag mit. Sie beschränkte das Kauflimit zunächst auf eine Uhr pro Person. In den kommenden Wochen soll die Uhr weiter in den Geschäften erhältlich sein. Gemäss Swatch handelt es sich nicht um eine limitierte Auflage. 

Angelehnt ist die neue Uhr an den Omega-Kult-Chronografen “Speedmaster”. Bei diesem handelte es sich um die erste Uhr, die auf dem Mond getragen wurde und darum auch “Moonwatch” genannt wird. Das neue Einsteigermodell von Omega und Swatch ist um ein Vielfaches günstiger als das Omega-Original. 

Mit dem neuen Einsteigermodell verbindet die Swatch-Gruppe Luxus und Alltagsaccessoire. Das Unternehmen hofft damit auch, weiter wachsen zu können. Nach einem pandemiebedingten Einbruch erholte sich der Uhrenmarkt insbesondere im günstigeren Preissegment zunächst nur langsam. Insgesamt ist Swatch aber trotz globalen Unsicherheiten im vergangenen Jahr zweistellig gewachsen. Der Umsatz stieg nach dem Einbruch des Vorjahres um rund einen Drittel auf 7,31 Milliarden Franken. 

Moonswatches werden weiterverkauft – Angebote über 4000 Franken 

Verkaufsplattformen werden mit Angeboten von Moonswatches überschwemmt. Erste Versteigerungen stehen bei 500 Franken. Teilweise wollen die Verkäufer über 4000 Franken. 

Die Zusammenarbeit von Omega und Swatch hat weltweit eingeschlagen. Auf dem ganzen Globus übernachteten Uhrenfans vor Filialen, um sich ein Exemplar aus der Moonswatch-Kollektion zu ergattern. Am Morgen wurden die Schlangen lang – mehrere Tausend Menschen weltweit warteten vor den Läden. 

Doch nicht alle kauften die Uhren für sich selber. Bereits sind Dutzende Verkaufsangebote auf Plattformen wie Ricardo und Chrono24 aufgetaucht. Die begehrten Uhren werden teils für horrende Preise von mehr als 4000 Franken angeboten.  

Bereits Angebote ab 500 Franken 

Teilweise stehen die Gebote auf Ricardo bei über 500 Franken für die Uhr, die im Verkauf 250 Franken kostet. Ob sie auch für mehrere Tausend Franken gekauft werden, ist eine andere Frage. Der Hype um die Moonswatch, einer Omega Speedmaster im Kleid einer Swatch, ist zwar riesig, doch es handelt sich um keine limitierte Ausgabe. Swatch und Omega reagierten bereits im Vorfeld auf den sich abzeichnenden Grossandrang und limitierten die Anzahl Uhren, die pro Person gekauft werden können, auf eine. 

«Die Lancierung der Bioceramic Moonswatch Kollektion ist ein unglaublicher Erfolg, der alle Erwartungen übertroffen hat», schreibt Swatch dazu auf der Webseite. «Daher weisen wir darauf hin, dass die Uhren in den kommenden Wochen in den ausgewählten Swatch Stores erhältlich sein werden, da es sich nicht um eine limitierte Auflage handelt.» Das Kauflimit solle bald wieder auf zwei Uhren pro Person angehoben werden. 

Ricardo profitiert auch davon 

Weil der Ansturm so gross war, kehrten teilweise auch Kundinnen und Kunden mit leeren Händen nach Hause: «Wir haben bei einer Filiale fünf Stunden gewartet und haben nichts bekommen», sagt ein Leser zu 20 Minuten. Dass Uhren jetzt im Internet zum Verkauf angeboten werden, stört ihn nicht: «Es ist schade, ja, aber nicht so schlimm. Jeder versucht, ein bisschen zu verdienen, es ist halt eine spezielle Uhr.» 

Vonseiten Ricardo heisst es, man lasse in solchen Fällen Angebot und Nachfrage spielen. «Wenn jemand bereit ist, solche Preise zu bezahlen, und alles im legalen Bereich abläuft, sehen wir hier kein Problem», sagt Mediensprecherin Mojca Fuks auf Anfrage von 20 Minuten. Reagiert wird laut Fuks nur, wenn der ursprüngliche Händler den Weiterverkauf untersagt hat. 

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About Karl Heinz Nuber

Nuber ist langjähriger unabhängiger Uhren Journalist und begann seine Karriere in den frühen 80er Jahren. Durch das Sammeln kam er zum Schreiben. Er ist Gründer des vierteljährlich regelmässig bilingual – Deutsch und English - erscheinenden TOURBILLON Magazin’s, dem TOURBILLON Blog TICK-Talk, der Ausstellungs- und Event Plattform Art of TOURBILLON und TOURBILLON TV. Er tritt regelmässig als Kenner der Branche in Erscheinung.

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